Deutscher Gewerkschaftsbund

Jugend beim Kongress: Konstruktiv und selbstbewusst

Die Gewerkschaftsjugend bringt auf dem 20. DGB-Bundeskongress in Berlin starke Forderungen ein.

Arbeit. Gerechtigkeit. Solidarität" – so lautet das Motto für den 20. DGB-Bundeskongress, der dieses Jahr vom 11. bis 16. Mai im neuen Berliner CityCube stattfindet. 400 Delegierte werden über gut 200 Anträge abstimmen. Der Bundeskongress ist das oberste Beschlussorgan des DGB, er findet alle vier Jahre statt.

Mit als erstes wählen die Teilnehmer_innen einen neuen Bundesvorstand. Denn der langjährige DGB-Vorsitzende Michael Sommer wird nicht zur Wiederwahl antreten. Der Vorstand wird auch verkleinert. Nicht mehr aus fünf, sondern nur noch aus vier Mitgliedern wird er bestehen. Reiner Hoffmann als Vorsitzender, Elke Hannack als Stellvertreterin, Annelie Buntenbach und Stefan Körzell heißen die Kandidat_innen. Dann werden die Leitlinien für die Zukunft festgelegt.

Und was macht die Jugend? Verdammt stark auftreten: Sie lässt sich von insgesamt 53 Delegierten unter 27 Jahren vertreten. "Das sind sehr viele", freut sich Florian Haggenmiller. Denn laut Satzung sollten es eigentlich nur 37 sein.

Dass es mehr sind, wertet der DGB-Bundesjugendsekretär als Zeichen für die gewachsene Bedeutung der Gewerkschaftsjugend innerhalb der Organisationen. Dieses Gewicht soll nun auch genutzt werden. 37 Anträge hat der DGB-Bundesjugendausschuss ans "Parlament der Arbeit", wie der Bundeskongress genannt wird, überwiesen. Manch einer kann es vielleicht nicht mehr hören, aber es stimmt: Junge Menschen werden verhältnismäßig stark benachteiligt. Ob bei der Bezahlung, der Beschäftigungsform oder mit der kommunalen Schuldenbremse, die Clubs und Schwimmbäder kosten kann: Auf vielen Gebieten wird sich auf Kosten der Jugend saniert. So geht’s nicht, liebe Gesellschaft: Mit der Rolle auf der Ersatzbank werden wir uns nicht abfinden. Die Gewerkschaftsjugend wird ihren Forderungen nach einer Ausbildungsgarantie, der Ausbildungsumlage und mehr Bildungsgerechtigkeit auf dem Kongress ordentlich Nachdruck verleihen.

Darum geht’s der Jugend:

  • Bildung und Beschäftigung – mehr Gerechtigkeit, eine BAföG-Reform, die genannte Garantie
  • Spezielle Jugendthemen wie die völlige Gleichstellung eingetragener Lebensgemeinschaften
  • Politik und Gesellschaft – zum Beispiel Verbesserung der paritätischen Finanzierung von Sozialkassen und die Abschaffung des unseligen Betreuungsgeldes.


Daneben ist eine Aktion zum Thema Mindestlohn geplant. Die Gewerkschaftsjugend spricht sich hier klar gegen Ausnahmen bei den gesetzlichen Regelungen aus. "Wir wollen eine Duftmarke in der Gesamtorganisation setzen", sagt Haggenmiller. "Wir freuen uns auf die Diskussionen. Konstruktiv und selbstbewusst."


11. bis 16. Mai 2014. 20. DGB-Bundeskongress. CityCube, Messedamm 22, 14055 Berlin. Infos: www.dgb.de


(aus der Soli 4/14, Autor: Soli aktuell)