Deutscher Gewerkschaftsbund

Ausbildung Minderjähriger arbeitszeit …

Hallo,

meine Frage lauter Folgendes ich habe bis jetzt in der Ausbildung 7 Stunden plus 1 Stunde Pause gehabt also insegesamt 8 Stunden 

nun folgende Frage mein Chef kam heute zu mir hat meine Arbeitszeiten komplett angepasst ich muss jetzt 8 Stunden arbeiten und 1 Stunde Pause das heißt insgesamt 9 Stunden seine Begründung war folgendes : das die Pause nicht als Arbeitszeit gerechnet wird und ich auf meine 40 Stunden kommen muss ist das so erlaubt ? Ich komme so doch auf über 40 Stunden 

zweite Frage wäre folgendes ich habe am Anfang dort ein Minijob gemacht und habe von dort aus -25 Stunden auf meinem Zeitkonto also Saldo zum monatsbeginn ist -25 da ich dort eine Ausbildung angefangen habe frage ich michz jetzt wieso ich immernoch -25 Stunden habe das ist doch ein ganz neuer Vertrag und somit sollten doch meine minussstunden theoretisch weg sein bzw. auf null sein ist das so erlaubt darf er mir dsd in meine Ausbildung mit reinreichnen 

Mit freundlichen Grüßen 

Meto57: 22.11.2022 |
  • RE: Ausbildung Minderjähriger arbeitszeit …

    Hallo!

    Vielen Dank für deine Nachricht im Forum! Wir freuen uns, dass du dich mit deinem Anliegen an uns wendest und ich hoffe ich kann dir weiterhelfen.

    Zuerst einmal einige Informationen, zu Arbeitszeiten für Minderjährige. Für Minderjährige gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG). Die Arbeitszeit für Jugendliche ist nach Jugendarbeitsschutzgesetz auf acht Stunden täglich und auf vierzig Stunden in der Woche begrenzt. Beträgt die Arbeitszeit an einzelnen Tagen weniger als acht Stunden, können minderjährige Azubis an den anderen Arbeitstagen derselben Woche bis zu achteinhalb Stunden beschäftigt werden (§ 8 Jugendarbeitsschutzgesetz). Das gilt auch, wenn für Azubis eine Gleitzeitregelung gilt.

    Deine Arbeitszeit muss durch im Voraus feststehende Pausen unterbrochen werden (§ 11 Jugendarbeitsschutzgesetz). Bei einer Arbeitszeit zwischen viereinhalb und sechs Stunden hast du Anspruch auf mindestens eine halbe Stunde Pause, bei höheren Arbeitszeiten muss die Pause mindestens eine Stunde betragen.

    Zwischen 20 und 6 Uhr darfst du nicht beschäftigt werden. Es gibt jedoch Ausnahmen für bestimmte Gewerbezweige - zum Beispiel im Gastgewerbe und Bäcker - und für den Schichtbetrieb (§ 14 Jugendarbeitsschutzgesetz). Zwischen Arbeitsende und Arbeitsbeginn müssen mindestens zwölf Stunden ununterbrochener Ruhezeit liegen (§ 13 Jugendarbeitsschutzgesetz)

    Für Jugendliche gilt grundsätzlich die Fünf-Tage-Woche (§ 15 Jugendarbeitsschutzgesetz). Der Samstag ist arbeitsfrei (§ 16 Jugendarbeitsschutzgesetz). Das gilt selbstverständlich auch für den Sonntag und für Feiertage (§§ 17,18 Jugendarbeitsschutzgesetz). Ausnahmen von diesem Arbeitsverbot gibt es in Branchen wie der Gastronomie und der Landwirtschaft. Hier gelten spezielle Regelungen: Wirst du an einem Sonntag beschäftigt, muss dir in derselben Woche ein Ersatzruhetag gewährt werden. Wirst du an einem Feiertag beschäftigt, der auf einen Werktag fällt, muss dir innerhalb derselben oder der folgenden Woche ein Ersatzruhetag gewährt werden. Und: Am 25. Dezember, am 1. Januar, am ersten Osterfeiertag und am 1. Mai dürfen Jugendliche unter keinen Umständen beschäftigt werden!

    Immer wieder gibt es Azubis, die plötzlich von ihrem Ausbilder erfahren, dass sie Minusstunden angesammelt hätten. In der Regel ist diese Berechnung von Minusstunden nicht rechtens. Denn die Ausbildungsvergütung muss weitergezahlt werden, wenn die Ausbildung aus Gründen, für die du nichts kannst, ausfällt, obwohl du bereitstehen würdest (§19 Berufsbildungsgesetz). Klassisches Beispiel: Dein Ausbilder schickt dich Heim, weil nichts mehr zu tun ist. Oder du bekommst einen Anruf, dass du gar nicht erst kommen sollst. In diesen Fällen bist du bezahlt freigestellt und sammelst keine Minusstunden an. Denn du hast ein Recht darauf, die festgelegte tägliche Arbeitszeit auch zu arbeiten und zu lernen, und wenn es nichts zu tun gibt, kann sich dein Ausbilder ja Lernaufgaben für dich ausdenken: Du bist schließlich Azubi.

    Ob die Minusstunden in deinem konkreten Fall rechtens sind, kann ich aus der Ferne schlecht eindeutig beurteilen. Da kommt sehr auf die Details im Einzelfall an, vor allem auf die konkrete vertragliche Regelung dazu.

    Wenn du Sicherheit haben möchtest, würde ich dir empfehlen bei dir bei deiner Gewerkschaft vor Ort, Rat einzuholen. Hier ein Kontakt für dich:

    ver.di – Bezirk Krefeld

    Virchowstr. 130a

    47805 Krefeld

    Tel.: 02151 8167-0

    E-Mail: service-mitte.nrw@verdi.de

    Da kannst du anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst. Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi

    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 24.11.2022


Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.

  
  
  

Ich habe die Datenschutzerklärung der DGB-Jugend gelesen.

Achtung: Aktuelle Infos!