Deutscher Gewerkschaftsbund

Achtung: "Dr. Azubi" macht Weihnachtsferien! Im Zeitraum von 24. Dezember 2018 bis 1. Januar 2019 findet die Beratung im "Dr. Azubi"-Forum nur eingeschränkt statt. Es kann daher zu Zeitverzögerungen bei den Antworten kommen. Im neuen Jahr sind wir dann wieder uneingeschränkt für euch da.

Ärger mit dem Chef

Hallo Zusammen,

Ich habe schon seit längerem Probleme mit meinem Chef. Als ich letztes Ausbildungs-/Schuljahr (2.Ausbildungsjahr) die mündliche Prüfung der IHK zum Verkäufer nicht geschafft habe, wollte mich mein Chef auf einen Nach"schreibe"-Termin anmelden, was er nicht tat und muss somit das zweite Lehrjahr wiederholen, weil mein Chef "vergessen" hat, mich anzumelden.
Nun hat sich vor drei Wochen mein Schulrektor bei mir gemeldet und meinte, dass er sich mit meinem Chef in Verbindung setzt, da ich alle Schulischen Prüfungen bestanden habe, nur die, von der IHK nicht. Und er wollte sich eigentlich darum kümmern, dass ich das zweite Ausbildungsjahr nicht wiederholen muss. Als ich meinen Chef vor ca 1 1/2 Wochen darauf angesprochen habe, konnte er mir noch keine Info geben. Nun sind bereits fast 4 Wochen des neuen Ausbilungsjahres vergangen und ich bekomme diesbezüglich immer noch keine Infos.

Ich hatte vom 3.10 bis 6.10 Urlaub und wollte eigentlich weg fliegen, da die Hotels, die Flüge und das Mietauto bereits gebucht waren. Ich war aufgrund von Rückenschmerzen Montags (also am 1.10) beim Arzt und dieser hat mich bis Freitag (5.10) krank geschrieben, was ich aber erst realisiert habe, nachdem ich die Krankmeldung beim Arbeitgeber abgegeben habe. Ein Tag später rufte mich mein Chef an und drohte mir, dass er am 4.10 bei mir einen Hausbesuch abstattet, um zu kontrollieren, dass ich zu Hause geblieben bin und wenn ich nicht zu Hause bin sondern im Urlaub, wird er mich kündigen und ich brauche Montags nicht mehr auf der Arbeit erscheinen. Daraufhin habe ich meinen Urlaub storniert, weil ich meine Ausbildung nicht verlieren möchte und er ist am 4.10 dann doch nicht aufgetaucht.

Zudem müssen meine Azubi-Kollegen und ich regelmäßig Überstunden machen, sodass ich innerhalb 6-9 Monaten zwischen 60 und 80 Überstunden angesammelt habe. Außerdem mussten fast alle Azubis an einem Tag während der Arbeitszeit in einen anderen Betrieb fahren, welcher seit neustem auch unserem Chef gehört und dort aushelfen. Somit hatte ich einen Arbeitstag von 10-22 Uhr und davon 1 1/2 Std Pause.

Kurzfristig müssen wir dann wegen Überstunden-Abbau mehrere Tage oder gar 1-2 Wochen zu Hause bleiben, und bekommen frühestens eine Woche davor bescheid gegeben.

Am Samstag, den 6.10 hat mir ein anderer Azubi den Dienstplan für die kommende Woche geschickt, und da war ich nur für den Donnerstag eingetragen, ohne zu wissen, warum. Heute morgen habe ich bei mir auf der Arbeit angerufen und nachgefragt. Die Begründung der Mitarbeiterin, die den Dienstplan erstellt, war "Wir wussten alle nicht, ob du diese Woche jetzt kommst oder nicht kommst, dann kommst du heute eben um 7:30 Uhr". Aber warum sollte ich denn nicht zur Arbeit kommen, wenn ich jetzt über meine Krankheitstage zu Hause geblieben bin, meine Krankmeldung bis Freitag und mein Urlaub bis Samstag geht? Und wenn es anscheinend niemand weiß, ob ich komme, wieso wurde ich dann für den Donnerstag eingetragen?

Nun zu meinen Fragen:
- Wie lange darf/muss ich noch warten, bis ich eine konkrete Antwort fordern darf, in welchem Ausbildungsjahr ich jetzt tatsächlich weiter machen darf? Und was kann ich tun, wenn ich trotzdem keine Infos bekomme?
- Ist das rechtens, dass mein Chef mir drohen kann mich zu kündigen, wenn ich an einem Kontroll-Hausbesuch nicht zu Hause bin?
- Wie viele Überstunden sind in der Ausbildung erlaubt, oder gibt es überhaupt eine Grenze?

