Deutscher Gewerkschaftsbund

Krankheit, psychosomatische Beschwerden trotz Behandlung, Schulprobleme

Hallo lieber Dr. Azubi,

nun wende ich mich noch hier hin weil ich ziemlich verzweifelt bin.
Vorab ich habe grosse Angst meinen Ausbildungsplatz zu verlieren. Ich bin 22 Jahre habe die mittlere reife und lange gekämpft um mir etwas aufzubauen. Für meine Lehre in einem ökologischen Betrieb bin ich vor 1,5 Jahren extra nach rlp gezogen. Seitdem Kämpfe ich im durch die Ausbildung. An sich macht mir mein Beruf sehr viel spass, weswegen ich ihn nicht aufgeben möchte.
Es gab von Anfang an Probleme mit meiner psychischen Stabilität. Meinem Chef habe ich bereits vor Ende der probezeit mitgeteilt, dass ich an Depressionen und Angstzustände leide. Diese habe ich auch sowohl stationär als ambulant immer wieder behandeln lassen.
Die Arbeit an sich tut mir sehr gut, jedoch viel es mir immer schwer mich unter den Kollegen einzufinden. Obwohl ich meine Arbeit gut mache kam es zu Auseinandersetzungen, weil ich oft gereizt oder emotional reagiert habe, wenn ich Bsp. Weise Überstunden machen musste und müde wurde oder kritik nicht gut aufgenommen habe. Auch nehme ich alles sehr ernst womit ich manchmal als spassverderber gewertet werde.
Mein Lebenspartner wohnt mit mir zusammen und arbeitet im selben Betrieb jedoch in einem anderen Bereich.
Er unterstützt mich aber ich klammere stark, da ich hier keinen Anschluss habe und sehr zurückgezogen lebe.
Nachdem ich im Sommer den Anforderungen auf psychischer Ebene nicht stand hielt ließ ich mich auf drängen des Chefs, meines Freundes und aufgrund meiner eigenen probleme 3 Wochen akut stationär behandeln.
Das lief sehr gut und mein Chef kam zu einem Gespräch mit meinem behandelnden Arzt.
Wir trafen ein paar Abmachungen.
Das weitermachen ging trotz allem als weiterer Versuch durch.
Mein Chef wollte auch unbedingt ein Gespräch mit einem IHK Berater.
Dem stimmte ich zu.
Nun ist eine weile vergangen und in 2 Tagen haben wir zu dritt das Gespräch, allerdings wurde ich darum nicht gebeten sondern es wurde einfach ein Termin festgelegt zu dem ich zu kommen habe.
auch sonst wurde mir dahingehend wenig mitgeteilt und jene Nachricht kam nachdem es einen Konflikt auf arbeit gab. (ich fühlte mich verarscht von ein paar Kollegen woraufhin ich erst einmal aus der Küche floh)
Das grosse Problem ist jetzt dass ich nach einigen Wochen die sehr anstrengend waren aufgrund von Überstunden (ich denke ich komme regelmäßig auf eine etwa 45 bis 50 Stunden Woche) und der psychischen Belastung (schlafprobleme, sozial nicht eingegliedert usw. ) mich bereits eine Woche von der berfusschule krank gemeldet habe.
Auf arbeit versuche ich nie krank zu sein und war trotz Erkältung und Prellung im Betrieb.
Jetzt fehle ich in der Schule, nicht weil ich nicht hingehen möchte, aber ich habe immense Panikattacken die schon abends vor dem Schultag beginnen. Ich weiss das man sich gerade bei schulphobischen Reaktionen dem ganzen Stellen muss, nur bin ich einfach kraftlos denn ich stelle mich bereits seit einem Jahr und jetzt wo der Winter kommt und es morgens um halb 6 noch tiefe Nacht ist, kann ich mich gar nicht mehr aufraffen.
Es ist nicht Faulheit, wenn mir der Schlaf fehlt reagiere ich noch ängstlicher und ich möchte mich auch nicht mehr diesen Situationen ständig aussetzen. Mein Schulweg beträgt momentan ca. 1,5 Stunden mit dem Zug.
Meine intelligenz oder mein Leistungsvermögen ist nicht das Problem.
Aber mir ist es nach bald zwei Jahren noch nicht gelungen besser damit umzugehen.
Auch die Medikamente gegen das ads helfen nur geringfügig
Ich habe bereits therapeutische Hilfe an der Hand ab November und könnte auch. Nochmal auf die Station gehen.
Nur möchte ich kein Krankheitsfall werden und ich kann kaum mehr Kontakt mit irgendjemandem aufrecht erhalten, vor allem nicht mir dem Betrieb, denn wie soll man denn erklären was los ist. Wenn man bei psychischen Problemen immer das Gefühl hat man simuliert ja nur oder ist gar nicht krank usw.
Ich weiss dass es nicht förderlich ist mich zurück zu ziehen aber auch körperlich habe ich einen Infekt nach dem anderen und ich brauche eine Lösung. Einfach weiter machen geht gerade nicht.
Nun zum einen die Frage, kann mich mein Chef kündigen wenn ich 2 Berufsschulwochne entschuldigt fehle also quasi 10 Tage.
Kann ich dann überhaupt noch zur Abschlussprüfung zugelassen werden?
Macht es Sinn so weiter zu machen obowhl ich die Arbeit wirklich mag und sie mir im Prinzip auch Kraft gibt?
Gibt es Hilfe für mich, im konkreten Sinn, Regelungen die man mit Lehrern und der Schule treffen könnte oder Regelungen mit dem Betrieb bezüglich z. B. Der Ruhepausen zwischen zwei Arbeitstagen die öfters nicht eingehalten werden?

