Deutscher Gewerkschaftsbund

Unbequem lohnt sich: Erfolgreiche ver.di Jugend im Tarifkampf

Erfolgreich gekämpft: Die ver.di Jugend ist zufrieden mit dem Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst.

ver.di Besser unbequem Schriftzug

© ver.di Jugend

Für die 2,14 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen gibt es eine Erhöhung der Löhne und Gehälter in zwei Schritten um insgesamt 4,75 Prozent – 2,4 Prozent ab 1. März 2016 und 2,35 Prozent ab 1. Februar 2017. Die Warnstreiks von 100.000 Beschäftigten kurz vor den Tarifverhandlungen hatten für eine Beschleunigung der Gespräche gesorgt und einen akzeptablen Kompromiss ermöglicht. "Das Ergebnis erhöht deutlich die Reallöhne, stärkt die Kaufkraft und trägt dazu bei, den öffentlichen Dienst in Deutschland attraktiver zu machen", sagt ver.di-Verhandlungsführer Frank Bsirske.

Unser Teil vom Kuchen "Die Einigung ist ein guter Kompromiss", so sieht es André Zeitler, Vorsitzender der ver.di-Jugend. "Wir haben gute Verbesserungen für die Auszubildenden herausholen können. Es hat sich gelohnt, in den vergangenen Wochen unbequem zu sein. Wenn uns Arbeitgeber um unseren Teil vom Kuchen bringen wollen, werden wir auch in Zukunft besser unbequem."

Für die Auszubildenden ging es bei den Verhandlungen vor allem um mehr Urlaub, um die Ausbildungsqualität, eine bessere Zukunftssicherung nach der Ausbildung und einen Anschluss an die Ausbildungsvergütungen der Privatwirtschaft.

Deutlich mehr Geld auf dem Konto Und in allen vier Bereichen konnte ver.di einiges herausholen. Auszubildende haben jetzt 29 Tage Urlaub pro Jahr und auch der Zusatzurlaubstag in der Pflege bleibt erhalten. Und es gibt mehr Geld: Auszubildende erhalten mit insgesamt 65 Euro mehr eine deutlich höhere Ausbildungsvergütung als bislang. Die Anhebung erfolgt in zwei Schritten: Ab dem 1. März 2016 um 35 Euro, und 30 Euro mehr gibt es ab dem 1. Februar 2017.

"Damit bekommen Auszubildende deutlich mehr als mit einer rein prozentualen Erhöhung", so Zeitler weiter. Für die Beschäftigten steigen die Einkommen ab dem 1. März 2016 um 2,4 Prozent und ab dem 1. Februar 2017 um weitere 2,35 Prozent. Wegen der niedrigen Inflation ist das eine echte Reallohnerhöhung.

Die Ausbildungsqualität bessert sich Erstmalig werden auch Zuschüsse für Ausbildungsmittel eingeführt. So gibt es in Zukunft 50 Euro pro Jahr beispielsweise für Lehrbücher und Gesetzestexte. Diese Regelung gilt für alle Auszubildenden nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Auch Zusatzkosten wie Unterkunfts- und Verpflegungskosten für die Berufsschule müssen die Arbeitgeber aller BBiG-Berufe zukünftig übernehmen.


http://jugend.verdi.de

(aus der Soli aktuell 5/2016, Autorin: Soli aktuell)

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