Deutscher Gewerkschaftsbund

Fair statt prekär

Die Gerechtigkeitswoche in Berlin. Von Steffi Profus

Fair statt prekär – Gewerkschaftsstrategien für gute Arbeit weltweit": Dieses Motto war Programm bei der internationalen Themenwoche "Zeit für Gerechtigkeit" vom 10. bis 13. März 2014 bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin.

Im Zentrum: eine zweitägige Diskussionsrunde, die Analytiker_innen und Menschen aus der gewerkschaftlichen Praxis die Chance gab, gemeinsam nach Wegen zu suchen, um prekär Beschäftigte zu organisieren und die bestehenden Netzwerke auszubauen, damit ihre Inte¬ressen besser vertreten werden können. Mit dabei: DGB-Vorstandsmitglied Reiner Hoffmann, Thorben Albrecht, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, und Kari Tapiola von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). In Workshops wurden neben den ganz großen Sachen auch Themen wie "grüne", d. h. nachhaltige Jobs diskutiert und natürlich ausgelotet, welche Handlungsmöglichkeiten Gewerkschaften haben.

Überall stellen sich Gewerkschaften den schlechten Beschäftigungsverhältnissen entgegen und entwickeln innovative Ansätze, um die Interessen arbeitender Menschen zu verteidigen. Oft wird ihre Arbeit verfolgt, wenn nicht kriminalisiert: Denn ebenfalls allerorten nimmt die Zahl der prekären Arbeitsverhältnisse zu. Ob im Norden oder im Süden: Es dominieren Unsicherheiten bezüglich der Dauer eines Arbeitsverhältnisses, die Bedrängnis, mehrere Jobs gleichzeitig bei niedrigen Löhnen – so sieht sie aus, die prekäre Arbeit weltweit. Vielfach spielt schon die generelle Umsetzung der sozialen und politischen Menschenrechte eine Riesenrolle.

Da müssen die Gewerkschaften ran: Manche Referent_innen bezeichneten sie als "Kern einer neuen sozialen Bewegung", ihnen werden viele Möglichkeiten im Hinblick auf Strategiebildung und Macht zugeschrieben. Vielleicht weil andere Institutionen fehlen – und sich bemerkbar macht, dass internationale Vorschriften etwa für die Leiharbeit oder Outsourcing Mangelware sind oder bestehende Konventionen wie die der ILO einfach unterlaufen werden.

Kenntnisreich moderiert wurden die Veranstaltungen u.a. von Soli-extra-Redakteurin Beate Willms. Draußen im Foyer setzte Künstler Jim Avignon mit seinen Bildern schonungslos die weltweite Ausbeutung in Szene! Die Probleme sind erkannt – lasst sie uns anpacken!


Weitere Infos: www.fes.de/gerechtigkeitswoche/#Prekär


(aus der Soli 4/14, Autorin: Steffi Profus)