Am liebsten würde ich meine Ausbildung in einem anderen Betrieb fortsetzen, denn reden bringt leider nichts, was ich schon öfter von anderen Kollegen mitbekommen habe. Dort halte ich es nicht länger aus. Wären das schon genug Gründe für eine Kündigung und was müsste ich dafür alles beachten?

Ich danke vielmals für eure Hilfe!

Liebe Grüße
Marcia

Marcia: 08.10.2018 11:04:46 |
  • RE: Ärger mit dem Chef

    Liebe Marcia,

    vielen Dank für deine Nachricht. Gerne helfe ich dir bei deinen Fragen weiter:

    1. Frage: Wie lange darf/muss ich noch warten, bis ich eine konkrete Antwort fordern darf, in welchem Ausbildungsjahr ich jetzt tatsächlich weiter machen darf? Und was kann ich tun, wenn ich trotzdem keine Infos bekomme?

    Du hast ein Recht darauf sofort zu erfahren, was in deiner Ausbildung Sache ist. Schon alleine aus deinem Ausbildungsrahmenpaln und den Aufgaben, die du übertragen bekommst, müsste genau hervorgehen und entnehmbar sein, wo du dich in deiner Ausbildung gerade befindest. Falls dein Cehf sich hierzu nicht äußern kann oder will, wende dich umgehend am die Kammer und frage dort nach. Eigentlich ist dein Chef auch dazu verpflichtet, dich zur Nachholprüfung anzumelden. Wenn er das verpasst, dann macht er sich unter Umständen sogar schadensersatzplichtig.

    2. Frage: Ist das rechtens, dass mein Chef mir drohen kann mich zu kündigen, wenn ich an einem Kontroll-Hausbesuch nicht zu Hause bin?

    Wenn du krankgemeldet bist, bist du krank. Dein Chef darf dich in dieser Zeit nicht mit Anrufen oder Beuschen belästigen. Vorrausetzung ist natürlich, dass du alles ordnungsgemäß erledigt hast. Das heißt, dass du ab dem ersten Fehltag vor Arbeitsbeginn den Betrieb über dein Fehlen informiert hast, gesagt hast wie lange du vorraussichtlich fehlen wirst und ab dem 3. Krankheitstag ein Attest eingereicht hast. Wenn dein Chef berechtigte Bedenken hat, dass deine Krankheit nur vorgetäuscht ist oder du "heimlich" Urlaub nimmst während der Krankschreibung, dann darf er diesem Verdacht nachgehen. Du kannst also tasächlich nicht einfach in den Urlaub fahren. Hast du ja auch nicht gemacht. Du bist aber dennoch nicht dazu verpflichtet zuhasue zu sein. Du kannst selber entscheiden, wo du dich erholst. Du solltest natürlich nicht abends beim Feiern oder beim Sport angetroffen werden. Du musst also nicht zuhause sein, wenn dein Chef einen Überraschungsbesuch macht. Dein Chef darf dir deshalb nicht mit Kündigung drohen.

    4. Frage: Wie viele Überstunden sind in der Ausbildung erlaubt, oder gibt es überhaupt eine Grenze?

    Auch für Azubis über 18 Jahre gibt es Beschränkungen bei der Arbeitszeit. Die tägliche Höchstarbeitszeit liegt bei acht Stunden (§3 Arbeitszeitgesetz). Sie kann zwar auf zehn Stunden täglich und 60 Stunden wöchentlich verlängert werden – aber nur wenn innerhalb von sechs Monaten im Schnitt nicht mehr als acht Stunden gearbeitet wird. Für volljährige Azubis gibt es keine gesetzliche Regelung, welche die Fünf-Tage-Woche vorschreibt, der Samstag ist im Arbeitszeitgesetz ein ganz normaler Werktag. Volljährige dürfen in bestimmten Branchen auch am Sonntag und an Feiertagen beschäftigt werden, wenn die Arbeit nicht an anderen Tagen erledigt werden kann (§9,10 Arbeitszeitgesetz). Allerdings müssen mindestens 15 Sonntage im Jahr arbeitsfrei sein. Außerdem steht dir für die Beschäftigung an Sonntagen ein Ersatzruhetag zu, der innerhalb von zwei Wochen gewährt werden muss. Für die Beschäftigung an einem Feiertag, der auf einen Werktag fällt, steht dir ein Ersatzruhetag zu, der innerhalb von acht Wochen gewährt werden muss (§11 Arbeitszeitgesetz). 