Mir wurde auch der berufsbegleitende Dienst nahegelegt, ifd, aber sie können an einer konkreteb Situation nichts ändern.

Kann mein Chef mich dazu auffordern. Zur Arbeit zu gehen wenn ich bei der Schule krank geschrieben bin?

Ich will nicht alles verlieren und heule gerade nur rum ich weiss, aber es ist mir ernst, ich sehe keine Lösung!

Liebe Grüße,
Laura

Laura : 21.10.2019 09:51:12 |
  • RE: Krankheit, psychosomatische Beschwerden trotz Behandlung, Schulprobleme

    Liebe Laura,

    vielen Dank für deine Nachricht. Gerne helfe ich dir bei deiner Frage weiter. Ich kann deine Gefühle sehr gut verstehen und finde es bewundernswert, wie du für deine Ausbildung kämpfst. Es ist schön, dass dir der Beruf zur Köchin Spass macht und Kraft gibt. Es zeugt von sehr viel Stärke, wenn du trotz wiedriger Umstände an der Ausbildung festhälts. Deine Situation ist nicht einfach! Du beschreibst ein belastendes Arbeitsklima, regelmäßige Überstunden, psychosomatische Symptome wie Schlafprobleme, Stimmungschwankungen und Ängste und einen Chef, der sich manchmal übergriffig verhält. Das ist ganz schön viel, was du da aushalten musst und keine Kleinigkeiten. kein Wunder, dass das an die Substanz geht und dich auch körperlich schwächt. Achte hier auf dich und nimm die Warnsignale deines Körpers ernst. Es ist völlig in Ordnung sich in so einem Fall krankschreiben zu lassen. Das ist kein Simmulieren. Dein Chef kann dagegen nicht vorgehen und darf dich deshalb auch nicht abmahnen oder kündigen. Eine solche Kündigung wäre nicht rechtmäßig und du könntest sofort erfolgreich dagegen widersrechen. Er muss deine Krankmldung akzetpieren und darf nicht von dir verlangen, dass du trotz Krankheit in die Arbeit kommst. Das gilt auch für Krankheitstage in der Berufsschule. Ordentlich entschuldige Krankheitstage können in der Ausbildung nie zur Kündigung führen. Für die Prüfungszulassung sind Krankheitstage relevant. Ab Fehlzeiten von mehr als 10% der gesamten betrieblichen Ausbildung, kann es sein, dass du nicht zur Prüfung zugelassen wirst. Das entscheidet die Kammer. Es ist kein festgeschriebener Wert sondern wird in jedem Fall individuell von der Kammer entschieden. Wende dich diesbezüglich direkt an die Kammer und bringe es in Erfahrung, wenn du bereits zuviel Fehltage hast.

