Deutscher Gewerkschaftsbund

Die neuen Rechten: Worum es bei Pegida und CO. geht

DGB-Jugendsekretär Christian Begass hat ein Buch über Pegida und Co. geschrieben. Darum geht’s:

Was ist los auf den Straßen in Deutschland, und worin besteht die eigentliche Gefahr? Pegida ist ein Teil rechter Bewegungen (HoGeSa, AfD…), die wiederum Bestandteil eines Versuches sind, ein weiter nach rechts verschobenes und mithin wirtschaftsfreundliches Gesellschaftsprojekt zu etablieren. Das Schlüsselwort: der Begriff der "Ordnungsidee". Er wurde auch in faschistischen Zusammenhängen als Terminus für eine Neuordnung verwendet.

Klar wird: Es handelt sich nicht lediglich um ein paar deutschnationale Dummköpfe. Die Absichten reichen weiter, als es die vordergründige Ausländerfeindlichkeit und Islamophobie vermuten lassen: Es geht um die Herstellung einer Massenbasis, die dem fortgesetzten Abbau von sozialen und demokratischen Rechten auf breiter Linie zuträglich sein soll.

Der Angriff richtet sich daher auch gegen einen politischen Gegner, der für eine grundsätzliche Demokratisierung der Gesellschaft eintritt. Über das Wir-Gefühl und die Dämonisierung des "Anderen" kann die neoliberale Unordnung wunderbar verschleiert und soziale und politische Rechte können angegriffen werden.

Entwicklungen wie diese sind in ganz Europa zu beobachten – wir haben sie in unserem Buch exemplarisch an England, Frankreich und Italien dargestellt. Dabei ist die Vernetzung innerhalb der rechten Bewegungen sowie über Ländergrenzen beachtlich.


Phillip Becher, Christian Begass, Josef Kraft: Der Aufstand des Abendlandes. AfD, Pegida & Co.: Vom Salon auf die Straße, Papyrossa, Köln 2015, 130 S., 11,90 Euro


(aus der Soli aktuell 11/2015, Autor: Christian Begass)