Deutscher Gewerkschaftsbund

Unser Tag der Arbeit: Der 1. Mai

Florian Haggenmiller

© Simone M. Neumann

DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller

Zum 1. Mai fordert die DGB-Jugend gute Ausbildung und stellt sich dem Rechtspopulismus entgegen.

260.000 junge Menschen suchen einen Ausbildungsplatz, 1,33 Millionen 20- bis 29-Jährige sind ohne Berufsabschluss: Auch dieses Jahr sieht sich die Gewerkschaftsjugend genötigt, zum 1. Mai, dem Tag der Arbeit, an die Ausbildungsmisere in Deutschland zu erinnern. Denn Unternehmen machen rapide auf Verschlankung: Nur noch jeder fünfte Betrieb bildet aus, 2009 war es noch jeder vierte.

Aber auch für die, die einen Platz ergattern konnten, ist längst nicht alles rosig: In manchen Branchen wie dem Hotel- und Gaststättenbereich und Teilen des Handwerks und des Handels dominieren schlechte Bezahlung und Überstunden – gerade dort, wo die Arbeitgeber am meisten über den Fachkräftemangel klagen. "Früher konnten sich die Betriebe die Rosinen rauspicken, das läuft heute nicht mehr überall. Die Arbeitgeber haben sich als unflexibel erwiesen – im Gegensatz zu den jungen Leuten", sagt DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller.

Rede von Florian Haggenmiller zum 1. Mai 2015 (PDF, 94 kB)

DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller spricht zum 1. Mai 2015 in Schwarzenbach/Saale.

Den 1. Mai sieht die Gewerkschaftsjugend zudem im Zeichen der Antidiskriminierung. Immer noch werden junge Frauen systematisch auf dem Ausbildungsmarkt benachteiligt. Und: Solange es reicht, einen ausländisch klingenden Namen zu haben, um beim Bewerbungsgespräch nicht dabei zu sein, gibt es noch viel zu tun. Erinnert sei auch an das Schicksal junger Flüchtlinge in Deutschland, die zum Teil unter sehr bedrückenden Umständen leben müssen. Auch sie sollen die Möglichkeit zur Ausbildung bei fairer Bezahlung erhalten.

Aber es gibt auch durchaus Positives zu vermelden. So freut man sich bei der DGB-Jugend darüber, dass es im Rahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung gelungen ist, schon zum 1. Juni 2015 mit dem Programm der Assistierten Ausbildung zu beginnen bzw. die ausbildungsbegleitenden Hilfen auszubauen. So können mehr "sozial benachteiligte" junge Menschen zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss geführt werden.

Außerdem sind mehr junge Menschen als zuvor Mitglied in einer Gewerkschaft – die Arbeitnehmerorganisationen sind angesehen bei der jungen Generation. "Das zeigt, dass wir die Interessen der jungen Menschen vertreten und konkret ihre Lebenssituation verbessern", sagt Haggenmiller.

Besonders wichtig ist den jungen Gewerkschafter_innen der Kampf gegen jede Form von Rassismus, etwa in Form der rechtspopulistischen Thesen à la Pegida und Co. Haggenmiller: "Das ist unser Tag der Arbeit. Die DGB-Jugend setzt sich für Offenheit und kulturelle Vielfalt am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft ein."

Und so geht’s auch weiter: Unter diesem Vorzeichen wird auch die Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz im Juni stehen, bei der 700 junge Gewerkschafter_innen dabei sein werden.

(aus der Soli aktuell 4/2015, Autorin: Soli aktuell)