    Ich kann gut verstehen, dass du dich von deinem Chef übergangen fühlst, wenn er einfach ein Gespräch mit der Kammer vereinbart, ohne dich vorab mit einzubeziehen. Dennoch könnte es auch eine Chance sfür eine Verbesserung deiner Ausbildungsbedingungen sein. Vielleicht meinte er es gut und will dir helfen. Aber auch, wenn du kein großes Vertrauen in ihn hast, wäre ein Lösungsgespräch zwichen dir und deinem Chef vielleicht hilfreich. Denn es gibt scheinbar einiges, was in deinem Betrieb nicht richtig läuft. Du bist nicht dazu verpflichtet Überstunden zu machen. Dein Chef muss die gestzlichen Regleungen zur Arbeitszeit einhalten. Hierzu gehört auch die Einhaltung von Ruhezeiten, Pausen und vertraglich festgelegten Arbeitszeiten. Wenn er das nicht macht, verstößt er gegen seine Pflichten als Ausbilder. Genauso hat er dir gegenüber eine Fürsogrepflicht. Diese beinhaltet auch, dass er dich bei der Eingliederung ins Team unterstützt und dafür sorgt, dass du von deinen Kolleg_innen wertschätzend und respetvoll behandelt wirst. Denn emotinaler Stress kann auch krankmachen und die Leistungen in der Ausbildung negativ beeinflussen.
    In dem Gespräch könntest du die Verstöße deines Betriebs auf den Tisch bringen und klären, wie ihr gemeinsam für besser Ausbildungsbedingungen sorgen könnt. Allerdings rate ich dir, eine Person, die dich unterstützt mit ins Gespräch zu nehmen. Wenn es bei dir im Betrieb einen Betriebsrat gibt, kannst du dich an diesen wenden. Ansonsten könntest du auch die Berufsschulsozialarbeit mit ins Boot holen. Dann hast du emotionale und rechtliche Unterstützung und eine Person mit dabei, die offiziell auf deiner Seite steht. Lass dich vor dem Gespräch von diesen gut beraten und bereitet deine Ziele und Agumente dafür gut vor. Wenn es für dich hilfreich ist, würde ich dir auch dazu raten, mit der Begleitperson nicht nur inhaltlich Absprachen für das Gespräch zu treffen sondern auch zu vereinbaren, wie sie dir im Gespräch Sicherhei und emotionale Unterstützung bieten kann. Für deine Vorbereitung kannst du dich auch gerne mit deinen Fragen und Sorgen direkt an deine Gewerkschaft vor Ort wenden. Hier ein Konatkt für dich vor Ort:

    NGG - Region Pfalz

    Neustadt
    Friedrichstr. 39
    67433 Neustadt
    Tel.: 06321 / 395 10
    Fax: 06321 / 39 51 24

    region.pfalz@ngg.net
    >www.ngg.net/​pfalz

    Da kannst du einfach anrufen, nach einem Jugendsekretär fragen und auch ruhig sagen, dass du on Dr. Azubi kommst....

    Ich wünsche dir viel Erfolg!

