Deutscher Gewerkschaftsbund

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Probleme im Aubildungsbetrieb

Hallo.

Ich bin verzweifelt und brauche Hilfe!

Grauerwolf: 15.09.2020 |
  • RE: Probleme im Aubildungsbetrieb

    Lieber Auszubildender,

    es gibt viele Auszubildende, bei denen es in der Ausbildung nicht gut läuft und gute Gründe um verzweifelt zu sein. Je nachdem warum du verzweifelt bist, gibt es unterschiedliche Anlaufstellen. Da du leider keinen Grund schreibst, möchte ich dir als erste Anlaufstelle einmal deine Schlsozialarbeiter an der Berufsschule nennen. An diese kannst du dich vertrauensvoll wenden und sie können dir weiterhelfen.  

    Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch jederzeit an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:


    ver.di  Bayern
    Schwanthalerstraße 64
    80336 München

    Tel.: 089/59977-0
    Fax: 089/59977-2222
    E-Mail: LBZ.Bayern@verdi.de

    Da kannst du anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.

    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!            

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi          

    Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 16.09.2020


  • RE: Probleme im Aubildungsbetrieb

    Mein Text war anscheinend zu lang. ich hatte vor bei einer Antwort zu versuchen ihn häppchenweise zu schicken.

    Teil 1:

    Wo soll ich nur anfangen... Letztes Jahr habe ich meinen Ausbildungsbetrieb gewechselt.

    Beim jetzigen Betrieb bin ich ohne weiteres sofort eingestellt worden. Ich hatte mich dort direkt in einem Persönlichen gespräch mit meinem Bewerbungsunterlagen beworben, welche nichtmal richtig durchgeschaut wurden sondern sofort angenommen wurde.

    Anfangs war auch echt alles toll. Ich habe abwechslungsreiche aufgaben bekommen, habe bei Gesellen wissen sammeln können usw. Da dachte ich wirklich dass das komische gefühl, dass ich ohne weiteres sofort Angenommen wurde, nicht begründet sei.

    Nur pünktlich nach ablauf der 4 Monatigen probezeit ging es los. Nichts mehr mit abwechslungsreichen arbeiten, oder zuarbeiten beim gesellen. Stattdessen stehen seit dem Kundendienste an der tagesordnung! tag ein tag aus. Kundendienste, kundendienste, kundendienste... Ach ja, nicht zu vergessen sind Bremsen, putzen und Reifen montieren...

    Zwischenzeitlich kommen dann noch aufgaben wie Unkraut zupfen, Wände und Bühnen streichen, Autos tanken und waschen und Kurier- und Chauffeur-Dienste dazu. 

    Nach der verlorenen Bürgermeisterwahl des Chefs war ich mit einem anderem Azubi sogar für die entsorgung seiner Wahlplakate zuständig!

    Ich habe diese arbeiten immer schön mitgemacht, da ich dachte, besser ich halte die füße still.

    Grauerwolf: 18.09.2020


  • RE: Probleme im Aubildungsbetrieb

    Teil 2:

    Nach abgabe meiner berichtshefte im Betrieb, bekam ich sie sofort wieder zurück, mit der bitte, doch bitte keine Tagesberichte zu schreiben, sondern vielmehr eine tätigkeit zu nehmen und diese so ausfürlich zu beschreiben, dass die ganze Seite vollgeschrieben ist, da es ihm seiner Meinung nach viel zu eintönig sei und er nicht lesen möchte wie viele kundendienste ich gemacht habe. Ich entgegnete ihm, dass dies ein tagesnachweiß ist und ich dort rein schreibe was ich mache, welches ich auch weiterhin so tun werde. Ich bot ihn vielmehr an, einen ausfürlichen Bericht pro woche extra beizulegen. Daraufhin kam zur Antwort dass ich dann halt eben entlassen werden muss...

