Deutscher Gewerkschaftsbund

Gesundheits- und KrankenpflegerIn

Echte Hilfe kommt von Herzen

Als Gesundheits- und KrankenpflegerIn versorgt und pflegt man Kranke und Bedürftige, führt ärztlich veranlasste Maßnahmen aus, dokumentiert Patientendaten, assistiert bei Untersuchungen und Behandlungen. Täglich sieht man Leiden und Schmerz – aber man hilft den Patienten auch, möglichst bald gesund wieder nach Hause zu kommen. So lernt man das Leben kennen – mit allen Höhen und Tiefen.

"Wenn um vier Uhr der Wecker klingelt, daran muss man sich erst gewöhnen." Doch Alexander Kling mag seine Frühschicht: "Die U-Bahn ist morgens noch nicht so überfüllt – und wenn ich mittags die Klinik verlasse, hab ich noch was vom Tag!" Und schließlich weiß der Gesundheits- und Krankenpfleger im 2. Ausbildungsjahr, dass es Wichtigeres gibt als Ausschlafen: An seinem Ausbildungsplatz, dem Berliner Vivantes Klinikum Neukölln, sind zahlreiche Patienten auf seine Hilfe angewiesen. Also ist er mit ganzem Herzen dabei.

Zu Beginn des Arbeitstages klärt Alexander mit dem Nachtdienst wesentliche Fragen: Wie ist der Zustand jedes einzelnen Patienten? Wer hat heute eine Operation? Wer braucht besondere Hilfe? Nach dem Wecken werden je nach Patientenakte wichtige Werte wie Blutdruck gemessen, bei Bedarf werden Wäsche und Hilfsmittel ausgewechselt. Dabei werden alle Schritte notiert. Wer Probleme beim Waschen hat, bekommt Unterstützung.

Falls eine Operation ansteht, werden die nötigen Unterlagen, Laborwerte und Röntgenbilder zusammengestellt und der Transport in den OP organisiert. Dann gibt der 24-Jährige auf Tabletts das Frühstück aus – und nimmt sich besonders Zeit für Patienten, die Probleme beim Essen und bei der Medikamenteneinnahme haben. Ganz egal was passiert – Alexander ist dabei. Bevor schon wieder das Mittagessen vorbereitet wird, hat er endlich Zeit, selber eine Kleinigkeit zu frühstücken.

Alexander beklagt den Mangel an Arbeitskräften im Pflegebereich: "Fast alle Stationen sind chronisch unterbesetzt". Deshalb müssen sich immer weniger Pfleger/innen um immer mehr Patienten kümmern. Für ein wirkliches Gespräch ist selten Zeit. "Man sieht den Menschen nicht mehr", so Alexander, "das Krankenhaus wird immer mehr zum Geschäft". Deshalb wünscht er sich, dass mit zusätzlichen Ausbildungsplätzen auch neue Perspektiven geschaffen werden, denn, "wenn an Gesundheit und Jugend gespart wird, sieht es ganz schön düster aus".

Doch Alexander Kling steht zu seiner beruflichen Entscheidung. Nach Abitur und Zivildienst wollte er nicht untätig in überfüllten Uni-Hörsälen herumsitzen und entschied sich stattdessen für den praktischen Weg. Bereits bei seinem Pflegepraktikum sprang der Funke über: "Täglich erlebt man Überraschungen, trifft neue Menschen. Anderen helfen, gesund zu werden, ganz nah am Leben dran sein – da wusste ich: Das macht wirklich Sinn. Das will ich machen!"