Deutscher Gewerkschaftsbund

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Ausbildungsförderung

Guten Tag , Ich musste aufgrund der plötzlichen  Auwanderung meiner Einkommenlosen Mutter in eine eigene Wohnung ziehen um meine Ausbildung abschliešen zu können .Die Ausbildung geht noch bis 01.2022 Nun habe ich ein Einkommen von monatlich 836 Euro Brutto Netto 667 Euro dazu kommt Weihnachtsgeld 309,20 und Urlaubsgeld 368 Euro . Da die Miete allein schon 410. Euro warm kostet (mietkategorie 2) Kaltmiete (290 +120 Nebenkosten ) habe ich BAB beantragt diese gewähren mir nur einen Zuschuss von 26 Euro im Monat und nun weiß ich nicht weiter alle Behörden schicken mich weiter die Dame vom BAB sagt ich muss ALG 2 beantragen die wiederum sagen bekomme ich nicht ich soll Wohngeld beantragen das soll ich aber auch nicht bekommen . Ich bin wirklich am verzweifeln und möchte auf keinen Fall meine Ausbildung verlieren aber das ist alles soviel in meinem Kopf und keiner will helfen und mir sagen was ich wo beantragen muss oder was mir zusteht ich meine ich habe mir das auch nicht ausgesucht so kurz vor Ende der Ausbildung in so ein Dilemma zu geraten aber es ist ein Härtefall in meinen Augen (Unterhaltszahlungen sind ausgeschlossen ) 

ich hoffe mir kann hier jemand helfen ich habe hart für meinen Weg gekämpft . 

Mit freundlichen Grüßen 

Denny: 29.03.2021 |
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  • RE: Ausbildungsförderung

    Hallo,

    vielen Dank für deine Nachricht. Gerne helfe ich dir bei deiner Frage weiter. Du solltest dich unbedingt nochmal mit den sachbearbeiter_innen der Agentur für Arbeit über deinen Antrag setzen und schauen, wo du evtl Ausgaben übersehenn hast. Du kannst z.B auch die Fahrtkosten zum Betrieb und zur Berufsschule anrechen und noch einige anderen Sachen. Ich stelle dir im Anschluss eine Übersicht zusammen. Außerdem hast du einen Aspruch auf dein Kindergeld, wenn du nicht mehr zuhasue wohnst. Falls du das nicht schon erhältst, solltest du das mit deiner Mutter besprechen und Kindergeldstelle bescheid geben, dass das Geld nun auf dein Konto überwiesen werden soll. Ich würde auch mal überprüfen, ob die Sachbarbeiter_innen davon ausgehen, dass du Unterhalt von deinen Eltern bekommst?

    Außerdem könntest du noch zusätzlich neben dem BAB ALG II beantragen. Hier würde ich mihc auch nicht entmutigen lassen und von Behörde zu Behörde schicken lassen. Stell einfach mal den Antrag. Falls du dir unsicher bist, wied as alles geht, kannst du die Sachbearbeiter_innen um Hilfe biten. Sie sind dazu verpflichet dir beim Ausfüllen der Unterlagen behilflich zu sein.

    HIer noch ein paar allgemeine Infos zum BAB:

    Die Berufsausbildungsbeihilfe soll dir eine Ausbildung trotz knapper Finanzen ermöglichen. Diese Beihilfe ist ein pauschaler Zuschuss für den Lebensunterhalt und Kinderbetreuungskosten. In der Regel bekommst du aber nur einen Teil davon, da BAB an eine ganze Reihe von Bedingungen geknüpft ist:

    Gefördert wird in der Regel nur die erste Ausbildung.

    Nur staatlich anerkannte Ausbildungen werden gefördert (betriebliche oder außerbetriebliche Ausbildungen), sowie berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen.

    Wenn du noch Minderjährig bist, erhältst du nur dann BAB, wenn du nicht mehr bei deinen Eltern wohnen kannst, weil der Ausbildungsbetrieb zu weit entfernt liegt (rund eine Stunde für jeden Weg). Diese Voraussetzung muss allerdings nicht erfüllt werden, wenn du aus schwer zumutbaren sozialen Gründen nicht zu Hause wohnen kannst, verheiratet bist oder mindestens ein Kind hast.

