Deutscher Gewerkschaftsbund

Mitgliederentwicklung: Wir organisieren uns

Die Jugend muss heute nicht lange überredet werden, um  in die Gewerkschaft einzutreten. Die zwei passen zusammen.

Wir werden mehr! 2,6 Prozent legen die jugendlichen Mitglieder bis 27 Jahre in den Gewerkschaften im Vergleich zum Vorjahr zu. Ihr Anteil an der Zahl der ge¬samten Mitglieder ist damit nun schon auf 8,3 Prozent gestiegen. In absoluten Zahlen: Die Gewerkschaftsjugend besteht zurzeit aus 510.000 Menschen!

Ein starker Trend. Zugelegt hat zum Beispiel die ver.di Jugend, das vierte Jahr hintereinander. Nun hat sie schon 113.474 Mitglieder. "Diese starke Gewerkschaftsjugend ist ein Erfolg unserer Aktiven und ein Gewinn für alle Auszubildenden, Studierenden und jungen Beschäftigten im Dienstleistungsbereich", sagt ver.di-Bundesjugendsekretär Jan Duscheck.

Auch die IG Metall Jugend hat sich vergrößert. Mit einem Plus von 1,8 Prozent sind dort nun rund 227.000 Menschen unter 27 Jahren organisiert. Überdurchschnittlich sind die Zuwächse der NGG, GdP, GEW wie auch der IG BCE. Einen schier galaktischen Sprung legt die Transportgewerkschaft EVG hin: Hier beträgt der Zuwachs im Jugendbereich 20,2 Prozent.

"Eine tolle Entwicklung", findet DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller. In den Bereichen Ausbildung und Studium würden die Gewerkschaften als Expertenorganisationen angesehen. Da wären zum einen die Angebote wie "Dr. Azubi" und "Students at work", die nun Früchte tragen. Studierende zieht es – anders als früher – stark in die Gewerkschaften.

Daneben fahren die Gewerkschaftsjugenden sehr erfolgreiche Kampagnen, wie etwa derzeit die IG Metall Jugend mit ihrer "Revolution Bildung". Im Handel erleben junge Leute gerade, wie eine große Gewerkschaft wie ver.di im Streik agiert. In der Jungen Gruppe der GdP war die Kampagne "Auch Mensch" für die Sicherheit der Kolleg_innen der Hit. "Junge Leute werden bei uns ernstgenommen. Das werden sie woanders nicht", sagt Haggenmiller.

Allen Initiativen gemein ist: Sie konzentrieren sich auf die Belange der jungen Beschäftigten, und sie werden mit sehr professionell genutzten digitalen Medien unterstützt. Ganz wichtig: Jugend-Interessen werden auch in Tarifvereinbarungen festgeschrieben. Und es gibt Generationentarifverträge, eben nicht nur für jahrelang existierende Stammbelegschaften, sondern auch für junge Beschäftigte. Haggenmiller: "Hier hat ein Bewusstseinswandel eingesetzt." Die Formel des Erfolgs: Glaubwürdigkeit. "Wir reden nicht darüber, dass die Jugend die Zukunft ist. Wir leben das."

Für die anstehende Betriebsratswahl ruft er zur Beteiligung auf: "Junge Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter haben hier die Chance, sich ganz besonders einzubringen." Denn mit verjüngten Betriebsräten könnte sich die Dynamik der Gewerkschaften in den Betrieben durchaus weiter entfalten. IG BAU-Vorstandsmitglied Carsten Burckhardt sagt: "Viele zusammen können das schaffen, was der Einzelne nicht vermag. Gewerkschaft tickt ehrenamtlich!" 


(aus der Soli 3/14, Autor: Soli aktuell)