Deutscher Gewerkschaftsbund

BAföG: Das sagen wir

Die angekündigte BAföG-Anpassung ist gut, allerdings greift die Bundesregierung mit ihrem Entwurf zu kurz. Von Nelo Locke

Die angekündigte BAföG-Anpassung ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Allerdings greift die Bundesregierung mit ihrem Entwurf zu kurz: Die anvisierte Anhebung der BAföG-Sätze um sieben Prozent ab dem Herbst 2016 bleibt unterhalb des Anstieges der Preise und Einkommen. Die BAföG-Anhebung ist also erstens zu niedrig und zweitens zu spät.

Die Eckpunkte der Bundesregierung sehen aber wichtige Verbesserungen vor. Insbesondere die Anhebung des Kinderbetreuungs- und des Wohngeldzuschlags wird vielen Studierenden helfen. Auch sollen die strukturellen Förderlücken beim Übergang vom Bachelor zum Master geschlossen und den Studierenden Minijobs nun nicht mehr auf das BAföG angerechnet werden.

Trotzdem bleibt Reformbedarf beim BAföG: Nach sechs Nullrunden sind zwei ganze Bachelor-Generationen ohne eine BAföG-Erhöhung geblieben. Das BAföG als Herzstück der staatlichen Studienfinanzierung braucht dringend einen gesetzlich verankerten regelmäßigen und verlässlichen Inflationsausgleich, um künftig jahrelange Nullrunden zu vermeiden.


Nelo Locke ist Beraterin beim DGB-Jugend-Arbeitsbereich "Students at Work".


(aus der Soli 8-9/14, Autorin: Nelo Locke)