Du darfst also nach dem Arbeitszeitgesetz an sechs Tagen pro Woche durchschnittlich 48 Stunden arbeiten. Trotzdem gilt für fast alle volljährigen Azubis ebenfalls die Fünf-Tage-Woche, weil sie in Tarifverträgen festgelegt ist. Und auch die Arbeitszeit ist oft in Tarifverträgen deutlich niedriger festgelegt. Bei deiner Gewerkschaft kannst du erfragen, ob es für deinen Ausbildungsberuf einen bindenden Tarifvertrag gibt.
    
Auch bei Azubis über 18 Jahren muss die Arbeitszeit durch im Voraus feststehende Pausen unterbrochen werden. Arbeitspausen sind einerseits aus biologischen Gründen notwendig, andererseits dienen sie dazu, Überlastung und Unfallrisiken zu vermeiden. Die Pause muss bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden mindestens 30 Minuten lang sein und bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden mindestens 45 Minuten. Du darfst nicht länger als sechs Stunden ohne Ruhepause beschäftigt werden (§4 Arbeitszeitgesetz).
    Falls dein Betrieb sich nicht an das Arbeitszeitgesetz hält, kannst du ihn bei der Gewerbeaufsicht anzeigen.
    Das mag sich jetzt für viele Azubis seltsam anhören aber: Überstunden musst du als Azubi – im Gegensatz zu normalen Mitarbeitern - nur freiwillig machen. Warum? Du machst keine Ausbildung, um zu arbeiten, sondern um zu lernen, und die normale vereinbarte Arbeitszeit reicht aus, um die Lerninhalte zu vermitteln. Daraus ergibt sich auch folgender Grundsatz: Auch die Überstunden müssen immer dem Zweck der Ausbildung dienen, das heißt dein Ausbilder oder eine ausbildungsbeauftragte Person müssen anwesend sein, wenn du Überstunden leistest! 

    Wenn du Überstunden freiwillig machst gilt:

    Volljährige dürfen durchschnittlich nicht mehr als 48 Stunden und zeitweise maximal 60 Stunden arbeiten – aber nur wenn innerhalb von sechs Monaten im Schnitt nicht mehr als acht Stunden gearbeitet wird (§3 Arbeitszeitgesetz)! 

Achtung: Wenn du nach der gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitszeit noch im Betrieb bist und es kommt zu einem Arbeitsunfall, kannst du Probleme bekommen, weil die Unfallversicherung der Berufsgenossenschaft unter Umständen nicht zahlt. Falls dein Betrieb sich nicht an das Jugendarbeitsschutzgesetz oder das Arbeitszeitgesetz hält, kannst du ihn bei der Gewerbeaufsicht anzeigen.

    Überstunden müssen dir selbstverständlich vergütet oder in Freizeit ausgeglichen werden (§17 Berufsbildungsgesetz).


    Dr. Azubi: 08.10.2018 11:57:39


  • RE: Ärger mit dem Chef

    5. Frage: Am liebsten würde ich meine Ausbildung in einem anderen Betrieb fortsetzen. Dort halte ich es nicht länger aus. Wären das schon genug Gründe für eine Kündigung und was müsste ich dafür alles beachten?

