Deutscher Gewerkschaftsbund

Achtung: Aktuelle Infos!


Wechsel des Ausbildungsbetriebs

Hallo,

ich habe im September eine Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik begonnen. Schnell musste ich feststellen, das der Betrieb und das Betriebsklima überhaupt nicht zu mir passt. Ständig haben sich alle gestritten und einen gegen die anderen aufgehetzt. Im Oktober konnte ich dann meiner Wunschausbildung nachgehen und somit einer Ausbildung zum Kaufmann beginnen. Die ersten 2 Wochen war alles in Ordnung, bis ich bemerkt habe, das die anderen sich lächerlich über mich machen( Einer von Ihnen hatte vergessen Skype zu schließen und somit konnte ich die Nachricht über mich lesen ). Ich wollte drüber stehen, obwohl es für mich schon sehr unangenehm war. Kurz darauf fing an mein Chef mich ständig anzuschreien, obwohl ich nicht mal etwas getan hatte. Sobald ich anfange zu telefonieren mit den Kunden, fangen die anderen an zu lachen und mich zu beobachten. Es war sogar schon so weit, das ich zu Ihnen sagen musste, das wenn sie ein Problem haben, mir es auch ins Gesicht sagen können. Laut meinem Arbeitsvertrag habe ich eine 40h Woche. Ich bin immer der erste der kurz nach 7 da ist. Ich habe absolut kein Problem mit Überstunden aber jeden tag von kurz nach 7 bis 18 /18.30 Uhr ist einfach zu viel, vor allem weil ich einfach auch noch über 1std Heimweg habe. Meinen Chef interessiert das einfach nicht, jedes mal brüllt er mich dann an, wenn ich frage ob ich heute pünktlich gehen kann, das ich dann zu gehen habe, wenn die anderen gehen, allerdings fangen die erst um 8, halb 9 an (gleitzeit). Natürlich habe ich seit Oktober auch dementsprechend Überstunden aufgebaut, allerdings bekam ich nach Silvester die Information, das mein Chef (ohne meines Wissens) mir für 1 Tag Überstunden abgezogen hat und ich hätte nun anscheindend 16 Minusstunden. Ich bin dann zu ihm in das Büro, weil das absoult nicht sein konnte und auch hier wurde ich wieder angebrüllt und aus seinem Büro geschmissen mit den Worten: "RAUS!! ich hab keine Nerven auf dich". Ich wollte das aber nicht auf mir sitzen lassen und bin daher ein paar Tage später wieder auf ihn zu gegangen um dies zu klären. Ich hatte ihm allerdings dieses mal gesagt gehabt, das ich das dann eben anderweitig von der IHK überprüfen lasse. Nach ca. 2 std. kam er dann zu mir und meinte das ich plötzlich doch noch 8 Überstunden hätte. Letzte Woche war dann der Punkt gekommen wo ich angefangen habe wirklich an der Ausbildung zu zweifeln. Ich wollte mir kurz was zum Trinken holen und bin vom Büro raus gelaufen und die Treppen runter. Auf einmal machte es ein Knall von oben und mein Chef hatte die Türe so aufgerissen, das diese gegen die Wand schlug. Erneute schrie er mich an aber dieses mal komplett aggressiv mit den Worten: "Was denkst du eigentlich wer du bist und wohin du gehst? Mir sche** egal ob du Durst hast, du bewegst deinen Ar*** sofort hier hoch". Ich natürlich sofort wieder zurück gelaufen und als ich an ihm vorbei gelaufen bin schrie er mir direkt ins Ohr das ich sofort "Platz" machen soll, worauf ich Ihm antworte das ich kein Hund sei. Ich habe bereits bei der für mich zuständigen IHK angerufen, diese boten mir ein gespräch zu dritt an, allerdings bin ich mir sicher, das dass alles nur verschlimmen würde. Abgesehen von den schlimmen sachen in dem Betrieb, gibt es auch noch kleinigkeiten. Ich fühle mich absolut null gefördert. Man bringt mir einfach nichts bei und er ist auch der meinung das ich keinen Ausbildungsrahmenplan brauchen würde. Nachdem ich im Internet allerdings nachgeforscht habe, konnte ich bei der  für mich zuständigen IHK den Ausbildungsrahmenplan finden und wie bereits vermutet wurde mich nichts davon beigebracht. Ebenfalls kommt es öftes vor, das mein Chef mich als komplett verblödet hinstellt. Jedes mal solche Aussagen wie : "Soll ich dir es noch mal laaaangsam erklären?" oder "Du schaust schon wieder so als hättest du nichts geblickt". Ich halte das dort einfach psychisch nicht mehr aus. Ich bin mir aber unsicher ob das so gut ist noch ein mal die Ausbildungsstelle zu wechseln und was ich dann dem neuen Betrieb als grund angeben soll. Ich bin wirklich komplett fertig mit meinen Nerven und fange bereits an an mir selbst zu zweifeln.