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße,

    Dr. Azubi

    P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 21.10.2019 20:25:36


  • RE: Krankheit, psychosomatische Beschwerden trotz Behandlung, Schulprobleme

    Hallo liebes Team des Dr. Azubi,

    Höchstwahrscheinlich melde ich mich bereits viel zu spät.
    Allerdings besser spät als nie.
    Die Situation mit meinem Betrieb hat sich durch das IHK Gespräch eher in eine Verfahrene Position begeben.
    Nachdem der IHK Berater sich eher neutral hielt und es lediglich um meine Person im Bereich der Ausbildung handelte (durchaus auch darum wie man mir helfen könnte, jedoch schien mein Chef eingeschnappt als ich die Überstunden ansprach, möglicherweise fühlte er sich hintergangen) , erhielt ich eine Email von meinem Chef in dem er mich 2 Wochen frei gestellt hat aufgrund meiner Überstunden.
    Ebenso hat er mir meine zukünftigen Arbeitszeiten geschrieben und mich darum gebeten in der pause den Betrieb zu verlassen und meine Wohnung zur Erholung aufzusuchen.
    Auch bat er mich indirekt mich nach anderen Betrieben umzusehen.
    Mein Arbeitsbeginn rückt näher und ich habe aufgrund der belastenden Situation mich komplett zurück gezogen und auch nicht auf die Email reagiert.
    Ich bin mir darüber im Klaren, dass dies ebenfalls nicht zu einer Verbesserung beiträgt. Jedoch empfand ich das Verhalten meines Chefs als sehr verletzend wodurch ich letzten Endes keine weiteren Schritte mehr unternommen hatte.
    Nun ist die Frage, ob es mir möglich ist ordentlich zu kündigen da ich allgemein mich nicht in der Lage sehe die Ausbildung in den nächsten monaten erfolgreich weiter zu führen. Und eventuell wirklich einen Wechsel im Bereich der Tätigkeit unter die Lupe nehmen sollte.
    Ich möchte jedoch nicht in die Lage kommen kein Geld mehr zu beziehen oder in sonst eine finanzielle Notlage zu kommen.
    Zwar muss ich mich um meine Gesundheit kümmern, möchte allerdings auch nicht die Ausbildung aufgrund einer Krankschreibung lange pausieren. Ich denke dies ist ebenfalls nicht förderlich.
    Daher war mein Gedanke möglicherweise doch die Ausbildung vorzeitig zu beenden bis ich mich stabilisiert habe.
    Welche Rechte und Möglichkeiten habe ich nun?
    Ist es nun noch sinnvoll der Gewerkschaft beizutreten?
    Wie kann ich meinem Chef am besten begegnen, bzw. Ist sein Verhalten rechtens?
    Ich habe Angst da ich nicht weiss wie ich noch einen Monat (ggfs. Einer Kündigung) dort arbeiten soll. Es soll nicht so aussehen als sei mein Betrieb schlecht, nur sind beide Parteien in einer Situation des nicht miteinander umgehen Könnens.
    Ich möchte mich ungern dieser Belastung aussetzen, falls es aber keine andere Möglichkeit gibt sehe ich es ein noch einen Monat dort zu arbeiten.

    Nocheinmal die Frage, wie es möglich sein könnte in ein friedliches auseinder kommen mit der betrieblichen Seite zu gelangen und mir selbst Zeit für meine Genesung einzuräumen ohne finanziell in der Luft zu hängen.

    Möglicherweise erwarte ich da zu viel.

    In allen Fällen vielen Dank für die bisherige Hilfe.

    Laura: 11.11.2019 13:57:52


  • RE: Krankheit, psychosomatische Beschwerden trotz Behandlung, Schulprobleme

    Hallo Laura!

    Vielen Dank für deine Nachfrage. Dein Verhalten ist ganz nachvollziehbar und es würde jeden treffen, wenn so mit ihr umgegangen werden würde. Das Wichtigste ist das du jetzt erstmal an dich selber und deine Gesundheit denkst. Wenn es für dich nicht vorstellbar ist wieder in den Betrieb zu gehen, dann geh bitte zum Arzt und besprich die Sache mit ihm. Eine Ausbildung ist es nicht wert, dass man darunter leidet. Eine längere krankheitsbedingte Pause stellt in der Regel kein Problem in der Ausbildung dar, im schlimmsten Fall muss du die Ausbildung verlängern. Solltest du länger als sechs Wochen nicht arbeitsfähig sein erhältst du von der Krankenkasse Krankengeld, dies sind ca. 70% deiner Ausbildungsvergütung. Wenn du kündigst oder einen Auflösungsvertrag unterschreibst erhältst du in der Regel eine 3-monatige Sperre von der Agentur für Arbeit.
    Ob in deiner Situation eine Kündigung gerechtfertigt ist hängt von vielen Einzelheiten ab, dazu können wir aus der Ferne keine verlässliche Aussage machen. Hierzu kannst du dich an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Einen Kontakt findest du oben.
    Eine Möglichkeit für dich, die Ausbildung fortzuführen und der Situation in deinem Betrieb zu entkommen, wäre ein Ausbildungsplatzwechsel. Dabei kannst du wie folgt vorgehen:
    Bewirb dich ab sofort, denn solange du noch einen Ausbildungsplatz hast, sind deine Bewerbungschancen besser. Ausbildungsplätze, die sofort zu besetzen sind, findest du unter www.arbeitsagentur.de oder www.meinestadt.de, oder www.ihk.de. Schau auch in den Stellenportalen im Internet nach sowie in der Zeitung und oder frag im Bekanntenkreis. Auch einen Versuch wert: Suche eines Ausbildungsplatzes über soziale Netzwerke wie XING oder LinkedIn.

