Deutscher Gewerkschaftsbund

#unbezahlt gewinnt! Der JAV-Preis der DGB-Jugend

Der JAV-Preis der DGB-Jugend geht dieses Jahr an die AG der Jugendvertretungen von sechs Unikliniken in Nordrhein-Westfalen.

JAV-Preis-Verleihung 2018

© DGB/Simone M. Neumann

So sehen Sieger_innen aus: Die JAV-AG aus NRW

Den diesjährigen JAV-Preis der DGB-Jugend erhält die Arbeitsgemeinschaft der Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV) der Unikliniken Nordrhein-Westfalen für ihr Projekt "#unbezahlt". Damit setzen sie sich bei den Arbeitgebern für eine Ausbildungsvergütung für bisher nicht tarifierte Ausbildungsgänge ein. Dazu zählt etwa die Medizinisch-Technische Radiologie-Assistent_in.

Die Preisverleihung fand am 21. November im Rahmen des Schöneberger Forums in Berlin statt. Die Fachtagung für Beschäftigte im öffentlichen Dienst wird vom DGB-Bildungswerk Bund in Kooperation mit dem DGB veranstaltet. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack nahm die Ehrung der Preisträger_innen vor 300 Gästen vor. Worum es der JAV-AG geht: eine sichere und faire Ausbildungsvergütung für bisher nicht tarifierte Ausbildungsgänge im Gesundheitswesen zu erreichen. "Wenn Auszubildende im Betrieb Hand in Hand und interdisziplinär arbeiten und lernen, dann kann es nicht sein, dass die einen eine Ausbildungsvergütung erhalten und die anderen nicht", sagt der JAV-Vorsitzende des Klinikums Düsseldorf, Denis Schatilow.

Zum Hintergrund: In Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit sechs Universitätskliniken (Aachen, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln, Münster), bei denen die Bewerberzahlen für eine Ausbildung im Gesundheitswesen in bisher nicht tarifierten Ausbildungsberufen stark zurückgehen. Das liegt zu einem großen Teil daran, dass die enorme Arbeitsleistung, die Auszubildende erbringen, nicht anerkannt und nicht angemessen vergütet wird.

Dies wollten die JAVen in den einzelnen Universitätskliniken ändern. Sie gründeten das Gemeinschaftsprojekt "#unbezahlt". Die einzelnen Gremien traten an die Arbeitgeber heran und forderten sie auf, von sich aus eine Vergütung zu bezahlen.

Um den Druck zu erhöhen, wurde das Thema auf Personalversammlungen immer wieder bekannt gemacht, des Weiteren informierten die JAVen die lokale Presse und den Rundfunk über die Situation. Darüber hinaus organisierten sie gemeinschaftliche Facebook-Kampagnen.

Die konzertierte Öffentlichkeitsarbeit führte zu einer solidarischen Unterstützung aus den betroffenen Bereichen in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes – und Auszubildende des Tarifgebiets TV-L und TVöD kämpften zusammen für eine Vergütung. In den TVöD-Tarifverhandlungen 2018 erreichten die Aktiven ihr Ziel: Spätestens ab dem 1. Januar 2019 werden betroffene Auszubildende vergütet.

Mit dem Projekt hätten die JAVen den Grundstein für eine tarifliche Regelung gelegt. Damit steige die Zufriedenheit der Azubis, deren Motivation und die Lebensqualität enorm, sagt Schatilow.

Die JAV-AG wird das Thema weiterverfolgen und hofft auf bundesweite Verbreitung.


Der "Deutsche Personalräte-Preis" wird auch 2019 wieder ausgelobt. Infos: www.dprp.de

(aus der Soli aktuell 1/2019, Autorin: Soli aktuell)