Deutscher Gewerkschaftsbund

Verbessert eure Ausbildung!

Max Ilmberger ist Maurer und engagiert sich für die Auszubildenden.

© Privat

IG BAU-Mitglied Max Ilmberger, 22, ist Maurer in Bayern und in den Gremien der jungen BAU aktiv.

Max, alles prima auf dem Bau?
Die Ausbildungsbedingungen im Handwerk müssen sich auf jeden Fall bessern. Im Bauhauptgewerbe haben wir ja super Tarifverträge, dank denen wir die höchsten Ausbildungsvergütungen haben. Allerdings bekommen wir die nicht geschenkt, die letzten beiden Tarifverhandlungen waren schwer für uns und haben erst ein Ende durch Schlichtersprüche gefunden. Die Baustellen sind oft weiter weg. In der Ausbildung bin ich immer gegen 6 Uhr losgefahren, um pünktlich da zu sein. Nach Hause gekommen bin ich fast nie vor 18 Uhr, da wir bis 17.30 Uhr gearbeitet haben.

Was müsste dringend verbessert werden?
Das Image des Auszubildenden müsste sich ändern. Im Moment werden sie oft als billige Arbeitskräfte angesehen, machen die einfachen Aufgaben oder dürfen aufräumen. Oder sie werden schon zu früh wie eine ausgelernte Fachkraft behandelt: Dann werden ihnen z. B. mehrere Helfer_innen zugeteilt und sie sollen eine ganze Baustelle übernehmen. Das darf nicht sein!

Was würdest du jungen Leuten raten, wenn sie sich in ihrem Beruf engagieren wollen?
Als erstes solltest du dich in deiner Gewerkschaft mit anderen Auszubildenden/jungen Leuten austauschen und vernetzen. Bei uns im Bauhauptgewerbe werden gerade die Ausbildungsberufe reformiert, hier könnte sich jeder einbringen und sehr viel für die Ausbildung in den kommenden Jahren machen. Wenn die eigene Firma einen Betriebsrat und mehr als fünf Auszubildende hat, kann man eine Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) wählen und sich für eine bessere Ausbildung einsetzen.

Wie bist du selbst aktiv?
Ich war bis vor kurzem JAVi und stellvertretender Vorsitzender unserer Gesamt-JAV. Vor Ort bin ich in meiner Gewerkschaft, der IG BAU aktiv.

Wie kamst du dahin?
Im zweiten Ausbildungsjahr ist unsere damalige Jugendbildungsreferentin in die Berufsschule gekommen und hat uns einiges über die Gewerkschaft erzählt. Ich und zwei weitere Kollegen fanden das so gut, dass wir sofort beigetreten und aktiv geworden sind. Und in die JAV: Ein Jahr nach meiner Ausbildung wechselte ich in meine jetzige Firma. Als mein Vertrag unterschrieben war, bin ich gleich ins Büro der Betriebsratsvorsitzenden, um mich vorzustellen. Sie hat mich zu einer Veranstaltung der Gesamt-JAV eingeladen, um die Kolleg_innen und die Firma kennenzulernen. Ich lernte viel über Betriebsrat und JAV. Danach wollte ich JAVi werden und anderen in ihrer Ausbildung helfen.

Sag mal, warum bist du eigentlich Maurer geworden?
Weil ich schon immer auf den Bau wollte. Ich kann jeden Abend sehen, was meine Kolleg_innen und ich gemacht haben und am Ende steht ein Haus da! Das macht mich jedes Mal stolz. Es freut mich, wenn die Baustelle fertig ist!


(aus der Soli aktuell 1/2021, Autorin: Soli aktuell)

Handwerk im Ausbildungsreport 2020