Deutscher Gewerkschaftsbund

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Probleme während der Ausbildung

Guten Tag,

mein Problem fängt wiefolgt an: Ich habe vor der Ausbildung 01.03 bis 01.09 in meiner Firma vollzeit gearbeitet in der Zwischenzeit vor ausbildungsbeginn um vorerfahrung und Praxis zusammeln. Zu Beginn der Ausbildung erlitt ich einen Handbruch, weshalb ich 2 Wochen krank geschrieben war. Seitdem hasst mein Abteilungsleiter ( Wareneingang) mich. Dieser Hass geht soweit, dass ich TÄGLICH angeschrien werde und Kommentare abbekomme wie: Wie dumm ich doch sei, jeder könne alles besser als ich uvm. - und das vor allen Mitarbeitern. Mein Berichtsheft weigert er sich konsequent zu unterschreiben und verlangt von mir etwas reinzuschreiben, was ich gar nicht gelernt habe oder voraussichtlich nicht lernen werde. Vor allen Mitarbeitern der Firma rief er noch in der Pause: Du kannst besser grillen, als arbeiten oder berichtsheft schreiben hahahaha" - keiner tat etwas, der Chef stand direkt daneben und sagte nichts. Da ich bei vielen höre, dass dort in der Abteilung keine Ausbildungsinhalte vermittelt werden ( habe ich auch so erlebt mittlerweile), sondern dass man blöd Arbeit macht, was jeder ungelernte könnte. Ich scheue mich nicht, zu putzen oder sonstiges, aber sehr viele wichtige (!) Inhalte kriege ich nicht vermittelt, welche wir in der Schule lernen.  Danach habe ich die Abteilung gewechselt (Retoure) und dort waren die ersten Sätze des Abteilungsleiter : Ich habe von dem anderen Leiter bereits mehr als genug über dich erfahren, du brauchst mir gar nichts zu erzählen." Seitdem habe ich auch dort Mobbing attacken erlebt, welche durch die anderen Mitarbeiter bestärkt wurde ( Aber nur dort in der Abteilung durch Mitarbeiter) Mit dem Berichtsheft gab es dort keine Probleme, nur verbale Attacken und Psyschische Druckausübung, zum Beispiel darf ich jedes mal 5 Minuten länger arbeiten als alle anderen, nur damit ich nicht mit meinem Fahrer mitfahren kann, sondern dafür 12km zu fuß über die Bundesstraße nach hause laufen darf. Nach den Attacken wendete ich mich an meinen Ausbilder, weil ich davon ausging dass  dies der richtige Weg sei. Mag man annehmen, war aber dennoch falsch, da er mir nach einer Eskalation dort überhaupt nicht weitergeholfen hat. Ich saß vor dem Ausbilder und war fix und fertig und musste tatsächlich heulen. Danach stellte er jeder meiner Aussagen in Frage und glaubte mir kein Wort sondern der anderen Partei. Tag täglich passiert irgendwas, wofür ich verantwortlich gemacht werde. Mein Ausbilder droht mir mit leeren Kündigungsdrohungen oder sogar damit, dass meine Lehrerin gesagt habe, dass ich nicht zur Prüfung zugelassen werde. ( Hat sie nicht, kann sie auch bestätigen) Leider landete das ganze dann beim Chef der Firma, welcher mich nicht mal angehört hat, sondern Konsequenzen gibt aufgrund meines Verhaltens. Am Anfang habe ich deswegen sogar eine Abmahnung unterschrieben, welche eigentlich gar nicht so rechtens war, aus Kulanz und wegen dem Druck. IHK konnte mir leider nicht weiterhelfen, außer mich woanders zu bewerben. Ich besuche wegen diesen Attacken mittlerweile einen Psychater und muss eine Aggressionstherapie zur Bewältigung des stresses machen. ( Komme gut gelaunt zur arbeit und nach täglichen anschreien dann mit schlechter laune) Ebenfalls tendiere ich aufgrund meiner Krankheit zu Depressionen, welche meine Vergangenheit prägten. Diese kamen jetzt wieder zum hervorschein, weshalb ich wegen denen auch noch Antidepressiva nehmen musste.

Das ganze erzählte ich meinem Ausbilder und bat um schweigepflicht welche mir versichert wurde. Am nächsten Tag kamen nur noch Kommentare zu meinem ADHS oder meinen depressiven "zügen".

Mir werden Dinge unterstellt die ich getan haben solle, für die ich Konsequenzen erhalte, aber die gar nicht nachgewiesen werden können.

Glücklicherweise bin ich Verdi mitglied ( Was mir seit Monaten versucht wird auszureden) und hoffe auf Hilfe von denen dort. Mit dem Betriebsrat hatte ich geredet, die tun aber nichts da die Leute ihre Position nicht gefährden wollen für nen dummen Azubi.

In der Berufsschule läuft alles, können mir aber leider auch nicht mehr weiter helfen.

Ich denke tatsächlich mittlerweile immer mehr daran, dass ich um eine Anzeige nicht mehr herum komme, will da aber gerne noch mal eine Meinung zu hören. 

Das Ganze ist nur grob zusammengefasst, aber auf jeden der Punkte bezogen gab es alles in mehrfacher Form und fast tagtäglich.

Vielen dank für Ihre Aufmerksamkeit

Jonas: 19.11.2020 |
  • RE: Probleme während der Ausbildung

    Hallo Jonas,

    vielen Dank für deine Anfrage, gern helfen wir dir weiter.

    Was du da erzählst klingt wirklich hart, ich kann verstehen, dass du dich unwohl fühlst und das Ganze nur Stress für dich bedeutet. Das ist eine schwierige Situation in der du dich befindest und ich finde es erstaunlich, wie lange du sie schon erträgst. Es ist auf jeden Fall sehr wichtig, dass du dich gegen den psychischen Druck wehrst, denn dadurch verlierst du ja nicht nur alle Freude an deinem Traumjob, sondern Mobbing macht auf Dauer auch krank! Es ist wichtig, dass du mit Menschen deines Vertrauens über deine Probleme am Ausbildungsplatz sprichst. Wenn du es nur runterschluckst, werden sich die Erfahrungen bald auf deine Seele oder deinen Körper auswirken, z. B. Schlafstörungen, Depressionen, Magen-Darmprobleme. Dein Ausbilder hat dir gegenüber eine Fürsorgepflicht; d.h. er hat die Pflicht dich vor seelischer und körperlicher Gefährdung zu schützen. Er muss deine Anliegen ernst nehmen. Falls dein Ausbilder dein Anliegen nicht ernst nimmt, kann das für dich auch ein Kündigungsgrund darstellen. Ein Betriebswechsel erscheint mir in deinem Fall tatsächlich als sinnvoll, da das Vertrauen nicht mehr besteht. Was das Thema mit der Anzeige angeht, würde ich tatsächlich an deine Gewerkschaft verweisen wollen. Die Kolleginnen und Kollegen kennen sich mit diesen Themen sehr gut aus und können dich im Zweifelsfall auch rechtlich beraten. Hier ist ein Kontakt für dich:

    Ver.di

    Geschäftsstelle Bielefeld
    Oelmühlenstr. 57-59
    33604 Bielefeld

    Tel.: 0521 98627 - 0
    Fax: 01805 837343 - 23107
    E-Mail: service-ost.nrw@verdi.de

     

    Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren wollt, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße
    Dr. Azubi     
    P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 20.11.2020


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