    Die finanzielle Situation deiner Eltern und dein Einkommen werden bei der Berechnung von BAB berücksichtigt.


    Um Berufsausbildungsbeihilfe zu bekommen, stellst du einen Antrag bei der Agentur für Arbeit. Die Agentur für Arbeit verlangt dann eine ganze Reihe von Bescheinigungen. Antragsformulare erhältst du direkt bei der Agentur für Arbeit oder telefonisch unter 0800 4555500. Stelle deinen Antrag möglichst vor Ausbildungsbeginn, auch wenn dir noch Unterlagen fehlen. BAB wird nicht rückwirkend gezahlt. Je später du den Antrag stellst, umso später gibt es auch Geld!

     

    Für den Antrag müssen

    * der Personalausweis


    * der Mietvertrag für die eigene Wohnung


    * der Nachweis für die Fahrtkosten zwischen eigener Wohnung und Arbeitsstelle (z. B.  Monatskarte bzw. Kostenschema des örtlichen Nahverkehrsbetriebes oder geschätzter Sprit-Verbrauch, wenn man auf das eigene Auto angewiesen ist)


    * ein Angebot eines öffentlichen Verkehrsmittel (in der Regel Bahn und Bus) für die Heimfahrt zum Elternhaushalt


    * der eventuelle Nachweis über erhöhte Aufwendungen für die Arbeitsbekleidung


    * der Ausbildungsvertrag


    * ein Einkommensnachweis des Auszubildenden (Höhe der Ausbildungsvergütung)

    vom Auszubildenden eingereicht werden.

    Darüber hinaus muss auch ein Einkommensnachweis der Eltern und ein Nachweis über eventuell vorhandene Geschwister (z. B. Geburtsurkunden) eingereicht werden. Es wird der Steuerbescheid deiner Eltern vom vorletzten Kalenderjahr verlangt. Falls sich die Einkommensverhältnisse deiner Eltern danach wesentlich verschlechtert haben (Arbeitslosigkeit, Rente) kannst du auf Antrag auch den aktuellen Steuerbescheid einreichen

    Achtung: Es kann passieren, dass du kein BAB erhältst, weil deine Eltern die erforderlichen Auskünfte nicht geben. Oder du erhältst kein BAB, weil das Einkommen deiner Eltern zu hoch ist, aber sie zahlen dir keinen Unterhalt. In diesen Fällen kannst du trotzdem BAB erhalten: Wende dich an deine Gewerkschaft!

    Ob du Anspruch hast und wie viel dir grob zusteht kannst du dir online unter www.bab-rechner.arbeitsagentur.de ausrechnen!

     

    Der seit 2007 geltende Wohnkostenzuschuss wurde zum 01.08.2016 gestrichen. Wenn ihr bisher einen Anspruch auf diesen Zuschuss hattet, dann könnt ihr nun reguläre SGB II Leistungen beantragen und darüber einen Zuschuss zu den Kosten der Unterkunft erhalten. In der BAB ist auch ein pauschaler Zuschuss zur Miete enthalten ist. Dieser beträgt seit Mitte 2010 höchstens 75€, der allerdings oft nicht die Mietkosten deckt. Der Zuschuss zu den Kosten der Unterkunft gleicht den Unterschied zwischen deiner echten Miete und dem pauschalen Zuschuss aus. Dieser Mietzuschuss wird aber nur gewährt wenn deine Wohnung in Größe und Preis angemessen ist. Zudem müssen Azubis unter 25 den Zuschuss vor Auszug beantragen. Die ALG II Leistungen musst du extra bei der ARGE beantragen - frage einfach bei der Agentur für Arbeit nach.

    Gute Tipps bekommst du vielleicht auch unter www.sozial-hotline.de. Da gibt es eine kostenlose Hotline und die Mitarbeiter kennen sich im Sozialrecht gut aus!

    Ich hoffe dir weitergeholfen zu haben und wünsche dir viel Erfolg bei deinen weiteren Schritten.

    Das war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Dein Dr. Azubi

    Dr. Azubi: 30.03.2021


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