Deutscher Gewerkschaftsbund

Achtung: "Dr. Azubi" macht Weihnachtsferien! Im Zeitraum von 24. Dezember 2018 bis 1. Januar 2019 findet die Beratung im "Dr. Azubi"-Forum nur eingeschränkt statt. Es kann daher zu Zeitverzögerungen bei den Antworten kommen. Im neuen Jahr sind wir dann wieder uneingeschränkt für euch da.

Fristlose Kündigung

Hallo
Bin im 2 Ausbildungsjahr habe 61 entschuldigte fehltage im betrieb habe ich alle ärztlich attestiert nur in der Schule habe ich 7 unentschuldigte Tage habe aber auch 2 Tadel bekommen wegen Fehlzeiten aber im betrieb habe ich noch keine Abmahnung bekommen
Bevor ich gekündigt wurde habe ich noch Davor gestanden das ich ein Drogenproblem hatte aber halt nur der Chef erfahren sonst keiner
Der Betriebsrat bei uns hat auch schon Kündigung nicht zu gestimmt
Wollte halt jetzt fragen kann ich da mit den Anwalt rechtlich dagegen gehen und wurde die Kündigung auch beim Gericht durch gehen ?

Tobias : 06.12.2018 23:00:14 |
  • RE: Fristlose Kündigung

    Hallo Tobias,

    vielen Dank für deine Anfrage, gern helfen wir dir weiter.

    Gut das du dich an uns wendest und du auch deinen Betriebsrat bereits im Boot hast.

    Wenn du eine Kündigung erhältst, hat dies oft viele Gründe. Wir empfehlen dir, dringend, gegen die Kündigung vorzugehen. Auch dann, wenn du nicht mehr in den Betrieb zurück gehen möchtest. Handle schnell, denn du hast nur drei Wochen Zeit, etwas gegen die Kündigung zu unternehmen. Danach ist sie wirksam.

    Hier die rechtlichen Grundlagen:
    Nach der Probezeit ist eine Kündigung nur in absoluten Ausnahmefällen möglich. Das Berufsausbildungsverhältniskann von deinem_r Ausbilder_in nur außerordentlich und fristlos (das heißt von heute auf morgen) gekündigt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§22 Berufsbildungsgesetz).

    Wichtige Gründe sind zum Beispiel:

    • Häufiges Zu-Spät-Kommen in der Arbeit/Berufsschule
    • Urlaubsantritt ohne Genehmigung
    • Mehrmaliges unentschuldigtes Fehlen in der Arbeit/Berufsschule
    • Trotz Aufforderung nicht geführte schriftliche Ausbildungsnachweise (Berichtsheft)
    • nachgewiesener Diebstahl
    • Anwendungen von Gewalt und krasse Beleidigungen in Betrieb/Berufsschule

    Selbst wenn diese Gründe vorliegen, muss man in deinem Fall noch genau prüfen, ob sie für eine fristlose Kündigung ausreichen. Unsere Erfahrung zeigt, dass fristlose Kündigungen oft nicht rechtens sind.

    Bei leichten Pflichtverletzungen oder Vergehen ist eine fristlose Kündigung erst dann erlaubt, wenn du dein Verhalten nicht änderst, obwohl du von deinem Betrieb schon öfter eine Abmahnung dafür bekommen hast. Du musst deshalb normalerweise mindestens zwei Abmahnungen für das gleiche Vergehen (!) bekommen haben, bevor du gekündigt werden kannst. Es gibt hier aber keine generelle Regelung. Je nach Schwere des Pflichtverstoßes kann auch eine Abmahnung ausreichen.

    Keine Kündigungsgründe sind:
    • Fehlerhafte oder schlechte Leistungen in Betrieb/Berufsschule
    • Krankheit

    Eine Kündigung muss immer schriftlich sein. Die Gründe müssen dabei genau angegeben werden, sonst ist die Kündigung nicht wirksam.

    Unabhängig vom Kündigungsgrund stehen dir nach der Kündigung alle Leistungen zu, die du dir bis zum Kündigungszeitpunkt erworben hast - insbesondere Restgehalt und Urlaubsansprüche, die ausbezahlt werden müssen und ein Arbeitszeugnis.

    Folgende Schritte solltest du so schnell wie möglich gehen:

    1.Wende dich an deinen Betriebsrat (falls vorhanden)

    2.Hole dir Rat und Unterstützung bei kompetenten Leuten. Als Gewerkschaftsmitglied gewährt dir deine Gewerkschaft Rechtsschutz bei einem Kündigungsschutzverfahren. Sie hilft dir auch dabei, Klage gegen die Kündigung zu erheben.

    3. Als nächstes solltest du gemeinsam mit deiner Gewerkschaft möglichst schnell einen Antrag für ein Schlichtungsverfahren bei deiner zuständigen Kammer oder dem zuständigen Arbeitsgericht stellen. Sie leitet dann ein Schlichtungsverfahren ein.

    4. Falls deine Klage Erfolg hat, du aber nicht mehr zurück in deinen Betrieb möchtest, kannst du dich jetzt schon mal um einen neuen Ausbildungsbetrieb kümmern. Wende dich an deine Berufsschulsozialarbeit, sie hilft dir dabei, wie es beruflich weitergeht. Für deine Bewerbung kannst du dir bei deiner Berufsschule einen aktuellen Notenstand besorgen. Mehr Infos zur Bewerbung findest du hier: www.azubi-azubine.de/​mein-recht-als-azubi/​kuendigungdurch-den-azubi.html#Bewerbung. Ausbildungsplätze, die sofort zu besetzen sind, findest du unter www.arbeitsagentur.de oder www.meinestadt.de, oder www.ihk.de.
    Schau auch in der Zeitung und in den Stellenportalen im Internet nach oder frag im
    Bekanntenkreis und an der Berufsschule. Auch einen Versuch wert: Suche eines
    Ausbildungsplatzes über soziale Netzwerke wie XING oder LinkedIn. Um deine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, kannst du auch Probe arbeiten.

    Hier ist ein Kontakt zu deiner örtlichen Gewerkschaft:

    IG Metall
    Geschäftsstelle Ludwigshafen-Frankenthal
    Pilgerstr. 1
    67227 Frankenthal

    Telefon: 06233/3563-0
    E-Mail: ludwigshafen-frankenthal@igmetall.de
    Homepage: www.igmetall-ludwigshafen-frankenthal.d​e

    Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.

    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https:/​/​jugend.dgb.de/​++co++f0e4cfdc-7dbc-11e7-b753-525400d872​9f

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße
    Dr. Azubi
    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 07.12.2018 10:02:08


Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.



Ich habe die Datenschutzerklärung der DGB-Jugend gelesen.