Deutscher Gewerkschaftsbund

Wir brauchen die Garantie

Ausbildungsstellen: Die Ergebnisse des Berufsbildungsberichts 2014 kommentiert die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack.

Der Ausbildungsmarkt befindet sich in einer handfesten Krise: Trotz einer robusten Konjunktur und steigender Schulabgängerzahlen haben wir 2013 einen historischen Tiefstand bei neuen Ausbildungsverträgen erreicht. Die Zahl der abgeschlossenen Verträge sank auf den niedrigsten Wert seit 1977 – und damals wurden nur die westdeutschen Bundesländer gezählt. Nur noch gut jeder fünfte Betrieb bildet aus. Von 816.000 ausbildungsreifen Bewerbern haben nur 530.700 einen Ausbildungsplatz bekommen. Somit ging rund jeder dritte Jugendliche bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz leer aus. Gleichzeitig konnten 33.500 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden.

Diese Zahlen zeigen: Es gibt massive Verwerfungen auf dem Ausbildungsmarkt. Einzelne Branchen haben große Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Dies gilt insbesondere für das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie das Bäcker- und Fleischerhandwerk. Gerade in dieser Branche aber findet man auch die schlechtesten Ausbildungsbedingungen. Fast jeder zweite Ausbildungsvertrag in Deutschland wird vorzeitig aufgelöst. Branchen, die für Jugendliche wieder attraktiv werden wollen, müssen ihnen gute Ausbildungsbedingungen, eine bessere Bezahlung und gute Perspektiven bieten.

Bund, Länder und Sozialpartner müssen die duale Berufsausbildung gemeinsam wieder stärken. Junge Menschen haben ein Recht auf eine gute Ausbildung. Eine gute duale Berufsausbildung ist zudem das Rückgrat der Innovationskraft unserer Betriebe.

Der DGB wird sich an der von der Bundesregierung angekündigten Allianz für Aus- und Weiterbildung beteiligen, wenn wir dadurch tatsächlich entscheidende Verbesserungen für die Ausbildungschancen der Jugendlichen vereinbaren können. Wir müssen endlich eine Ausbildungsgarantie umsetzen, die Warteschleifen im Übergang von der Schule in den Beruf abbauen und die Qualität der Ausbildung auf die Tagesordnung setzen. Ein schlichtes "Weiter so" darf es angesichts der Verwerfungen auf dem Ausbildungsmarkt nicht geben.

(aus der Soli 5/14, Autorin: Elke Hannack)