Deutscher Gewerkschaftsbund

Im Mikrobereich: DGB-Experte Matthias Anbuhl zum Deutschlandstipendium

Matthias Anbuhl

© DGB

Gerade mal 22.500 Studierende haben letztes Jahr das Deutschlandstipendium in Anspruch genommen. Der DGB kommentiert.

Jetzt mal Augen auf, ganz weit – denn es geht um Spurenelemente: Gerade mal 22.500 Studierende haben letztes Jahr das Deutschlandstipendium in Anspruch genommen, das hat jetzt das Statistische Bundesamt bekanntgeben. Okay, damit stieg die Zahl der Stipendiat_innen im Vergleich zu 2013 gar um 14 Prozent. Aber man kann ja auch mal gucken, was das so bedeutet: Die monatlichen 300 Euro Fördergeld nehmen jetzt also 0,84 Prozent der Studierenden in Anspruch.

"Die Bundesregierung sollte einen Schlussstrich unter das Programm ziehen und die staatliche Förderung einstellen", fordert deshalb DGB-Bildungsexperte Matthias Anbuhl, selbst Mitglied des Beirats Deutschlandstipendium.

Anbuhl möchte seine Zeit statt mit der Beiratssitzung lieber mit was Sinnvollem verbringen: Die freien Mittel sollten doch besser ins BAföG fließen, das sei eine verlässlichere Studienfinanzierung. Die Ziele des Förderinstruments, das laut Bundesbildungsministerium 47 Millionen Euro pro Jahr kostet, seien verfehlt. Die Quote sei "Lichtjahre entfernt von der ursprünglich anvisierten Zielmarke von acht Prozent", sagt Anbuhl.

Was nicht in den Sternen steht: Das Programm verursacht einen extrem hohen Verwaltungsaufwand. Rund 21 Prozent der Fördermittel des Bundes haben die Verwaltungskosten 2013 verschlungen. Dies habe auch der Bundesrechnungshof zurecht kritisiert, so der DGB-Bildungsexperte.

Gut, dass die Politik verlässlicher ist als ihre Ziele. Ministerium und CDU/CSU halten – trotz scharfer Oppositionskritik – am Deutschlandstipendium fest.


(aus der Soli aktuell 6/2015, Autorin: Soli aktuell)