Deutscher Gewerkschaftsbund

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Krankheit Fehltage während Ausbildung

Hallo, ich habe eine Krebserkrankung, muss regelmäßig ins KKH und habe manchmal auch Fehltage wegen meiner PSyche, manchmal schaffe ich es dann einfach nicht. Ich gebe mir aber wirklich Mühe und Aufgeben ist keine Option. Nun habe ich jedoch gut 15% Fehlzeiten und meine Lehrer zeigen keinerlei Verständnis für meine Situation. Meine Fehltage sind alle entschuldigt. Auch mit Attesten zum Beispiel für die Krankenhausaufenthalte.
Man hat mir nun nahe gelegt, mich beurlauben zu lassen und das obwohl ich noch 8 Monate bis zur Prüfung habe.

Könnt ihr mir hier einen Rat geben? Zum Beispiel wie hier die rechtliche Lage ist und was ich tun kann, ausser Fehltage so gut es geht zu vermeiden?

LG und danke
eine verzweifelte Azubine

Fragende: 04.12.2018 13:48:16 |
  • RE: Krankheit Fehltage während Ausbildung

    Liebe Fragende,

    vielen Dank für deine Anfrage im Forum und alles Gute für deine Gesundheit und viel Kraft weiterhin. Ich finde es bemerkenswert wie du deine Ausbildung bis jetzt durchziehst.

    Eine Beurlaubung in diesem Sinne gibt es in der Dualen Ausbildung nicht. Es ist nicht in Ordnung, dass du so unter Druck gesetzt wirst und du dir Sorgen machen musst, denn wenn du krank bist, bist du krank! Jeder kann krank werden und es dürfen keine negativen Folgen daraus resultieren. Für die Dauer und den Zeitpunkt kannst du ja nichts. Blöde Kommentare darüber oder versuchte Druckausübung sind nicht in Ordnung, aber es ist natürlich schwierig das abzustellen. Letztendlich zahlt dein Chef selbst drauf, weil es nachgewiesenermaßen die Fehlzeiten erhöht wenn kranke Mitarbeiter nicht positiv begrüßt werden, wenn sie an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.
    Wenn du durch zu hohe Fehl- und Krankheitszeiten bis zur Anmeldung der Abschlussprüfung die vorgeschriebene Ausbildungszeit nicht abgeleistet hast, solltest du Kontakt zu deiner zuständigen Stelle (IHK) aufnehmen und fragen, ob eine Zulassung nicht trotzdem möglich ist. Wenn dir nicht mehr als zehn Prozent (12-15 Wochen) an Ausbildungszeit fehlen hast du gute Chancen zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden und nicht verlängern zu müssen. Das mit den zehn Prozent ist übrigens eine Faustregel - kein Gesetz. Dabei sind auch immer Ausnahmeregelungen möglich. Diese Entscheidung liegt nicht bei deinem Betrieb und der Schule, sondern bei der zuständigen Kammer.

    Wenn du bei hohen Fehl- und Krankheitszeiten bis zur Anmeldung der Abschlussprüfung die vorgeschriebene Ausbildungszeit nicht abgeleistet hast und dir noch wichtige Ausbildungsinhalte fehlen, kann eine Verlängerung im Einzelfall auch sehr sinnvoll sein. Als Grundlage kannst du auch mal anhand deines Ausbildungsrahmenplans durchgehen, welche Ausbildungsinhalte dir aufgrund deiner Krankheitsphase noch fehlen.

    Wenn du über einen längeren Zeitraum während deiner Ausbildungszeit arbeitsunfähig warst und du dich körperlich noch nicht fit genug fühlst wieder in Vollzeit durchzuführen, kann eine stufenweise Wiedereingliederung für dich das richtige sein.
    Gesetzlich heißt es, dass für Arbeitnehmer die innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig sind ein betriebliches Eingliederungsmanagement sinnvoll sein kann und der Arbeitgeber hier die Initiative für das Betriebliche Eingliederungsmanagement zu ergreifen hat.

    Ich rate dir im ersten Schritt mit deinem behandelnden Arzt Kontakt aufzunehmen und ihm deinen gesundheitlichen Zustand und deine Situation am Arbeitsplatz zu schildern und nach seiner Einschätzung zu fragen. Die Wiedereingliederung kann auf Anregen deines behandelnden Arztes in die Wege geleitet werden. Sollte es einen Betriebsarzt geben kannst du dich auch an diesen Arzt wenden. Während der Zeit der stufenweisen Wiedereingliederung bist du offiziell noch krankgeschrieben und erhältst in den meisten Fällen weiterhin Krankengeld von deiner Krankenkasse oder Leistungen von deiner Rentenversicherung. Die Dauer der Wiedereingliederung liegt in der Regel zwischen 6 Wochen und 6 Monaten und hängt von deinem individuellen Gesundheitszustand ab.

    Ich rate dir dich auch an dein zuständiges Integrationsamt zu wenden und dir hier Unterstützung zu holen.

    Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch jederzeit an deine Gewerkschaft wenden.

    Hier ist ein Kontakt für dich:


    Ver.di Hessen
    Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77
    60329 Frankfurt/Main
    Tel.: 069/2569-0
    Fax: 069/2569-1199
    E-Mail: lbz.hessen@verdi.de

    Da kannst du einfach anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi
    P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 04.12.2018 18:41:48


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