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Dr. Azubi

Ablehnung Verkürzung der Ausbildung

Guten Tag, ich habe folgendes Anliegen: ich habe von Beginn der Ausbildung an, auf eine Verkürzung hingearbeitet (bin Mutter und mache die Ausbildung in Teilzeit). Ich habe einen Notendurchschnitt von 1,0 und auch auf der Arbeit engagiere ich mich und mache meinen Job gut. Mündlich wurde häufig die Verkürzung angesprochen und mein Chef hat schon mehrmals betont, wie toll er das findet, das ich das mache und ob ich nicht sogar noch schneller als 6 Monate verkürzen könnte. Plötzlich stellt mir mein Chef ein Ultimatum: entweder ich bleibe nach der Ausbildung im Betrieb oder er verweigert die Zustimmung der Verkürzung. Ich erfülle alle Anforderungen einer Verkürzung und mündlich hat er seine Zustimmung häufig gegeben. Darf er das? Und was kann ich jetzt tun? Ich habe ein großes Problem mit der Filialleitung und deshalb kann ich mir nicht vorstellen, im Betrieb zu bleiben. Es ist eine psychische Belastung für mich. Mein Chef weiß von der Problematik, macht aber nichts dagegen. Danke für Ihre Unterstützung. 

RE: Ablehnung Verkürzung der Ausbildung

Hallo Elisia,

danke, dass du dich mit deinem Anliegen an Dr. Azubi wendest! Es tut mir wirklich leid zu hören, dass du dich in einer so schwierigen Situation befindest. Du kannst sehr stolz auf deinen guten Notenschnitt sein und ich finde es super, dass du deine Ziele in dieser Hinsicht erreicht hast! Lass mich dir zunächst einmal versichern, dass die Verknüpfung der Verkürzung deiner Ausbildung mit dem Verbleib im Betrieb, absolut unzulässig ist. Dein Chef sollte das auch wissen. Aber nun dazu wie sich die Lage darstellt und was du machen kannst: 

Gemäß dem Berufsbildungsgesetz hast du unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, deine Ausbildungszeit zu verkürzen. Dazu gehört ein sehr guter Notenschnitt (welchen du bereits hast) und die Zustimmung der Ausbilder*innen, sowie der zuständigen Industrie und Handwerkskammer. Es ist unzulässig, die Zustimmung zur Verkürzung der Ausbildung an die Bedingung zu knüpfen, dass du nach der Ausbildung im Betrieb bleibst. Dein Chef kann dich nicht zwingen, eine solche Entscheidung zu treffen, besonders wenn du alle Voraussetzungen für die Verkürzung erfüllst.

Setze dich noch einmal mit deinem Chef zusammen und erkläre die Situation. Weise darauf hin, dass es unzulässig ist, die Verkürzung an die Bedingung der Weiterbeschäftigung zu knüpfen. Reiche eine schriftliche Anfrage zur Verkürzung der Ausbildungszeit bei deinem Chef ein und fordere eine schriftliche Antwort. So hast du einen klaren Nachweis über die Ablehnung und die Gründe dafür. Wende dich an deine zuständige IHK und schildere die Situation. Sie sind dafür zuständig, die Einhaltung der Ausbildungsstandards zu überwachen und können dir weiterhelfen, wenn dein Chef sich unrechtmäßig verhält.

Außerdem würde ich dir dringend empfehlen Kontakt zu deiner Gewerkschaft aufzunehmen. Sie kann dir hier den Rücken stärken und dir auch kostenlose Rechtsberatung und Beistand bieten! Die nächste Geschäftsstelle in deiner Nähe findest du hier: 

ver.di-Geschäftsstelle Freiburg

Friedrichstraße 41-43

79098 Freiburg

Tel.: 0761/2855-0

E-Mail: service.bawue@verdi.de

Da kannst du einfach anrufen, nach einem*einer Jugendsekretär*in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst. Alternativ kannst du natürlich auch eine E-Mail schreiben, in der du das Problem noch einmal darstellst.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

Hier kannst du Gewerkschaftsmitglied werden: https://www.dgb.de/mitmachen/mitglied-werden

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