Deutscher Gewerkschaftsbund

Für gute Ausbildung: BBiG und Parlamentarischer Abend

BBiG-Kampagne: Die DGB-Jugend konfrontiert die Politik beim Parlamentarischen Abend in Berlin mit ihren Forderungen nach mehr Ausbildungsqualität.

Ausbildung besser machen

Es geht um die Zukunft in der Ausbildung: In den kommenden Monaten steht eine Überarbeitung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) an. Im aktuellen Koalitionsvertrag wurde zwar eine Stärkung der Ausbildungsqualität festgeschrieben, die größten Herausforderungen blieben aber bisher auf der Strecke. "Die Ausbildung muss endlich besser werden, wir brauchen mehr Qualität", sagt DGB-Jugend-Referent André Schönewolf. Denn "Gute Ausbildung für alle" ist derzeit nur ein frommer Wunsch: Finanzierungsfragen sind ungeklärt, die Weiterbildung ein weißer Fleck des Rechtssystems. Weder wurde die Zusammenarbeit von Berufsschule und Ausbildungsbetrieb – die Lernortkooperation – verbessert, noch wurden die Mitbestimmungsstrukturen fortentwickelt.

Einen ganz wichtigen Punkt markiert der Slogan "Praxis gut anleiten!" aus der BBiG-Kampagne der DGB-Jugend. Er bedeutet: Die Sicherung der Ausbildungsqualität muss eine zentrale Rolle einnehmen. Es braucht klare Vorgaben zur Verbesserung der Arbeit der Berufsbildungsausschüsse in Sachen Qualitätssicherung und verbindliche Strukturen wie etwa ein Anhörungsrecht des Berufsbildungsausschusses, modernisierte Standards zur Ausbildereignung und die feste Verankerung eines Unterausschusses zur Ausbildungsqualität. Auch die Ausbildungsberater_innen in den Kammern müssen berücksichtigt werden: Ihre Aufgaben und ihre Rolle müssen im BBiG konkretisiert und gestärkt werden.

Gerade hier liegen die tieferliegenden Schwierigkeiten der bisherigen Regelung: Die zuständigen Stellen für die Berufsausbildung, die Kammern, sind Körperschaften öffentlichen Rechts. Wollten sie Qualitätsansprüche durchsetzen, müssten sie sich im Konfliktfall gegen die eigenen Mitglieder stellen. Dies kann nur funktionieren, wenn im Bereich der Überwachung der Berufsbildung unmissverständliche und definierte Standards und Kriterien bestehen, die im Zweifel durch Klagemöglichkeiten aller Bänke in Berufsbildungsausschüssen kontrolliert werden können.

Die Gewerkschaftsjugend will die Politiker_innen an dieser Stelle zum Handeln bewegen. Deshalb wird am 24. November 2015 in Berlin ein Parlamentarischer Abend stattfinden, bei dem Jugendliche die Verantwortlichen zur Rede stellen können. Mit innovativen Methoden: Die Teilnehmer_innen können nach dem Speed-Dating-Prinzip Vertreter_innen der wechselnden Bundestagsfraktionen mit den Forderungen konfrontieren – Tempo und Dynamik haben noch nie geschadet!


24. November 2015. "Ausbildung besser machen!" Workshop und Parlamentarischer Abend, Hotel nhow, Stralauer Allee 3, 10245 Berlin. Infos: www.jugend.dgb.de

(aus der Soli aktuell 11/2015, Autorin: Soli aktuell)