Deutscher Gewerkschaftsbund

Dein Ugrade für die Ausbildung

Ausbildung 4.0: In den nächsten Jahren widmet sich die Gewerkschaftsjugend der Digitalisierung der Berufswelt.

Aykut führt sein Berichtsbuch digital. Sophie kann jetzt mit dem Tablet auf die Unterrichtsunterlagen zugreifen. Yvonne hat die Ausbildungsordnung auf dem USB-Stick und Elena schaut sich die Vorlesungen ihres dualen Studiums per Live-Stream an.

Wie werden die Lernorte der Zukunft aussehen? Und was geschieht eigentlich mit den gesammelten Daten? Aspekte wie diese laufen unter dem Schlagwort "Ausbildung 4.0". Es steht für den immer schnelleren Wandel der Ausbildungswelt. Die Modernisierungsentwicklungen werfen Fragen auf: Nicht nur, inwieweit sich Berufe verändern. Sondern auch, welche Inhalte überhaupt nötig sind und was Digitalisierung für die Qualität der Ausbildung und für die Mitbestimmung bedeutet.

Die DGB-Jugend wird sich deshalb mit den Veränderungen auseinandersetzen und klären, wie sich Weiterbildung, Beschäftigtendatenschutz und Mitbestimmung verändern müssen, wie in einer von extremer Flexibilität geprägten Arbeitswelt weiterhin starke Interessenvertretungen etabliert werden können.

Es geht um Inklusion, Entlastung bei physischer und psychischer Belastung, Zugänge zu Bildung, Schutz gegen die Entgrenzung der Arbeitszeiten. Man muss auch darüber sprechen, wie sich Ausbildungsstätten und berufliche Schulen verändern müssen, und natürlich, welche neuen Anforderungen an die Qualifikationen der Auszubildenden und auch der Ausbilder_innen zu stellen sind.

Was muss eine gute Ausbildung 4.0 gewährleisten? Für die DGB-Jugend ist klar: Die Digitalisierung soll in erster Linie dem Menschen Nutzen bringen. Ein ganz wichtiger Baustein bei der Entwicklung von Strategien guter Ausbildung und Arbeit für die Zukunft ist die Novellierung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG). Im aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung wurde vereinbart, dass die Modernisierung der Ausbildungs- und Aufstiegsordnungen im Hinblick auf eine digitale Ausbildungsstrategie durch eine Überarbeitung des BBiG erreicht werden soll.

Und das ist das Verdienst der DGB-Jugend: Sie hat es geschafft, dass die duale Ausbildung auf breiter Basis und wahrnehmbar diskutiert und als Regierungsvorhaben festgeschrieben wurde. Nun gilt es, bei den Politiker_innen auf die Umsetzung der Vereinbarungen zu drängen. Mit ihnen wird die DGB-Jugend zeitnah ins Gespräch kommen, um ihren Positionen Nachdruck zu verleihen. Denn junge Gewerkschafter_innen sind die Expert_innen aus der Praxis.


Das "Ausbildung 4.0"-Dossier der DGB-Jugend findet ihr auf http://jugend.dgb.de/ausbildung4punkt0

(aus der Soli aktuell 11/2018, Autorin: Soli aktuell)