Deutscher Gewerkschaftsbund

Erinnern heißt kämpfen: Das Engagement der DGB-Jugend in Bayern

Die DGB-Jugend Bayern und das Gedenken in Corona-Zeiten.

© DGB-Jugend Bayern

Solidarisch sein heißt Erinnern: In Corona-Zeiten auch digital.

Die DGB-Jugend Bayern war aufgrund der angespannten Corona-Situation gezwungen, ihre traditionellen Gedenkveranstaltungen zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus in den digitalen Raum zu verlegen. Normalerweise finden in Bayern anlässlich des Jahrestages der November-Pogrome im Jahr 1938 zwei zentrale Gedenkveranstaltungen statt: in der KZ-Gedenkstätte Dachau und auf dem Gelände des ehemaligen KZ Flossenbürg. Stattdessen veröffentlichte die DGB-Jugend Bayern 75 Jahre nach Kriegsende ihre Botschaften unter dem Motto "Erinnern heißt kämpfen" auf ihren Social-Media-Kanälen.

Dort sind nun entsprechende Informationen zu finden; außerdem gibt es Videobotschaften zum Gedenken, z. B. von Annette Ramelsberger, Gerichtsreporterin bei der "Süddeutschen Zeitung" und diesjährige Gedenkrednerin. Sie hatte in ihrer Ansprache anlässlich des Gedenktages vor rechter Gewalt gewarnt und mit Blick auf das Attentat eines extrem Rechten in Halle gesagt: "Auch zu Hause kann es durchaus klamm werden. Dann, wenn man sich ein wenig vor Augen führt, was in den letzten 12, 13 Monaten in diesem Land geschehen ist."

In Landshut konnte anstatt eines Gedenk-Weges durch die Stadt eine Gedenk-Andacht in der dortigen Christuskirche stattfinden. Die Andacht wurde gemeinsam mit dem BDKJ-Kreisverband Landshut-Stadt und der Evangelischen Jugend Landshut organisiert.
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Bereits im September fand die Veranstaltung zum Gedenken an das rechtsterroristische Oktoberfest-Attentat vom 26. September 1980 in München statt. Im Mittelpunkt des Gedenkens standen die Betroffenen. Anlässlich des 40. Jahrestages kamen neben dem Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) auch erstmals Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Erst im Juli 2020 war das Attentat mit der Einstellung des Gerichtsverfahrens erstmalig von der Bundesanwaltschaft als eindeutig rechtsterroristisch eingestuft worden – ein längst überfälliges Ergebnis!

Das Gedenken wird seit über 38 Jahren von der DGBJugend München organisiert, in diesem Jahr zusammen mit der Landeshauptstadt München. Zum Jahrestag hat die DGB-Jugend in Kooperation mit dem Kreisjugendring München-Stadt und der Mediaschool Bayern gemeinsam mit Betroffenen des Attentats eine Kurz-Doku produziert, zu sehen auf
www.erinnernheißtkämpfen.de


(aus der Soli aktuell 1/2021, Autorin: Soli aktuell)