Deutscher Gewerkschaftsbund

Sichtbar und aktiv: Unsere Mitgliederentwicklung

Seit Jahren geht es bergauf: Die Mitgliederzahlen der Gewerkschaftsjugend sind auch 2014 gestiegen.

Mit ihnen steht und fällt alles bei den Gewerkschaften: den Mitgliedern. Zum Ende des Jahres 2014 konnten die DGB-Gewerkschaften 6.104.851 davon in ihren Reihen zählen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies allerdings ein leichtes Minus: Um 0,62 Prozent ist die Anzahl zurückgegangen. Der DGB zieht dennoch eine positive Bilanz. Denn die Zahlen bedeuten auch, dass täglich im Durchschnitt 840 Menschen in eine der acht DGB-Gewerkschaften eintreten. Im letzten Jahr konnten sie 300.000 neue Mitglieder werben.

Bei der Gewerkschaftsjugend sieht es anders aus. Denn entgegen dem Trend bei der Gesamtorganisation ist die Zahl der jungen Gewerkschaftsmitglieder erneut gewachsen. So hat etwa die IG Metall mit einem Plus von 1,3 Prozent nun einen Stand von gut 230.000 Unter-27-jährigen. Auch die IG BCE konnte bei den Auszubildenden punkten: Zwei von drei Jugendlichen des aktuellen Ausbildungsjahrgangs sind schon Mitglied. Zusammengerechnet sind jetzt 512.179 Gewerkschaftsmitglieder jünger als 27 Jahre, 2013 waren es noch 509.613. Ihr Anteil an der Gesamtmitgliedschaft ist damit auf 8,4 Prozent gestiegen.

Schon seit 2010 verbessert sich die Situation zugunsten des Jugendbereichs kontinuierlich. Die deutliche Verjüngung kommentiert DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller daher so: "Wir haben die Probleme und Schwierigkeiten, die junge Leute beim Berufseinstieg haben, erkannt und entschieden verbessern können."

Mit passenden Tarifverträgen und einer guten Interessenvertretung sei die Gewerkschaftsjugend für die junge Generation eine wichtige Adresse. Überall wo sie sichtbar sei, weil sie aktiv werde, stiegen auch die Eintrittszahlen.

Für den DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann ist das eine "gute Tendenz". Zunehmend schwierig sei allerdings, dass der Nachwuchs seltener mit einer dualen Ausbildung das Berufsleben beginnt. Denn die Hälfte der Berufseinsteiger_innen kommt über den universitären Bereich. Hoffmann: "Wir müssen unsere Präsenz an den Hochschulen verbessern."

Das Studium, die Potenziale bei der dualen Ausbildung noch stärker in den Fokus nehmen und den Übergang vom Jugend- in den Erwachsenenbereich verbessern, sind die Ziele für dieses Jahr. Deshalb wird sich die DGB-Jugend auch beteiligungsorientiert in den Novellierungsprozess des Berufsbildungsgesetzes einschalten. Hier geht es unmittelbar um die Ausbildung und wie sie zukünftig geordnet wird – also ganz direkt um die Interessen der Mitglieder. "Gewerkschaftsjugend muss erlebbar sein", sagt Haggenmiller: "Entscheidend ist, dass junge Menschen spüren, dass es um ihre individuelle Situation geht."


(aus der Soli aktuell 2/2015, Autorin: Soli aktuell)