    Zwischenzeitlich telefonierte ich immer mal wieder mit der zuständigen Handwerkskammer. Hier wurde mir dazu geraten meinem Ausbilder darauf hinzuweisen, dass er verpflichtet ist mich ordnungsgemäß laut der Berufsausbildungsverordung auszubilden.

    Ich folgte dem Rat und sprach zuerst mit dem Werkstattmeister. Im folgenden gebe ich sinngemäß den stattgefundenen Dialog wieder:

    Ich wieß ihn daraufhin, dass Kundendienste, Bremsen und Reifen Montieren nicht alle ausbildungsinhalte entsprechen und zählte Inhalte auf die nach der zeitlichen gliederung laut Ausbildungsrahmenplan noch nicht vermittelt wurden. Ich fügte noch hinzu, dass ich mir nicht zu fein dafür bin zu putzen oder unkraut zu zupfen, es aber dennoch auch drin sein sollte, richtig ausgebildet zu werden.

    Meister: Ja was soll ich denn machen? soll ich etwa die gesellen die ganzen Kundendienste machen oder Räder montieren lassen?

    Ich: Dafür dass personalmangel herrscht kann ich aber auch nichts, und ändert auch nichts daran dass mir der gesammte Beruf beigebracht werden muss. Außerdem zählen Kundendienste mittlerweile zu den bereitserlenten bereichen.

    Meister: Ja ich schicke euch (auszubildene) ja schon immer mal wieder zum gesellen wenn wir keine Kundendienste haben. Was willst du denn noch?

    Ich: Ja sehr toll. Wenn du mich zum gesellen schickst kommt immer die antwort dass sie keine hilfe benötigen. Aber 5 Minuten später fällt ihnen ein, dass ich ja das Auto aussaugen könnte.

    Meister: Ja wenn ich euch zum gesellen schicke, und die euch nichts gescheites beibringen, dann kann ich ja auch nichts dafür.

    Ich: Laut Lehrvertrag ist der Ausbilder dazu verpflichtet auszubilden, oder einen dafür geeigneten Dritten damit zu beauftragen. Also bleiben dir nur die zwei möglichkeiten, dass du mich dann jetzt halt selber ausbildest, oder dafür sorgst, dass die beauftragten Dritten dies endlich tun.

    Das Gespräch endete, indem wir uns einigten dass jetzt ersteinmal die ISO Zertifizierung ansteht, und dann schauen wir mal wie wir da weiter machen. Corona bedingt fiel die ISO ins Wasser. Drei wochen später war immer noch alles beim alten. 

    Als die Prüfungsthemen für die Zwischenprüfung bekannt wurden, Teilte ich diese auch dem Meister mit und bat darum entsprechend dochmal mit zum gesellen geschickt zu werden. Er meinte, "Ja bei motorsteuerung wirst du wohl einfach nur einen Zahnriemen auflegen müssen. Wenn so eine Arbeit ansteht, dann schick ich dich dort auf jeden Fall mit hin. Wenn in der zeit solche Arbeiten nicht anstehen, kann ich dann aber auch nichts dafür".

    Noch in der Selben woche, hatte ein Geselle bei einem V6 TDI eine Nockenwelle ersetzt (dazu muss der Zahnriemen runter) und ein anderer Geselle hatte einen Simmerring am NockenwellenRad ersetzt (Auch hier muss der Zahnriehmen runter). Statt dort mit hingeschickt zu werden, wurde ich mit reifenmontage und Kundendiensten beauftragt...