LeeT: 13.01.2021 |
  • RE: Wechsel des Ausbildungsbetriebs

    Hallo Lee!

     

    Vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gerne helfen wir dir.

    Was du berichtest ist ganz schön krasses Zeug. Es ist nachvollziehbar das du dich dort nicht wohl fühlst.

    Nach §14 Berufsbildungsgesetz ist es so, dass Ausbilder dafür sorgen müssen, dass Auszubildende nicht körperlich oder sittlich gefährdet werden. Vielmehr müssen sie für eine charakterliche Förderung sorgen.

    In der Regel ist diese Berechnung von Minusstunden nicht rechtens. Denn die Ausbildungsvergütung muss weitergezahlt werden, wenn die Ausbildung aus Gründen, für die du nichts kannst, ausfällt, obwohl du bereitstehen würdest (§19 Berufsbildungsgesetz).

    Natürlich muss auch deine Ausbildung im Rahmen des Ausbildungsrahmenplans für deinen Ausbildungsberuf ablaufen. Das gilt für jede Ausbildung. Wenn der Ausbildungsrahmenplan nicht eingehalten wird kann das im Höchstfall dazu führen, dass du nicht zur Abschlussprüfung zugelassen wirst. Damit würde sich dein Ausbildungsbetrieb unter Umständen dir gegenüber zum Schadensersatz pflichtig machen.

     

    Es ist sehr gut, dass du dich schon an deine IHK gewendet hast. Vielleicht überlegst du das Gespräch doch wahrzunehmen. Auch wenn es deine Situation nicht verbessert bekommt die IHK vielleicht einen Eindruck von der Ausbildung in deinem Betrieb und lässt danach dort keine Ausbildung mehr zu.

    Du kannst dich zur Unterstützung auch an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Eventuell kann dich jemand zu diesem Gespräch begleiten. Einen Kontakt findest du weiter unten.

     

    Ansonsten solltest du gut auf dich aufpassen und wenn du es gar nicht mehr aushältst überlegen, ob du die Situation in deinem Betrieb mal mit deinem Hausarzt besprichst. Ausbildung soll nicht krank machen, sondern dir einen Beruf vermitteln.

     

    In einer neuen Bewerbung solltest du möglichst ehrlich sein. Also als Grund angeben, dass dir die Ausbildungsqualität in deinem jetzigen Betrieb nicht gefallen hat. Das zeigt, dass du wirklich am erlernen des Berufes Interesse hast und etwas lernen möchtest.

     

    Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch jederzeit an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:


     

    Ver.di  Landesbezirks Baden-Württemberg
    Theodor-Heuss-Straße 2 / Haus 1
    70174 Stuttgart

    Tel.: 0711 - 88788-7
    E-Mail: lbz.bawue@verdi.de

     

    Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.

     

    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

     

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

     

                   

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi          

    Bitte empfiehl unseren Service weiter!

     

    Hier kannst du Mitglied werden

    https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

     

     

    Dr. Azubi: 14.01.2021


Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.

  
  
  

Ich habe die Datenschutzerklärung der DGB-Jugend gelesen.