Deutscher Gewerkschaftsbund

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MInusstunden und Vertriebsvereinbarung

Ich hab da mal eine Frage,
und zwar sind Minusstunden in der Ausbildung ja nicht erlaubt. Das weiß mein Betrieb auch. Allerdings wird argumentiert, dass wir alle eine Vertriebsvereinbarung unterschrieben hätten, welche einen Jahreszeiterfassungsplan vorsieht. Das heißt wir müssen bei Minusstunden (ungewollten Minusstunden) trotzdem innerhalb eines Jahres nach arbeiten.
Teilweise wurde man morgens angerufen, dass man abends nicht arbeiten kommen braucht wweil nichts los war.
Und dann musste man 11 Tage durcharbeiten.

Ist das rechtens? Dürfen Minusstunden protokolliert werden, wenn es diese Betriebsvereinbarung gibt?
Die kann ja wohl kaum über der IHK stehen oder?

Lisa : 05.12.2018 21:23:47 |
  • RE: MInusstunden und Vertriebsvereinbarung

    Hallo Lisa,

    Danke für deine Anfrage im Forum. Es ist gut, dass du dir Hilfe suchst. Du hast vollkommen recht: so eine Betriebsvereinbarung kann sich nicht über geltendes Recht stellen. Da würden sich die Betriebe vermutlich viel einfallen lassen…

    Hier der rechtliche Rahmen:
    Immer wieder gibt es Azubis, die plötzlich von ihrem Ausbilder erfahren, dass sie Minusstunden angesammelt hätten. In der Regel ist diese Berechnung von Minusstunden nicht rechtens. Denn die Ausbildungsvergütung muss weitergezahlt werden, wenn die Ausbildung aus Gründen, für die du nichts kannst, ausfällt, obwohl du bereitstehen würdest (§19 Berufsbildungsgesetz). Klassisches Beispiel: Dein Ausbilder schickt dich Heim, weil nichts mehr zu tun ist. Oder du bekommst einen Anruf, dass du gar nicht erst kommen sollst. In diesen Fällen bist du bezahlt freigestellt und sammelst keine Minusstunden an. Denn du hast ein Recht darauf, die festgelegte tägliche Arbeitszeit auch zu arbeiten und zu lernen, und wenn es nichts zu tun gibt, kann sich dein Ausbilder ja Lernaufgaben für dich ausdenken: Du bist schließlich Azubi.

    Aus deiner Anfrage geht hervor, dass ihr mehrere Azubis seid, die dieses Problem haben. Da macht es natürlich Sinn, wenn ihr euch zusammentut. Denn zusammen seid ihr stärker. Sucht dann das Gespräch mit eurem Betrieb und macht ihn auf §19 Berufsbildungsgesetz aufmerksam. Wenn das Gespräch nichts bringt, solltet ihr das nochmal schriftlich formulieren. Wenn auch das zu keiner Einsicht führt, solltet ihr euch an eure Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt:

    NGG Region Berlin-Brandenburg
    Berlin
    Gotzkowskystr. 8
    10555 Berlin
    Tel.: 030 / 399 91 50
    Fax: 030 / 39 99 15 32

    region.berlin-brandenburg@ngg.net

    Da kannst du anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und sag, dass du von Dr. Azubi kommst....Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat. Solltest du kein Einkommen haben (also kein Ausbildungsvertrag) gibt es pauschale Beiträge.
    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann klicke hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​++co++f0e4cfdc-7dbc-11e7-b753-525400d872​9f

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße
    Dr. Azubi
    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 06.12.2018 16:30:21


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