    Du hast nachvollziehbare Gründe deinen Ausbildungsplatz zu wechseln. Ob, das schon für eine frislose Kündigung reicht, kann ich dir aus der Ferne nicht sagen. Überstunden sind zwar in der Ausbildung nicht zulässig und du darfst auch nicht mehr als 10 Std. am Tag arbeiten. Allerdings wurden die Überstunden ja scheinbar immer ausgeglichen. Von daher müsstest du deinen Chef zunächst auf die Verstöße hinweisen und sagen, dass du nicht mehr dazu bereits bist, Überstunden zu absolvieren. Sollte sich dann nichts ändern, hättest du eine besser Ausgangsposition für eine Kündigung. Dass er dir wegen deinem Ausbildungsstand keine Infos gibt, ist auf jeden Fall eine Pflichtverletzung. Setze ihm doch ein Ultimatum bis wann du die Info haben willst. Wenn dann nichts kommt, kannst du Konsequenzen ziehen. Am besten wendest du dich hier auch nochmal an die Kammer. Falsl du der Meinung bist, das bringt alles nichts mehr und ein Ausbildungsplatzwechsel ist umumgänglich, dann ist das vielleicht der beste Schritt. Denn es ist wichtig, dass du richtig ausgebildet wirst und dein Ausbildungsziel nicht gefärdet wird. Hier ein paar Infos zum Thema "Ausbildungsplatzwechsel":
    Bei einem Ausbildungsplatzwechsel gehst du am Besten folgendermaßen vor:
    1. Bewirb dich ab sofort, denn solange du noch einen Ausbildungsplatz hast, sind deine Bewerbungschancen besser. Ausbildungsplätze, die sofort zu besetzen sind, findest du unter www.arbeitsagentur.de oder www.meinestadt.de, oder www.ihk.de. Schau auch in den Stellenportalen im Internet nach sowie in der Zeitung und oder frag im Bekanntenkreis. Auch einen Versuch wert: Suche eines Ausbildungsplatzes über soziale Netzwerke wie XING oder LinkedIn.

    2. Sobald du was Neues hast -und erst dann!- kannst du einen Aufhebungsvertrag machen, wenn dein Betrieb mit deinem Weggang einverstanden ist.

    3. Falls der Betrieb nicht einverstanden ist, kannst du unter Umständen außerordentlich und fristlos kündigen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§22 Berufsbildungsgesetz). Fristlos bedeutet: Du kannst sofort gehen, nachdem du die Kündigung übergeben hast oder nachdem die Kündigung per Post im Betrieb angekommen ist. Wichtige Gründe sind zum Beispiel:

    • schwere und andauernde Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz oder das Arbeitszeitgesetz

    • mangelhafte Ausbildung durch Verstöße gegen die Ausbildungspflicht und berufliche Mängel
    • eine andauernde Beschäftigung mit ausbildungsfremde Tätigkeiten

    • Sexuelle Belästigung oder Züchtigung (körperliche Gewalt)

    • mehrmalig ausbleibende Ausbildungsvergütung
    • wenn deinem Betrieb die Ausbildereignung fehlt, sie entzogen wird oder er gar keine besitzt

    • angeordnete Überstunden, die auch nach Aufforderung nicht bezahlt oder in Freizeit ausgeglichen wurden und durch die das Ausbildungsziel gefährdet ist

    • systematisch schlechte Behandlung (immer wieder Beschimpfungen, Beleidigungen, Benachteiligungen, Diskriminierung)


    Du musst schriftlich und unter genauer Angabe der Gründe (wer, was, wann, wo) kündigen. Sonst ist die Kündigung unwirksam. Sie ist auch unwirksam, wenn dir der auslösende Kündigungsgrund bereits länger als zwei Wochen bekannt war. Wenn du aufgrund von Pflichtverletzungen kündigst, die der Betrieb langfristig nicht beheben kann (z. B.: Entziehen der Ausbildereignung) oder es dir absolut unzumutbar ist weiter in dem Betrieb deine Ausbildung fortzusetzen (z. B. bei sexueller Belästigung), dann kannst du sofort unter Angabe der Gründe fristlos kündigen. Wenn dein Betrieb aber die Möglichkeit hat sein Verhalten zu ändern (z. B. bei ausbildungsfremden Tätigkeiten). Anschließend musst du den Betrieb zunächst auf die Pflichtverletzung in Form einer schriftlichen Abmahnung hinweisen und ihn dazu auffordern die Situation zu ändern. Es kann auch sinnvoll sein die zuständige Kammer mit einzubeziehen und die Schlichtung einzuberufen. Die Schlichtung ist eine Besonderheit in der Berufsausbildung, die zum Ziel hat Streitigkeiten zwischen Azubi und Ausbilder bereits vor einem Gerichtsprozess zu klären. Falls sich daraufhin nichts ändern sollte, dann hast du die Möglichkeit fristlos zu kündigen.

    Eine außerordentliche Kündigung zu schreiben, ist eine Wissenschaft für sich. Deshalb gibt es keine allgemeine Vorlage. Du musst in der fristlosen Kündigung schwere Vorwürfe gegen deinen Ausbildungsbetrieb erheben. Damit die Sache auch wasserdicht ist, solltest du dir unbedingt Hilfe bei deiner Gewerkschaft holen. Rückendeckung kannst du oft auch nach der Kündigung gebrauchen. Denn wenn der Azubi kündigt, ist der Ausbilder oftmals verärgert und gibt dir nicht immer freiwillig, was dir noch zusteht. Zum Beispiel Arbeitszeugnis, Arbeitspapiere, Restgehalt, Urlaubsansprüche, die ausbezahlt werden müssen.

