Deutscher Gewerkschaftsbund

Europas Jugend nicht im Stich lassen

Vom 9. und 11. Juli 2014 traf sich die europäische Gewerkschaftsjugend in Turin anlässlich des EU-Gipfels zur Jugendarbeitslosigkeit. Doch der wurde kurzfristig abgesagt. Ein Kommentar von DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller.

Außer Absichtserklärungen ist in den vergangenen Jahren so gut wie nichts zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit passiert. Die Absage des Turiner EU-Gipfels zur Jugendarbeitslosigkeit hat deshalb einen einfachen Grund: Die europäischen Regierungen haben beim Kampf gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit immer noch nichts vorzuweisen.

Dabei gäbe es viel zu bereden und zu tun. In Europa ist fast jeder vierte Jugendliche unter 25 ohne Arbeit, in einigen Ländern sind es sogar fast 60 Prozent. Insgesamt sind 26 Millionen junge Menschen in Europa ohne Job und ohne Perspektive. Nur weil die Krise aus den Nachrichten verschwunden ist, ist sie nicht überwunden.

Umso unverständlicher ist es, dass für die Jugendgarantie, die seit Anfang des Jahres gilt, immer noch kein Euro geflossen ist. Lediglich für Frankreich wurden vor ein paar Tagen Mittel freigegeben. Die Gründe hierfür müssen schnellstmöglich geklärt werden.

Wenn die extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit zu einem Dauerzustand wird, dann hat Europa keine Zukunft. Eine ganze Generation wird sich von der großen europäischen Idee verabschieden, wenn sie ohne Job und Ausbildung auf der Straße sitzt und niemand ihr hilft. Politik und Wirtschaft dürfen Europas Jugend nicht im Stich lassen.


Weitere Infos findet ihr unter http://jugend.dgb.de/-/pi3


(aus der Soli 7/14, Autor: Soli aktuell)