    Daraufhin schilderte ich alles nochmal meinem Chef. Auch hier kam dann keine Besserung, woraufhin ich dann die HWK anschrieb und um Schlichtung bat. Nach einsendung Meines beschwerdeschreibens, einschließlich der Berichtshefte (er hatte sie vorher also schon gesehen), rief er mich an und meinte, dass das so nicht geht. der Betrieb muss ordentlich ausbilden, und da ist auf jedenfall ein Gespräch notwendig. Beim schlichtungsgespräch war der Schlichter von der HWK dann plötzlich wie ausgewechselt und nahm den Betrieb voll in den schutz und das gespräch verwandelte sich eher in ein Gerichtssaal wo jeder mich kritisiert. Seinen sinneswandel erklärte er, weill die berichtshefte Eselsohren und ein paar auch kaffeflecken hatten)

    Der Chef sagte dann zum Ende des Gesprächs, dass wir alle nochmal eine Nacht drüber schlafen und dann am nächsten tag mit mir Persönlich nochmal ein Gespräch zu klärung fürt, welches bis heute nicht stattgefunden hat.

    Die Situation blieb wie gehabt bestehen. Mit der Zeit wurde ich dann immer mehr dazu gedrängt schneller meine Kundendienste zu machen und wurde immer schärfer kritisiert wenn ich zu lange mit einer arbeit brauchte. Ich hatte immer noch die Hoffnung, dass wenn vielleicht alle kundendienste erledigt sind, ich vieleicht doch noch andere ausbildungsinhalte zu sehen bekomme- Trugschluss, wenn alle kundendienste weg, dann sind halt reifen zu montieren oder neuwagen durchzuchecken...

    Jetzt neulich bin ich leider Ausgerechnet kurz vor dem neuen ISO Termin erkrankt. Wärend ich zuhause Flach lag flatterte ein Brief vom Chef ins Haus. Enthalten waren 2 Abmahnungen. Eine wegen meiner Krankmeldung, und die Andere wegen verletzung meiner Sorgfaltspflicht, da ich offenbar bei 2 Fahrzeugen einen Flüchtigkeitsfehler gemacht hatte. In der abmahnung kündigte er auch an, dass mir eine Fristlose Kündigung droht wenn mir so ein fehler nochmal passiert(anscheinend habe ich bei einem fahrzeug nach dem Bremsen wechsel das Kabel der Verschleißanzeige falsch verlegt, und bei einem anderem Fahrzeug eine Schlauchschelle am Kraftstofffilter vergessen dran zu machen)

    Ich quälte mich sofort an den PC und setzte einen Wiederspruch auf mit meiner Gegendastellung. In meiner Gegendarstellung drückte ich zum einem mein Bedauern aus, dass so ein Fehler passiert ist, und zum anderem, erleuterte ich, dass ich immer schneller und schneller arbeiten sollte und mir dann wohl ein Flüchtigkeitsfehler unterlaufen ist. Und wenn ich einen Gesellen um hilfe Bitte mir niemand hilft weil entweder gesagt wird "keine Zeit" oder "Nerv net".

    Als Antwort auf mein Wiederspruch per Einschreiben kam dann, dass die Abmahnung nicht zurückgenommen wird und dass ich doch den Betrieb verlassen soll wenn es mir dort nicht gefällt. Ebenso Schrieb er dass er mit mir ein klärendes Gespräch führen wolle.

    Kaum war ich nach der Arbeitsunfähigkeit wieder in der Arbeit, da bin ich auch schon direkt zum Chef zitiert worden. Dort entpuppte sie das "Klärende Gespräch" als ein Monolog, in dem er mich fragte, was mir einfallen würde ihm zu wiedersprechen und versuchte mich dazu zu drängen einen Aufhebungsvertrag zu unterzeichnen. Ich beendete dieses "Gespräch" in dem ich sagte, dass ich keinen Aufhebungsvertrag unterzeichnen werde.

    Er meinte zu seiner Verteidigung nur, dass ich im dritten Lehrjahr bin und man von mir erwarten könne schneller und besser zu arbeiten.

    Da hier ganz offensichtlich ist, dass er versucht mich mit aller Macht los zu werden, und die abmahnung wegen arbeitsfehler im Existiert, Ich eigendlich nur noch in Angst lebe einen fehler zu machen. Die sicherheit die ein Arbeitsplatz bietet ist jetzt quasi unter meinen Füßen weggezogen worden.

