Deutscher Gewerkschaftsbund

DGB-Jugend Bayern: Erinnern heißt kämpfen

Die DGB-Jugend gedenkt seit 65 Jahren der Novemberpogrome vom 9. auf den 10. November 1938. Bei den aktuellen Veranstaltungen wurde vor dem Rechtsruck in Deutschland und Europa gewarnt.

Gedenken in Bayern

© DGB-Jugend

Gedenken in Dachau zum 80. Jahrestag der Novemberpogrome

Zum 80. Mal jährte sich dieses Jahr die "Nacht der Schande". Die Novemberpogrome vom 9. auf den 10. November 1938 markierten den Übergang von Diskriminierung und Ausgrenzung von Jüdinnen und Juden hin zu offener Feindschaft und der systematischen Vernichtung jüdischen Lebens in Deutschland und Europa.

Das Erinnern und Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ist für die bayerische Gewerkschaftsjugend seit über 65 Jahren nicht nur Mahnung an das, was in der Zeit von 1933 bis 1945 geschehen ist. Es ist auch Auftrag für die Gegenwart. Die kritische Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit ist für die DGB-Jugend immer mit der Frage verbunden, welche Erkenntnisse sich daraus für die Bewältigung der Gegenwart und für die Gestaltung einer menschenwürdigen und solidarischen Zukunft ziehen lassen. Die jährlichen Gedenkveranstaltungen fanden am 4. und 8. November in den KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg statt.

Bildergalerie: Gedenken in Dachau

DGB-Bezirksjugendsekretär Andro Scholl begrüßte die Gäste, die nach Dachau gekommen waren, Jugendliche stellten Biografien von Opfern der Konzentrationslager vor. Die Gedenkrede in Dachau hielt Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

Sie warnte: "Wir erleben heute, wie Selbstverständlichkeiten unserer freiheitlichen Demokratie fast täglich angegriffen und beschimpft werden. Wir erleben, wie eine Partei, die unseren offenen Staat ablehnt, in diesem selben Staat Wahlerfolge einfährt und sich als politische Kraft auf allen Ebenen in den Parlamenten festsetzt. Und, womöglich am Erschreckendsten: Wir erleben mit dem Aufstieg dieser Partei auch eine Wiederkehr von Fremdenhass, Intoleranz und Antisemitismus in einer Deutlichkeit und Intensität, wie ich es mir niemals hätte vorstellen können."


http://bayern-jugend.dgb.de

(aus der Soli aktuell 11/2018, Autorin: Soli aktuell)