Deutscher Gewerkschaftsbund

Immer noch zu wenig Azubis: Die IG Metall-Ausbildungsstatistik

Die IG Metall-Statistik zum Ausbildungsmarkt im letzten Jahr zeigt: Es ist noch viel Luft nach oben.

IG Metall Logo weiß auf rot

© IG Metall

In Deutschland fehlt es immer noch an Ausbildungsplätzen: Obwohl die Zahl der Schulabgänger_innen weiter gesunken ist, gingen viele Ausbildungsplatzinteressenten leer aus. Immerhin: Der Abwärtstrend bei neuen Ausbildungsverträgen wurde fast gestoppt. Das stellt die IG Metall in ihrer diesjährigen Bilanz zur gegenwärtigen Situation auf dem Ausbildungsmarkt fest.  

Rund 522.000 Ausbildungsverträge wurden insgesamt laut Bundesinstitut für Berufsbildung im Jahr 2015 neu abgeschlossen. Damit konnte der starke Abwärtstrend der vergangenen Jahre deutlich gebremst werden. Aber: Von 804.000 Jugendlichen, die sich für eine Ausbildung interessierten, haben 2015 nur rund 65 Prozent einen Vertrag unterschrieben. Der Rest – also annähernd ein Drittel – ging leer aus. Und das, obwohl die Nachfrage nach einem Ausbildungsplatz demografisch bedingt weiter zurückging.

Trotz der hohen Zahl ausbildungsinteressierter Jugendlicher, die bei ihrer Suche erfolglos waren, konnten 2015 knapp 41.000 Ausbildungsplätze deutschlandweit nicht besetzt werden. Größtenteils handelt es sich dabei um Plätze, die wegen der Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen, der Bezahlung oder auch der beruflichen Perspektive für Jugendliche wenig attraktiv erscheinen.

Die IG Metall rät den Betrieben dringend, mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. "Gerade das zu tun, sollte auch Eigeninteresse der Betriebe sein. Denn den Fachkräftemangel einerseits zu beklagen, andererseits aber nicht in deren Ausbildung zu finanzieren, passt nicht zusammen", schreiben die Gewerkschafter_innen. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt seien gut ausgebildete Fachkräfte dabei so wichtig und wertvoll wie nie zuvor.

 Die Ausbildungsquoten in den Wirtschaftszweigen im Organisationsbereich der IG Metall seien zwar stabil, allerdings viel zu niedrig, um zukünftigen Fachkräfteengpässen vorzubeugen. Spitzenreiter bleibt der Maschinenbau mit einer Ausbildungsquote von 6,6 Prozent, Schlusslicht ist, man glaubt es kaum, die Automobilindustrie mit einer Quote von 4,1 Prozent.

Die Metaller_innen fordern daneben den Ausbau der Strukturen für Jugendliche mit Förderbedarf und für Betriebe, die diese ausbilden: Das sind ausbildungsbegleitende Hilfen, assistierte Ausbildung, Einstiegsqualifizierungen und Tarifverträge zur Förderung der Integration in Ausbildung. Die Qualifizierung des Ausbildungspersonals und eine Beteiligung an den Kosten für die Ausbildung – auch durch die 80 Prozent der Betriebe, die sich dieser gesellschaftlichen Aufgabe aktuell entziehen – sei ebenfalls dringend angeraten. Dabei seien die Betriebsräte besonders gefordert: Sie müssten die berufliche Ausbildung zum Thema im Betrieb machen.


Weitere Informationen findet ihr auf http://tinyurl.com/IGM-Ausbildungsbilanz-2015

(aus der Soli aktuell 5/2016, Autorin: Soli aktuell)

Hier geht's zum Soli-Archiv

WIR IM SOCIAL WEB