Deutscher Gewerkschaftsbund

Die Stimme der Jugend: Vollversammlung beim DBJR

Ende Oktober fand die DBJR-Vollversammlung statt. Matthias Schröder von der DGB-Jugend wurde erneut in den Vorstand gewählt.

© DBJR/Michael Scholl

Der neue DBJR-Vorstand: (v.l.): Daniela Broda (Evangelische Jugend), Wendelin Haag (Naturfreundejugend), Matthias Schröder (DGB-Jugend), Alma Kleen (Die Falken), Tobias Köck (Vorsitzender, Solijugend), Lisi Maier (Vorsitzende, BDKJ), Hetav Tek (djo), Marius Schlageter (Pfadfinder). Der DBJR vertritt rund sechs Millionen junge Menschen in über 50 Mitgliedsverbänden. Weitere Infos: www.dbjr.de

Matthias, du bist als Vertreter der Gewerkschaftsjugend erneut in den Vorstand des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR) gewählt worden. Was werden in den nächsten zwei Jahren deine Schwerpunkte sein?
Wir werden weiter gegen Kinder- und Jugendarmut kämpfen. Ein Fünftel aller Jugendlichen sind armutsbedroht. Sie rutschen oft eine Spirale aus Armut und Perspektivlosigkeit hinab. Uns ist gemeinsam mit anderen gelungen, die Jugendarmut auf die politische Tagesordnung zu setzen. Jetzt geht es darum, konkrete Maßnahmen durchzusetzen, die am Ende des Tages wirklich was verbessern. Eine Kindergrundsicherung ist ein wichtiger Schritt, muss aber flankiert werden von guten Ausbildungs- und Studienbedingungen und armutsfesten Löhnen.

Persönlich freue ich mich auch auf unser trilaterales Seminar mit dem israelischen und österreichischen Jugendring. Nachdem wir uns die letzten Jahre mit Erinnern und Gedenken auseinandergesetzt haben, schauen wir nun von der Vergangenheit in die Gegenwart, beschäftigen uns mit aktuellen Herausforderungen für die Demokratie.

Aus den Mitgliedsorganisationen kamen Anträge zu den Wohnproblemen junger Menschen, zur Ausbildungssituation und zur Jugendbeteiligung…
Die Anträge waren sehr fundiert und sind in den Debatten nochmals um wichtige Aspekte erweitert worden. Wir haben nun Beschlüsse, hinter denen sich wirklich ein großer Teil unserer Mitgliedsorganisationen versammelt. Mit diesem starken Votum gehen wir jetzt auf die Politik zu, legen die Probleme dar und fordern konkrete Schritte. Das machen wir auf allen Ebenen, nationalen wie europäischen. Wir sind auch in zahlreichen Gremien, Arbeitskreisen oder Bündnissen aktiv und bringen dort die Beschlusslagen ein. Zudem fordert die Vollversammlung des DBJR von der deutschen und europäischen Politik, endlich die humanitäre Katastrophe an Europas Grenzen zu beenden. Wir wollen eine solidarische und menschenrechtsbasierte Politik, die dem Sterben im Mittelmeer ein Ende setzt: Seenotrettung, sichere Fluchtwege, Perspektiven anstelle von Rückführungen und Zusammenarbeit mit autoritären Drittstaaten!

Der DBJR wurde dieses Jahr 70 Jahre alt. Welches Standing hat er in der Politik?
70 Jahre DBJR bedeuten auch 70 Jahre Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände und -ringe. Sieben Jahrzehnte in der Vielfalt unserer Mitgliedsorganisationen vereint und gemeinsam im Interesse der Jugend zusammenzuarbeiten, ist ein riesiger Erfolg. Daraus erklärt sich auch unser Standing: Wir treten vereint als Stimme der Jugend auf und werden auch so wahrgenommen. Uns gelingt es, auf Gesetze Einfluss zu nehmen, mehr Fördergelder zu bekommen und vor allem auch in politischen Debatten mitzumischen. Und genau das zeichnet die Jugend ja auch aus: sich nicht nur um die Gegenwart, sondern auch um die Zukunft zu sorgen.


(aus der Soli aktuell 12/2019, Autorin: Soli aktuell)