Deutscher Gewerkschaftsbund

Kündigung Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen

Hallo,

Ich bin in meinem zweiten Ausbildungsjahr und seit mehreren Wochen immer wieder aus psychischen Gründen krankgeschrieben. Da der Hauptgrund für diese Probleme hauptsächlich vom Ausbildungsplatz herrührt, würde ich gerne das Ausbildungsverhältnis beenden.

Nun ist meine Direktorin aber der Meinung, dass gesundheitliche Gründe für eine fristlose Kündigung nicht ausreichend sind und im Eigenverschulden lägen, allerdings bin ich davon ausgegangen, dass es in jeglicher Art der Ausbildung rechtens wäre unter diesen Bedingungen aufzuhören. Sie droht nun mit ihrem Anwalt, da die Schule privat ist (staatlich anerkannt) und sie die weitere Zahlung erzwingen will.

Im Ausbildungsvertrag sind mehrere Gründe gelistet, weshalb eine fristlose Kündigung möglich wäre, jedoch wird unter keinem Punkt das Thema Gesundheit angesprochen.

Ich habe gehört, dass man sich von einem Arzt bestätigen lassen kann, dass eine weitere Anstellung aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist und man diesen Nachweis der Kündigung beilegen kann.

Besteht die Möglichkeit sich vom Ausbildungsplatz zu lösen oder muss ich tatsächlich bis Ende des Semesters (was weitere 4 Monate wären) bleiben?

Mit freundlichen Grüßen,

Alicia

alicia_kil: 24.11.2022 |
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  • RE: Kündigung Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen

    Hallo lieber Azubi,

    schön, dass du dich an Dr. Azubi wendest. du könntest deine Ausbildungwechseln wenn du eine andere Firma hast die dich einstellen würde. Eine "Ausbildungspause" oder Unterbrechung gibt es im wörtlichen Sinne zwar nicht, aber du kannst dich selbstverständlich krankschreiben lassen und so erst einmal aussetzen, denn wenn du krankgeschrieben bist, bist du krankgeschrieben. Daher hast du dich vollkommen korrekt verhalten, indem du dich erst einmal um deine Gesundheit kümmerst. 

    Wenn dein Arzt dich länger krankschreiben würde, damit du z. B.  eine Therapie oder so machen könntest, hast du zunächst einmal Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (§ 3 Entgeltfortzahlungsgesetz). Erst wenn du länger als 6 Wochen krank bist, bekommst du Krankengeld von deiner Krankenkasse.

    Worauf du dich zudem gefasst machen solltest, wenn du sehr lange krankgeschrieben bist, ist, dass dein Arbeitgeber den medizinischen Dienst der Krankenkasse einschalten kann. Der überprüft dann die Diagnose deines Arztes. Das ist aber keine Schikane oder Druckausübung, sondern ganz normale Routine. Zudem unterliegt der Arzt der Krankenkasse natürlich auch der ärztlichen Schweigepflicht und darf deinem Arbeitgeber nur mitteilen, ob du arbeitsfähig bist oder nicht.

    ch wünsche dir alles Gute für deine Gesundheit und deine weitere Ausbildung - dass du dich bald wieder besser fühlst.

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi

    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Hier kannst du Mitglied einer Gewerkschaft werden: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden



    Dr. Azubi: 26.11.2022


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