    2. Sobald du was Neues hast -und erst dann!- kannst du einen Aufhebungsvertrag machen, wenn dein Betrieb mit deinem Weggang einverstanden ist.

    3. Falls der Betrieb nicht einverstanden ist, kannst du unter Umständen außerordentlich und fristlos kündigen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§22 Berufsbildungsgesetz). Fristlos bedeutet: Du kannst sofort gehen, nachdem du die Kündigung übergeben hast oder nachdem die Kündigung per Post im Betrieb angekommen ist. Wichtige Gründe sind zum Beispiel:

    • schwere und andauernde Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz oder das Arbeitszeitgesetz

    • mangelhafte Ausbildung durch Verstöße gegen die Ausbildungspflicht und berufliche Mängel
    • eine andauernde Beschäftigung mit ausbildungsfremde Tätigkeiten

    • Sexuelle Belästigung oder Züchtigung (körperliche Gewalt)

    • mehrmalig ausbleibende Ausbildungsvergütung
    • wenn deinem Betrieb die Ausbildereignung fehlt, sie entzogen wird oder er gar keine besitzt

    • angeordnete Überstunden, die auch nach Aufforderung nicht bezahlt oder in Freizeit ausgeglichen wurden und durch die das Ausbildungsziel gefährdet ist

    • systematisch schlechte Behandlung (immer wieder Beschimpfungen, Beleidigungen, Benachteiligungen, Diskriminierung)


    Du musst schriftlich und unter genauer Angabe der Gründe (wer, was, wann, wo) kündigen. Sonst ist die Kündigung unwirksam. Sie ist auch unwirksam, wenn dir der auslösende Kündigungsgrund bereits länger als zwei Wochen bekannt war. Wenn du aufgrund von Pflichtverletzungen kündigst, die der Betrieb langfristig nicht beheben kann (z. B.: Entziehen der Ausbildereignung) oder es dir absolut unzumutbar ist weiter in dem Betrieb deine Ausbildung fortzusetzen (z. B. bei sexueller Belästigung), dann kannst du sofort unter Angabe der Gründe fristlos kündigen. Wenn dein Betrieb aber die Möglichkeit hat sein Verhalten zu ändern (z. B. bei ausbildungsfremden Tätigkeiten). Anschließend musst du den Betrieb zunächst auf die Pflichtverletzung in Form einer schriftlichen Abmahnung hinweisen und ihn dazu auffordern die Situation zu ändern. Es kann auch sinnvoll sein die zuständige Kammer mit einzubeziehen und die Schlichtung einzuberufen. Die Schlichtung ist eine Besonderheit in der Berufsausbildung, die zum Ziel hat Streitigkeiten zwischen Azubi und Ausbilder bereits vor einem Gerichtsprozess zu klären. Falls sich daraufhin nichts ändern sollte, dann hast du die Möglichkeit fristlos zu kündigen.

    Eine außerordentliche Kündigung zu schreiben, ist eine Wissenschaft für sich. Deshalb gibt es keine allgemeine Vorlage. Du musst in der fristlosen Kündigung schwere Vorwürfe gegen deinen Ausbildungsbetrieb erheben. Damit die Sache auch wasserdicht ist, solltest du dir unbedingt Hilfe bei deiner Gewerkschaft holen. Rückendeckung kannst du oft auch nach der Kündigung gebrauchen. Denn wenn der Azubi kündigt, ist der Ausbilder oftmals verärgert und gibt dir nicht immer freiwillig, was dir noch zusteht. Zum Beispiel Arbeitszeugnis, Arbeitspapiere, Restgehalt, Urlaubsansprüche, die ausbezahlt werden müssen.


    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https:/​/​jugend.dgb.de/​++co++f0e4cfdc-7dbc-11e7-b753-525400d872​9f

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße
    Dr. Azubi
    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 13.11.2019 11:32:14


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