Deutscher Gewerkschaftsbund

Ordnung im Tarifdschungel - Die Ausbildungsvergütungen

Ganz schön weites Feld: Die Expert_innen der Hans-Böckler-Stiftung haben die tariflichen Ausbildungsvergütungen durchgerechnet.

Tariflich geregelte Ausbildungsvergütungen variieren stark nach Branche und Ausbildungsjahr. Letztes Jahr reichten sie von 515 Euro im Kfz-Gewerbe Thüringen im ersten Ausbildungsjahr bis zu 1.505 Euro im Bauhauptgewerbe West im vierten. Dies geht aus den Zahlen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts in der Hans-Böckler-Stiftung vor.

2014 stiegen die Ausbildungsvergütungen überwiegend zwischen zwei und 4,5 Prozent. Nur in wenigen Tarifbereichen wurden keine Steigerungen vereinbart.

Legt man das dritte Ausbildungsjahr zugrunde, zeigen sich folgende regionale Differenzen bei den Vergütungen:

  • Metall- und Elektroindustrie: Die tariflichen Ausbildungsvergütungen reichen von 1.008 Euro in NRW bis zu 1.097 Euro in Baden-Württemberg.
  • Chemische Industrie: Im Osten 978 Euro. Im Westen zwischen 976 Euro in Schleswig-Holstein und Bremen und 1.060 Euro im Bezirk Nordrhein.
  • Groß- und Außenhandel: Hier reicht’s von 765 Euro in Mecklenburg-Vorpommern bis 943 Euro in Hessen.
  • Textilindustrie: von 770 Euro im Osten bis 979 Euro in Hessen.
  • Hotel- und Gaststättengewerbe: Hier sind die regionalen Abstände besonders groß: In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 610 Euro, in Bayern 896 Euro – und damit 286 Euro mehr.
  • Bauhauptgewerbe: Die Azubis erhalten im Osten 1.056 Euro und im Westen 1.339 Euro. Hamburg und Berlin haben Sonderregelungen.
  • Gebäudereinigung: Die Vergütungen reichen von 810 Euro im Osten und 900 Euro im Westen.

Bundesweit einheitliche tarifliche Ausbildungsvergütungen gibt es bei Banken (1.025 Euro) und Versicherungen (1.037 Euro), in der Druckindustrie (994 Euro), in der Papierverarbeitung (970 Euro) sowie bei der Deutschen Bahn (877 Euro), der Deutschen Post (920 Euro), der Deutschen Telekom (940 Euro) und im öffentlichen Dienst (Bund, Gemeinden: 949 Euro, Länder: 941 Euro).


www.boeckler.de


(aus der Soli aktuell 6/2015, Autorin: Soli aktuell)