Deutscher Gewerkschaftsbund

Jugend-Ergebnisse bei den Gewerkschaftstagen

ver.di- und IG Metall-Jugend waren auf den Kongressen ihrer Gewerkschaftsorganisationen erfolgreich.

Auf ihrem Gewerkschaftstag vom 18. bis 24. Oktober 2015 hat die IG Metall beschlossen, die Angebote für die junge Generation auszubauen. Das Thema Bildung wird weiter kampagnenförmig bearbeitet: Der Zugang zu Bildung sollte für jeden jederzeit offenstehen, unabhängig von Lebensphase und Portemonnaie. In dieselbe Kerbe schlägt die tarifvertragliche Regelung zur Bildungsteilzeit: Die Möglichkeiten, die sich aus dem Tarifvertrag für die berufliche Weiterentwicklung ergeben, sollen gemeinsam mit den Betriebsräten umgesetzt werden.

Jugendliche brauchen eine qualitativ hochwertige Ausbildung, klare Strukturen und eine existenzsichernde Ausbildungsvergütung. Es gibt Reformbedarf beim Berufsbildungsgesetz: Angestrebt werden der Rechtsanspruch auf Ausbildung und tarifliche Vergütungen auch in schulischer und außerbetrieblicher Ausbildung. Tarifliche Regelungen für dual Studierende sind immer noch die Ausnahme – sie müssen flächendeckend durchgesetzt werden. Beim Thema Arbeitszeit müssen Regelungen für junge Erwachsene in Sachen Work-Life-Balance gefunden werden.

"Wir müssen die Mitgliedergewinnung und Beteiligung der jungen Generation zur Kernaufgabe der Organisation und zur Chefsache erklären", sagt die Delegierte Cheyenne Todaro. Und diese junge Generation hört nicht an den Grenzen auf – mit einem Initiativantrag und einer Schilderaktion unterstrich die IG Metall-Jugend ihre Solidarität mit den Geflüchteten.

www.igmetall.de


Beim ver.di-Kongress vom 20. bis 26. September 2015 waren der ver.di Jugend zwei Dinge wichtig: Zunächst einmal die Stärkung der Jugendarbeit innerhalb der Gewerkschaft. Denn die einzelnen Fachbereiche werden oft von "Erwachsenen"-Themen dominiert. "Das Durchschnittsalter bei ver.di ist 52 Jahre. Da fällt die junge Generation oft schon mal durch", sagt ver.di-Bundesjugendsekretär Jan Duscheck.

Nun aber soll dies anders werden. Auf dem Kongress wurde beschlossen, dass Jugendthemen wie z.B. die Ansprache von Azubis bzw. junger Beschäftigter im Betrieb immer im Blick zu halten sind. Die Verantwortlichen in den ver.di-Fachbereichen haben sich verpflichtet, ihre Arbeit dahingehend zu überprüfen – quasi ein Jugendmainstreaming: Wo sind die Potenziale in Sachen junge Generation?

Passend dazu startet gerade die Aktivierungskampagne "Besser unbequem", die die verschiedenen Tarifrunden im kommenden Jahr begleiten soll.

Der zweite wichtige Punkt waren die Geflüchteten, die nach Deutschland kommen. Die ver.di Jugend will offene Grenzen auch in Zukunft, sichere Fluchtwege und eine gute Integration. Und geht ganz praktisch voran. Duscheck: "Wir bieten nun die Möglichkeit, dass man auch ohne Aufenthaltsstatus Mitglied bei ver.di werden kann."

www.besser-unbequem.de


(aus der Soli aktuell 11/2015, Autorin: Soli aktuell)