Deutscher Gewerkschaftsbund

Nach dem Ankommen geht's weiter: Der Film "I Am Here"

Flucht und Asyl: "I Am Here" ist ein Berliner Filmprojekt mit minderjährigen Geflüchteten von den Regisseurinnen Sandra Merseburger und Hannah Marquardt.

I Am Here

© Sandra Merseburger

Eine Gruppe von Jugendlichen, die als sogenannte unbegleitete minderjährige Geflüchtete in den vergangenen zwei Jahren nach Deutschland gekommen sind, hat in einem siebenmonatigen Workshop ihre eigenen Geschichten entwickelt und filmisch umgesetzt. Darin verweben sie ihre unterschiedlichen Migrationsgeschichten zu einem Dokumentarfilm, der die Schwierigkeiten und Herausforderungen der Flucht und des Ankommens abbildet, aber auch von ihren Wünschen, Träumen und Plänen für ihr Leben berichtet.

 Acht Jugendliche erzählen ihre Geschichte des Ankommens in Berlin. Sie erzählen, warum sie gekommen sind und wie ihre Flucht oder Reise war, von Krieg und Perspektivlosigkeit, aber auch von der Suche nach neuen Möglichkeiten. Sie kommen aus Syrien, Afghanistan, Guinea und Armenien. Die Gründe ihrer Flucht oder Reise sind vielfältig und reichen von Krieg bis zur Suche nach beruflichen Perspektiven. Sie besuchen derzeit Schulen, lernen Deutsch oder warten aufs Studium.

Hozaifa aus Syrien will "Arzt oder Ingenieur" werden, Shukrullah aus Afghanistan sieht sich als IT-Fachkraft. Mamadou aus Guinea hat eine Ausbildung zur Service-Fachkraft im Gastgewerbe begonnen: "Mein Betreuer hat die Stelle für mich gefunden. Wir haben zusammen das Bewerbungsschreiben aufgesetzt. Mir macht die Ausbildung großen Spaß", sagt er. In zwei Jahren will er damit fertig sein.

Reza aus Afghanistan, Amer aus Syrien und die anderen haben von der Themenwahl bis zum Schnitt sämtliche Entscheidungsprozesse getragen und in unterschiedlichen Rollen den Dreh geleitet, Kamera und Ton gemacht, Interviews geführt und Zeichnungen animiert. Dabei wurden sie von den international erfahrenen Filmemacherinnen Sandra Merseburger und Hannah Marquardt angeleitet.

Die Jugendlichen begleiten die Aufführungen des äußerst kurzweiligen und prima aufgebauten Films nun mit Gesprächen an Schulen, Bildungseinrichtungen und Kieztreffs. Dabei entwickelt sich häufig ein anregender Austausch für alle Beteiligten, der zum gegenseitigen Verstehen beiträgt. Das Projekt wird nichtkommerziell ausgewertet. Interessent_innen können eigene Vorführungen initiieren und die Gruppe dazu einladen.


"I Am Here – Ankommen in Deutschland". D 2015. Regie: Sandra Merseburger und Hannah Marquardt. Infos und Kontakt: www.sandramerseburger.com

(aus der Soli aktuell 5/2016, Autorin: Soli aktuell)

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