    Fürs erste habe ich entschieden jede Arbeit die ich mache darauf zu bestehen, dass der Ausbilder nocheinmal darüber schaut und mir bestätigt dass die arbeit in ordnung ist, oder ich ausbessern muss.

    Hiervon war man schon nach dem ersten Tag genervt. Ich begründete dass damit, dass ich momentan nicht zu 100% garantieren kann meine Arbeit nach diesen Anforderungen zu 100% korrekt durchzuführen, und es meine Sorgfaltspflich daher erfordert meine Arbeiten Überprüfen zu lassen.

    Da dies keine Dauerlösung ist bis zum ende meiner Ausbildung, brauche ich jetzt hilfe, was ich jetzt am besten tun kann.

    Ich bitte zu berücksichtigen, dass ich bereits schon einmal den Ausbildungsbetrieb gewechselt habe und mich wahrscheinlich kein Dritter mehr nehmen würde, was mich natürlich auch schon unter die Nase gebunden wurde...Ich bin nervlich jetzt auf jedenfall total am Ende

    Liebe Grüße

    Wolf

    P.S.: bitte vergebt mir etwaige Rechtschreibfehler. Es ist recht spät und der tag heute hat mich richtig geschlaucht

    Grauerwolf: 18.09.2020


  • RE: Probleme im Aubildungsbetrieb

    Das ist der Komplette Text. hatte ihn kopiert und abgespeichert dass er erhalten bleibt bis ich antworten kann

    Grüße

    Grauerwolf: 18.09.2020


  • RE: Probleme im Aubildungsbetrieb

    Und um zu ihrer Antwort noch zu Antworten:

    Ich habe am selben Abend als ich die Frage eröffnet habe einen Mitgliedschaftsantrag bei der IG Metall gestellt. Ich denke Dass diese für meinen Beruf zuständig ist.

    Grauerwolf: 18.09.2020


  • RE: Probleme im Aubildungsbetrieb

    Hallo Wolf!

    Vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gerne helfen wir dir.

    Du musst dir überhaupt gar keine Gedanken wegen der Rechtschreibung machen. Hier geht es nur um Probleme in der Ausbildung und nicht die Rechtschreibung.

    Entschuldige auch bitte, dass wir dir den falschen Kontakt zu deiner Gewerkschaft genannt haben. Natürlich hast du Recht und die IG Metall ist für dich zuständig.

    Ich kann total verstehen, dass du total frustriert bist, bei all den Sachen die du schon unternommen hast für deine Ausbildungsqualität.

    Deine Ansprüche sind richtig und wichtig. Darum solltest du den Schritt gehen und dich bei der IG Metall rechtlich beraten lassen. Die Gewerkschaft kann dich auch im Umgang mit der Kammer unterstützen, so dass du in einem Schlichtungsgespräch nicht mehr alleine bist und dir die ganze Verantwortung übertragen wird.

    Außerdem können sie dich auch in Sachen Abmahnungen unterstützen. Nach §1004 BGB analog kann man nicht gerechtfertigte Abmahnungen aus der Personalakte entfernen lassen. In der Regel sind Abmahnungen wegen Krankheit nicht zulässig. Auch haben wir Zweifel, dass eine Abmahnung wegen Mängeln in der Arbeit bei einem Auszubildenden so zulässig ist. Du lernet, auch wenn du im dritten Ausbildungsjahr bist, einen Beruf, das bedeutet das du auch noch Fehler machst und auch machen darfst.

    Letztlich kannst du auch hier noch die weiteren Schritte, wie du deine Ausbildung beenden kannst besprechen. Darum empfehlen wir dir, dich möglichst schnell an die IG Metall zu wenden. Hier ein Kontakt:

    IG Metall Ostoberfranken

     

    Hofer Str. 21

    95213 Münchberg

    +49 9251 9951 0

    ostoberfranken@igmetall.de

    www.igm-oof.de

    Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.

     

    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

     

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

     

                   

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi          

    Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 19.09.2020


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