    Hier ist ein Kontakt für dich:
    ver.di vor Ort

    Sitz des Landesbezirks Baden-Württemberg
    Theodor-Heuss-Straße 2 / Haus 1
    70174 Stuttgart

    Tel.: 0711/88788-7
    Fax: 0711/88788-8
    E-Mail: lbz.bawue@verdi.de

    Landesbezirksleiter/in: Martin Gross
    Da kannst du einfach anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

    4. Nachdem deine Kündigung oder der Aufhebungsvertrag durch sind, setzt du deine Ausbildung nahtlos im neuen Betrieb fort. Aber Vorsicht: Du hast wieder bis zu 4 Monate Probezeit.

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi

    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 08.10.2018 11:58:12


  • RE: Ärger mit dem Chef

    Hallo Dr. Azubi
,

    vielen Dank für die Info, das hat mir schon sehr weiter geholfen! Mein Chef hat eben das Gespräch mit mir gesucht, hatte Ihre Antwort davor aber leider noch nicht gelesen, sonst hätte ich Ihre Tipps gleich befolgen können mit dem Ultimatum ect..

    Er meinte zu mir, dass ich die Stornierung meines Urlaubs vorzeigen muss, ansonsten kommt die Kündigung seinerseits.
    Ich habe aber weder den Flug, noch das Hotel storniert, sondern habe es einfach nicht angetreten, da ich nur spätestens 24 Stunden vorher stornieren konnte und ich mich nicht mehr innerhalb des Zeitfensters befand. Darf er die Stornierung anfordern bzw. sehen wollen? Und wenn ja, was kann ich hier tun, wenn ich keine Stornierung vorzeigen kann?

    Vielen Dank im Voraus für eine Info, ich werde DrAzubi auf jeden Fall weiter empfehlen!

    Liebe Grüße
    Marcia

    Marcia: 08.10.2018 14:32:32


  • RE: Ärger mit dem Chef

    Liebe Marcia,

    vielen Dank für deine Nachricht. Schön, dass meine Antwort für dich hilfreich war. Nur um die Wogen zu glätten, kannst du ja versuchen deinem Chef entgegen zu kommen und ihm ein paar Infos zu deinem nichtangetretenem Urlaub geben. Z.B könntest du deinem Chef die Sornierungsmodalitäten des Hotels und der Fluggesellschaft vorlegen. Dann weiss er, warum du keine Stornierung vorgenommen hast. Außerdem könnetst du das Hotel via Email anschreiben und fragen, ob es nicht doch eine Möglichkeit der Rückerstattung für die nichtwahrgenommenen Übernachtungen gibt. Wahrscheinlich werden die dir dann antworten, dass du leider nachträglich nichts bekommst. Das wäre aber schon mal ein Beweis für deinen Chef. Dazu bist du zwar nicht verpflichtet, vielleicht verbessert es aber die betriebliche Situation und die Stimmung zwischen dir und deinem Chef. Dein Chef darf dir aber nicht einfach aus Verdacht kündigen. Denn er kann dir ja garnicht nachweisen, dass du den Urlaub gemacht hast. das sind ja reine Spekulationen seinerseits. Er hat ja nichtmal den Hausbesuch bei dir gemacht. Sogesehen, denke ich, dass er dir nur droht. Du hast ja auch keine schriftliche Abmahnung erhalten. Frsitlos kündigen kann er nur innerhalb von 2 Wochen nach Bekanntwerden des Kündigungsgrundes. Wenn also nicht bald was kommt, ist die Kündigung eh nicht mehr Möglich. Allerdings würde ich es an deiner Stelle nicht darauf ankommen lassen, sondern umgehend Hilfe einschalten. Wende dich an die Kammer und bitte um eine Schlichtung. Zusätzlich würde ich an deiner Stelle dringend Kontakt zur Gewerkschaft aufnehmen.

    Ich hoffe dir weitergeholfen zu haben und drücke dir die Daumen für deine weiteren Schritte!

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi

    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 09.10.2018 14:08:22


Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.



Ich habe die Datenschutzerklärung der DGB-Jugend gelesen.