Deutscher Gewerkschaftsbund

Das ist ein öffentlicher Tarif: Die ver.di Jugend und der TVöD

Im Frühjahr 2016 startet die nächste Tarifrunde im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen – und das betrifft uns alle. Die ver.di Jugend wird bestens vorbereitet sein.

Die Tarifrunde im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen steht an, und die ver.di Jugend bereitet sich schon vor. Hier gute Abschlüsse zu erzielen, ist extrem wichtig: Denn es geht um die gute Ausbildung – und um gute und unbefristete Perspektiven danach. Und das ist das Fundament einer funktionierenden öffentlichen Verwaltung in den nächsten Jahren. Wie wichtig sie ist, weiß jeder, der mal versucht hat, in Berlin einen Termin beim Amt zu bekommen…

Deshalb holen die ver.di-Jugendlichen auch die Meinung der von ihr vertretenen Mitglieder ein. "Wir als Jugend sind nicht nur die Zukunft der Betriebe und Dienststellen, sondern auch der Gewerkschaft ver.di. Deswegen machen wir 2016 vor allem in Tarifrunden Alarm, und zwar noch stärker als bisher schon", sagen sie.

Was in den Tarifrunden 2016 konkret gefordert wird, sollen nicht "irgendwelche Funktionäre" bestimmen, sondern alle gemeinsam. Deshalb ist jetzt Austausch angesagt: Gefragt wird, mit welchen konkreten Problemen die jungen Leute im Ausbildungs- und Arbeitsalltag zu kämpfen haben. "Redet darüber, bei Versammlungen, Workshops oder mittags in der Kantine: Was geht so wie bisher einfach nicht mehr weiter, wo muss sich was genau ändern?" Jede und jeder einzelne solle und könne im eigenen Umfeld Diskussionen anstoßen. Wichtig sei, dass sich noch im Jahr 2015 so viele Mitglieder wie möglich an der Forderungsdiskussion beteiligen.

Der Hintergrund: Die Schere zwischen Haushaltslage und Löhnen bzw. Ausbildungsvergütung geht zusehends auseinander. Zwei Rechnungen spielen dabei eine Rolle:

  • Der Anstieg der Bruttolöhne und -gehälter wird für 2015 auf vier Prozent geschätzt, für 2016 und 2017 jeweils auf 3,5 Prozent. Ab dem 1. März 2016 haben die Kolleg_innen im Bereich des Tarifvertrags des öffentlichen Dienstes knapp ein Prozent weniger im Geldbeutel als die Beschäftigten der Bundesländer.
  • Im Jahr 2015 werden die Steuereinnahmen noch höher ausfallen als bisher erwartet: insgesamt um 6,8 Milliarden Euro. Von diesem "Steuertopf" entfallen insgesamt 1,1 Milliarden Euro auf den Bund und 0,6 Milliarden Euro auf die Kommunen.

Bis Februar 2016 soll diskutiert werden. Am 17./18. Februar 2016 wird die Jugend- und Bundestarifkommission der ver.di unseren Forderungskatalog an die Arbeitgeber beschließen. Im März 2016 beginnen die Verhandlungen.


http://besser-unbequem.de


(aus der Soli aktuell 12/2015, Autorin: Soli aktuell)