Deutscher Gewerkschaftsbund

Ich bin schwanger - und nun?

Du bist durch die Schwangerschaft in einer neuen, vielleicht unerwarteten Lebenssituation. Möglicherweise bist du in einer festen Beziehung mit dem Vater, vielleicht aber auch alleinerziehend.

Bauch einer Schangeren

© Fancy

Auf jeden Fall gilt es nun, in Ruhe abzuwägen, ob du dir ein Leben mit Kind vorstellen kannst oder ob du die Schwangerschaft abbrechen möchtest.

  • Du möchtest das Kind bekommen: Jetzt steht deine Gesundheit an erster Stelle. Deshalb sind regelmäßige Untersuchungen im Laufe der Schwangerschaft vorgeschrieben. Diese macht deine Frauenärztin bzw. dein Frauenarzt oder eine Hebamme. Dein Ausbildungsbetrieb ist verpflichtet, dich ohne Kürzung der Ausbildungsvergütung von der Arbeit freizustellen, wenn diese Untersuchungen nur während der Arbeitszeit möglich sind. Du musst den Betrieb deinerseits aber rechtzeitig über diese Termine informieren.
  • Bei allen Fragen rund um die Schwangerschaft und die körperlichen Veränderungen kannst du dich an deine/n Frauenärztin/-arzt bzw. deine Hebamme wenden. Eine gute Informationsquelle ist auch das Internet.
  • Die Schwangerschaftsberatung hilft dir hingegen bei eher organisatorischen Fragen: Welche finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten gibt es? Welche Aufgaben kommen auf dich zu? Welche Ämtergänge stehen wann an? Du solltest diese Beratung unbedingt frühzeitig wahrnehmen, denn sie kann sehr hilfreich sein, dir Tipps geben und dich bei der Planung der anstehenden Aufgaben unterstützen. Die Beratung ist in der Regel kostenlos. Adressen von Schwangerschaftsberatungsstellen Schwangerschaftsberatungsstellen findest du in der Linkliste am Ende der Broschüre.
  • Du hast Zweifel: Falls du nicht weißt, was du tun sollst und ob du einem Leben mit Kind schon gewachsen bist, solltest du zu einer so genannten »Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle « gehen. Die Berater/-innen helfen dir dabei, dir Klarheit zu verschaffen und suchen mit dir nach einem für dich geeigneten Weg. Die Beratung ist meist kostenlos.
  • Der Schwangerschaftsabbruch: Wenn du sicher bist, dass du die Schwangerschaft abbrechen möchtest, ist dies bis zur zwölften Woche nach Empfängnis (14. Schwangerschaftswoche) möglich. Für einen Abbruch benötigst du in jedem Fall einen Nachweis über die Schwangerschaftskonfliktberatung. Diese bieten die meisten anerkannten Beratungsstellen kostenlos an. Die Kosten für den Abbruch werden von der Krankenkasse bei Frauen mit geringem Einkommen übernommen.
  • Die Alternative der Adoption: Einerseits möchtest du die Schwangerschaft nicht abbrechen. Andererseits ist es dir auch nicht möglich, für ein Kind zu sorgen. In dieser Situation kannst du das Neugeborene zur Adoption frei geben. Das Jugendamt wird dann sorgfältig geeignete Eltern für das Kind suchen. Auch hier beraten dich die Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen.

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