Deutscher Gewerkschaftsbund

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Mobbing

Hey zusammen,
Ich habe in meiner Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker enorme Probleme mit meinem Chef. Ich bin im 4 Lehrjahr und habe bereits die theoretische Prüfung geschrieben. Ich muss mir die ganze Zeit anhören wie dumm ich bin und so weiter. Nun die Frage an wen man sich da am besten wenden kann bzw. was ich dagegen machen kann. Soviel ich weiß, kann nach Beginn der Prüfung nicht mehr gekündigt werden. Ich habe bloß mittlerweile nicht mehr die Kraft mich immer wieder gegen solches Verhalten Verteidigen zu müssen. Ich bin in meinem Betrieb kein Einzelfall, jedoch hat der andere Auszubildene nach der Zwischenprüfung den Betrieb gewechselt.
Falls jemand von euch irgendwelche Tipps bzw. Ratschläge zu den oben genannten Punkten habt, würde ich mich sehr freuen, die schnellst möglich zu erfahren

Danke

Dominik Krug: 06.12.2018 22:57:56 |
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  • RE: Mobbing

    Hallo Dominik,

    vielen Dank für deine Anfrage, gern helfen wir dir weiter.

    Das ist eine schwierige Situation in der du dich befindest und ich finde es erstaunlich, wie lange du sie schon erträgst. Es ist auf jeden Fall sehr wichtig, dass du dich gegen den psychischen Druck wehrst, denn dadurch verlierst du ja nicht nur alle Freude an deinem Traumjob, sondern Mobbing macht auf Dauer auch krank! Hier sind ein paar Tipps für dich:

    1. Es ist wichtig, dass du mit Menschen deines Vertrauens über deine Probleme am Ausbildungsplatz sprichst. Wenn du es nur runterschluckst, werden sich die Erfahrungen bald auf deine Seele oder deinen Körper auswirken, z. B. Schlafstörungen, Depressionen, Magen-Darmprobleme.

    2. Du solltest sofort anfangen, ein Tagebuch über die Vorkommnisse zu führen. Wer hat was, wann zu wem gesagt und wer war noch dabei? Oder wer hat wann was getan und wer war noch dabei? Schreib dir alles möglichst genau auf. Auf dieses Tagebuch kannst du dann später zurückgreifen, es kann sehr nützlich sein, wenn du dich wehren willst.

    3. Du solltest möglichst früh Stellung beziehen, wenn du mit dem Verhalten von Kollegen oder Vorgesetzten dir gegenüber oder auch gegenüber anderen nicht einverstanden bist. Sage klar und deutlich, wenn du etwas nicht in Ordnung findest und benenne genau, was es ist! Denn so verschaffst Du Dir Respekt.

    4. Bitte die Person zu einem Gespräch. Überlege dir vor dem Gespräch einige Situationen und Beispiele, in denen das Verhalten der Person besonders verletzend und offensichtlich war. Beginne in dem Gespräch deine Sätze mit „Ich“. Sage also nicht: „Sie kritisieren mich ständig!“ sondern „Ich fühle mich ständig von Ihnen kritisiert und oft empfinde ich die Kritik als nicht gerechtfertigt!“. Versuche sachlich und selbstkritisch zu bleiben. Das Gespräch solltest du nicht alleine führen. Es ist sehr empfehlenswert, eine Person deines Vertrauens oder bestenfalls ein Betriebsratsmitglied mitzunehmen. Es ist auch empfehlenswert, das Gespräch zu protokollieren.

    5. Dein Ausbilder hat dir gegenüber eine Fürsorgepflicht; d.h. er hat die Pflicht dich vor seelischer und körperlicher Gefährdung zu schützen. Er muss deine Anliegen ernst nehmen. Falls dein Ausbilder dein Anliegen nicht ernst nimmt, kann das für dich auch ein Kündigungsgrund darstellen.

    6. Mobbing macht krank. Von daher ist es nicht verwunderlich, falls du unter psychosomatischen Problemen wie Schlafstörungen, Magen-/Darmprobleme, Herz-/Kreislaufprobleme oder unter psychischen Problemen wie Weinkrämpfe, depressive Verstimmungen, Angstsymptome leidest. Wenn die Belastung zu groß wird, solltest du einen Arzt aufsuchen und dich krankschreiben lassen.

    7. Falls dein Betrieb dich loshaben will und dir grundlose Abmahnungen erteilt oder dich kündigt, solltest du schnell reagieren und dich zur Wehr setzen. Hole dir hierbei auf jeden Fall Hilfe bei deiner zuständigen Gewerkschaft.

    8. Wenn du deinen Ausbildungsplatzwechseln musst, weil du gemobbt wirst, hast du eventuell Anspruch auf Schadensersatz gegenüber deinem Betrieb. Hier solltest du dich auch unbedingt an deine zuständige Gewerkschaft wenden.

    9. Solltest du weitergehende Hilfe in Anspruch nehmen wollen, gibt es eine Übersicht für Mobbingberatungsstellen unter folgendem Link: http:/​/​www.work-watch.de/​2012/​10/​hilfestellung-bei-mobbing/​

    Mobbing ist keine schöne Sache, besonders dann nicht, wenn dich dein Ausbilder so behandelt. Mobbing in der Ausbildung passiert leider öfter. Aber das musst du dir nicht gefallen lassen, denn dein Ausbilder hat, wie gesagt, eine Fürsorgepflicht dir gegenüber. Er muss dich also vor solchen angriffen in Schutz nehmen!

    Ich rate dir, bei deiner Gewerkschaft um Hilfe zu bitten. Die können dir helfen einzuschätzen, ob dir evtl. sogar ein Schadensersatz zusteht und welche Ansprüche du gegen deinen Betrieb hast. Einen Kontakt zu deiner Gewerkschaft findest du hier:

    IG Metall
    Geschäftsstelle Rosenheim
    Münchener Str. 24
    83022 Rosenheim
    Telefon: 08031/35898-0
    E-Mail: rosenheim@igmetall.de
    Homepage: www.rosenheim.igmetall.de

    Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.

    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https:/​/​jugend.dgb.de/​++co++f0e4cfdc-7dbc-11e7-b753-525400d872​9f

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße
    Dr. Azubi
    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 07.12.2018 09:50:28


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