Deutscher Gewerkschaftsbund

Die Welt besser machen: Die DBJR-Vollversammlung

DBJR-Vollversammlung: Beschlüsse zu den Themen Europa, Bildung, Jugendbeteiligung, Klimawandel und Jugendarmut.

Schrift Deutscher Bundesjugendring auf grauem Untergrund

"Wir sind gefordert: Wir müssen laut werden und wir werden laut": Lisi Maier und Tobias Köck, die Vorsitzenden des Deutschen Bundesjugendring (DBJR), haben auf der 91. DBJR-Vollversammlung am 26./27. Oktober 2018 in Dresden den Weg fürs nächste Jahr vorgegeben. "Wir wollen die Welt besser machen, wo wir es können."

Der DBJR ist der Zusammenschluss von 29 Jugendverbänden, zu denen auch die DGB-Jugend gehört, 16 Jugendringen und sechs angeschlossenen Organisationen. Die DGB-Jugend hatte sechs Delegierte entsandt.

Und die und ihre Kolleg_innen taten nach Kräften, was Maier und Köck angekündigt hatten: Sie diskutierten und beschlossen insgesamt 16 Positionen zu Themen wie Europa, Jugendbeteiligung, Klimawandel, Wahlrecht für alle, Politische Bildung, das Neutralitätsgebot und bundesweit gemeinsame Ferienkorridore zur Stärkung des Ehrenamts. Beschlüsse gab es auch zur Stärkung der Rechte für trans- und intergeschlechtliche Kinder und Jugendliche und zur Bekämpfung von Gewalt gegen Mädchen und Frauen. Zudem wurde nach kontroverser Diskussion beschlossen, dass der DBJR das Bundesministerium der Verteidigung auffordert, das Liederbuch "Kameraden singt!" abzuschaffen.

Für die Gewerkschaftsjugend noch einmal besonders interessant: Der DBJR sprach sich für eine gesetzliche Mindestausbildungsvergütung zur Bekämpfung von Jugendarmut aus. Im entsprechenden Beschluss heißt es: "Sie muss in ihrer Höhe dazu geeignet sein, Auszubildenden ein eigenständiges Leben und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in allen seinen Facetten zu ermöglichen. Hierzu gehört emotionale, kulturelle und soziale Teilhabe. Die Mindestausbildungsvergütung soll daher in Höhe von 80 Prozent der durchschnittlichen tariflichen Ausbildungsvergütungen für alle Auszubildenden eingeführt werden."

Sie ersetze keine tariflichen Regelungen, sie schaffe aber dort ein Mindestmaß an finanzieller Absicherung, wo es bisher keine gab. Die Maßgabe des DBJR lautet: Für das erste Ausbildungsjahr eine Mindestvergütung von derzeit 635 Euro, für das zweite 696 Euro, für das dritte 768 Euro und für das vierte 796 Euro. Die Höhe soll jährlich angepasst werden.

Die Delegierten sprachen sich auch für den Erhalt des arbeitsfreien Sonntags und für eine erleichterte Teilnahme von jungen Geflüchteten an Jugendaktivitäten im europäischen Ausland aus – unabhängig davon, ob sie sich noch in einem laufenden Asylverfahren befinden oder einen Duldungsstatus erlangten. Dazu sollte, in Anlehnung an die sogenannten Schülersammellisten, eine entsprechende "Bewilligungsliste für die Teilnahme an außerschulischen Jugendbildungsmaßnahmen anerkannt werden", wie es im entsprechenden Beschluss heißt.

Zudem wurde die Jüdische Studierendenunion Deutschland (JSUD) als weitere Anschlussorganisation beim DBJR einstimmig aufgenommen.

Die Vollversammlung tagt einmal im Jahr. Sie berät über die Grundlagen der Arbeit des DBJR, legt die konkreten Arbeitsschwerpunkte fest und beschließt aktuelle jugendpolitische Positionen.


Die Beschlüsse findet ihr auf www.dbjr.de

(aus der Soli aktuell 11/2018, Autorin: Soli aktuell)