© DGB-Jugend

Dr. Azubi

Kündigung in der Ausbildung

Hallo zusammen, 

ich habe in der Berufsschule einige Schwierigkeiten ich habe bis jz in edv nur 5 geschrieben, im Betrieb krieg ich auch Hilfe aber es bringt leider auch nichts. Ich habe auch Nachhilfe dafür jedoch bringt das auch nichts. Leider müssen wir unsere Noten vorzeigen bzw. Alle schlechten und unterzeichnen vom Betrieb. Da ich nur schlechte Noten geschrieben habe, hab ich Angst das man mich aus dem Grund kündigen kann. Ich habe grad meine Probezeit mit Bravour bestanden, jedoch macht mir dieses Thema große Angst. 

RE: Kündigung in der Ausbildung

Hallo lieber Azubi,

schön, dass Du dich an Dr. Azubi wendest.

Zu allererst kann ich dich beruhigen: Schlechte Noten sind kein Kündigungsgrund. Dennoch solltest Du dir weiter Hilfe suchen, denn der Inhalt den Du in der Berufsschule und im Betrieb lernst, ist wichtig für den Beruf, den Du nach der Ausbildung ausüben wirst. Es gibt verschiedene Möglichkeiten dir Hilfe zu suchen, einige hast Du ja schon wahrgenommen. Eine weitere Möglichkeit ist die "Assistierte Ausbildung (AsA Flex)". Die assistierte Ausbildung hat das Ziel, deinen Ausbildungserfolg zu sichern. Sie können dir bei Bedarf zu Beginn und jederzeit während der Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung gewährt werden. Ein spezieller Unterricht und gegebenenfalls begleitende sozialpädagogische Betreuung tragen zum Abbau von Sprach- und Bildungsdefiziten bei und/oder fördern das Erlernen fachtheoretischer Kenntnisse und fachpraktischer Fertigkeiten. Das Gute dabei, es entstehen dir keinerlei Kosten. Der Zeitaufwand für AsA flex beträgt mindestens 3 Stunden pro Woche. Wende dich also am besten einmal an deine Berufsschule und die örtliche Agentur für Arbeit, wenn du merkst, dass du Probleme in deiner Ausbildung hast.

Solltest Du doch wegen deiner schlechten Noten Probleme im Betrieb bekommen, solltest Du dich unbedingt dagegen wehren. Sollte es z.B. doch zu einer Kündigung kommen sind hier ein paar Tipps für dich:

Eine Kündigung muss immer schriftlich sein. Die Gründe müssen dabei genau angegeben werden, sonst ist die Kündigung nicht wirksam.

Die Kündigung eines minderjährigen Azubis muss grundsätzlich auch gegenüber den gesetzlichen Vertreter*innen - im Allgemeinen also gegenüber den Eltern - erklärt werden.

Unabhängig vom Kündigungsgrund stehen dir nach der Kündigung alle Leistungen zu, die du dir bis zum Kündigungszeitpunkt erworben hast - insbesondere Restgehalt und Urlaubsansprüche, die ausbezahlt werden müssen und ein Arbeitszeugnis.

Folgende Schritte solltest du so schnell wie möglich gehen:

  • Wende dich an deinen Betriebsrat (falls vorhanden)
  • Hole dir Rat und Unterstützung bei kompetenten Leuten. Als Gewerkschaftsmitglied gewährt dir deine Gewerkschaft Rechtsschutz bei einem Kündigungsschutzverfahren. Sie hilft dir auch dabei, Klage gegen die Kündigung zu erheben.

Hier ist ein Kontakt zu deiner örtlichen Gewerkschaft:

Ver.di Bremen

Bahnhofsplatz 22-28
28195 Bremen

Tel.: 04213301111
E-Mail: service.nds-hb@verdi.de

Da kannst du einfach anrufen, nach einem*einer Jugendsekretär*in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst...

Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg bei deiner Ausbildung und hoffe sehr, dass eine gute Lösung für dich in deiner jetzigen Situation findest.

Viel Erfolg! Dies war ein Service deiner Gewerkschaft! Als Gewerkschaftsjugend kämpfen wir Tag für Tag für gute Ausbildung, höhere Löhne, Umverteilung und Bildungsgerechtigkeit. Kurz: Für eine solidarische und antifaschistische Gesellschaft. Zusammen sind wir stärker – werde Mitglied!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

RE: Kündigung in der Ausbildung

Hallo ,

Ich bin aus Marokko gekommen, um eine berufliche Ausbildung (Speditionskaufmann und Logistikdienstleistungen)aber leider wurde ich vom Anfang an entlassen, weil das Konsulat aufgrund von großem Druck das Visum verzögert hat. Jetzt bin ich hier in Deutschland und suche nach einem neuen Berufsausbildungsvertrag, aber leider habe ich keinen gefunden. Ich habe einen Arbeitsvertrag im gleichen Bereich gefunden, jedoch in Vollzeit. Ist es rechtlich möglich, dass das auslanderbehorde dies akzeptiert?

RE: Kündigung in der Ausbildung

Hallo lieber Azubi,

schön, dass Du dich an Dr. Azubi wendest.

Das klingt nach einer schwierigen Situation in der Du steckst. Ich hoffe sehr, dass Du dein Visum inzwischen bekommen hast. Um einen neuen Ausbildungsplatz zu finden gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich empfehle dir, dich zu deiner Situation beraten zu lassen. Der Internationale Bund bietet hier sehr gute Angebote an: https://www.internationaler-bund.de/standort/204605. Dort kannst Du dich melden und einen Termin vereinbaren.

Ausbildungsplätze, die sofort zu besetzen sind, findest du unter https://www.arbeitsagentur.de oder https://www.meinestadt.de, oder https://www.ihk.de. Schau auch in den Stellenportalen im Internet nach sowie in der Zeitung und frag im Bekannt*innenkreis. Auch einen Versuch wert: Suche eines Ausbildungsplatzes über soziale Netzwerke wie XING oder LinkedIn.

Deinen neuen Job musst Du der Asländerbehörde melden. Diese erteilt dir dann eine Erlaubnis oder nicht. Das ist meistens eine Einzelfallentscheidung.

Ich wünsch Dir viel Erfolg, bei der Suchen eines neuen Ausbildungsplatzes.

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft. Als Gewerkschaftsjugend kämpfen wir Tag für Tag für gute Ausbildung, höhere Löhne, Umverteilung und Bildungsgerechtigkeit. Kurz: Für eine solidarische und antifaschistische Gesellschaft. Zusammen sind wir stärker – werde Mitglied!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.

Bist du in der Probezeit?*
Bist du Gewerkschaftsmitglied?*
Darf deine Telefonnummer oder deine E-Mail-Adresse an interessierte Journalist*innen für Hintergrundgespräche, Zitate oder Interviewanfragen weitergegeben werden?*
Über Antworten und Kommentare zu meiner Anfrage im Forum möchte ich per E-Mail informiert werden.*