Deutscher Gewerkschaftsbund

BBiG besser machen

Die DGB-Jugend übt deutliche Kritik am Abschlussbericht zur BMBF-Evaluation des Berufsbildungsgesetzes.

Aktion am 1. Mai

Auch am 1. Mai Thema: Das BBiG © DGB-Jugend

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat seinen lang erwarteten Evaluationsbericht zum Berufsbildungsgesetz (BBiG) veröffentlicht. Er ist das Ergebnis einer Überprüfung jenes wichtigen Gesetzes, das in Deutschland die duale Berufsausbildung regelt.

Und er vermittelt eine recht positive Sicht auf die Ausbildungsbedingungen in Deutschland: "Die geltenden Regelungen des BBiG stellen die passenden Werkzeuge zur Verfügung. Sie bieten die notwendige Flexibilität, um auch auf neue Herausforderungen reagieren zu können", heißt es darin. Fragwürdiges Fazit: Es gibt keinen Bedarf für grundlegende Änderungen im BBiG.

Das sieht die DGB-Jugend anders. Sie kritisiert, dass das Bildungsministerium keinerlei Interesse an der Verbesserung der Ausbildungsbedingungen für Azubis hat. "Der Bericht bleibt weit hinter den Erwartungen zurück", sagt DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller.

Wichtige Fragen nach der Finanzierung schulischer Ausbildungsmittel, Fahrtkosten, Überstunden, betrieblichen Ausbildungsplänen oder der Anrechnung von Berufsschulzeiten bei volljährigen Auszubildenden blieben gänzlich unberücksichtigt. Neuerungen wie die, den Geltungsbereich des BBiG auf dual Studierende auszuweiten oder Kriterien für die Eignung von Ausbilder_innen zu definieren, lehnt das Bildungsministerium gar gänzlich ab. "Auf die aktuellen Probleme von Auszubildenden haben die Evaluatoren wohl nicht geachtet", schließt Haggenmiller.

Mit dem Ausbildungsreport weist die DGB-Jugend Jahr für Jahr auf Missstände im dualen Ausbildungssystem hin. Hier hätten die BMBF-Expert_innen fündig werden können. Es sei fahrlässig, so Haggenmiller, die Fakten zu ignorieren und keinen Handlungsbedarf zu sehen, das Gesetz im Sinne der Auszubildenden besser zu machen.

Die DGB-Jugend verlangt eine umfassende Reform des BBiG. In den vergangenen Wochen hat sie in Gesprächen mit den Bundestagsfraktionen viel Zuspruch für ihre Forderungen erhalten. Haggenmiller: "Wir erwarten nun, dass es im Rahmen einer breiten parlamentarischen Debatte zu einer echten BBiG-Novellierung kommt. Die duale Berufsausbildung sollte jetzt zukunftssicher gemacht werden."

Wer morgen gut ausgebildete Fachkräfte haben wolle, müsse sich heute um die Ausbildungsbedingungen kümmern. Eine Reform des BBiG sei auch ein Beitrag zur Fachkräftesicherung.


Den Evaluationsbericht findet ihr unter www.bmbf.de/files/2016-03-23_Evaluationsbericht_BBiG.pdf

Weitere Infos: www.jugend.dgb.de/bbig

 

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