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Ausbildung vorzeitig beenden

Hallo,

ich hab einige Beiträge hier durchgelesen, aber nichts passendes gefunden, darum schreibe ich jetzt selbst meine "Geschichte".

Folgendes:

Ich bin im 3. Lehrjahr in der Tierpflegeausbildung und im Mai ist schriftliche Abschlussprüfung und vorraussichtlich erst ende Juli die praktische Abschlussprüfung. Die praktische AP hat sich aufgrund von Corona bereits um eineinhalb Monate verschoben, normalerweise wäre sie Anfang Juni. Ist auch okey für mich, nur habe ich bereits eine fixe Zusage einer Stelle, die ich nach der Ausbildung antreten kann. Die brauchen mich aber eigentlich schon ab 1. Juni, was nicht möglich ist, da ich noch nichtmal weiß, wann jetzt die Prüfungen wirklich stattfinden.

Ich würde jetzt gerne schon früher aus meinem Vertrag aussteigen, und die Prüfung (zu der ich ja eigentlich schon angemeldet bin) eigenständig nachmachen.

Ich hab mit meiner Ausbilderin geredet und die meinte, dass das ein sehr großer bürokratischer Aufwand für die Personalstelle wäre und es stellt sich dann auch die Frage, ob ich überhaupt zur praktischen AP zugelassen werde.

Bei der IHK trau ich mich nicht nachfragen, da die ziemlich Dicke mit meiner Ausbilderin sind und ich schonmal deswegen Zoff mit ihr hatte, da "ich sie ja übergehe und ihr nicht vertraue".

Jetzt wollte ich hier mal um Rat fragen. Ich würde mir die praktische AP ja schließlich selber zahlen und bin ja eigentlich schon angemeldet. Wäre es wirklich so umständlich, den Vertrag um einen oder zwei Monate zu verkürzen?

Falls das eine Auswirkung hat: Ich habe bereits meine Ausbildung um ein Jahr verkürzt, sodass ich das zweite Lehrjahr übersprungen hab und aus diversen Gründen bin ich mir nicht sicher wie sehr ich meiner Ausbilderin in der hinsicht noch trauen kann.

Danke schonmal für die Antwort, ich hoffe sie bringt mich weiter :)

Viele Grüße!

Markus21: 28.03.2021 |
  • RE: Ausbildung vorzeitig beenden

    Hallo Markus!

    Vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gerne helfen wir dir.

    Leider können wir nicht einschätzen wie viel Bürokratie es für deinen Arbeitgeber bedeutet den Ausbildungsvertrag aufzulösen. Kündigen kannst du den Vertrag nur, wenn du die Ausbildung aufgeben willst mit einer Frist von vier Wochen oder aus einem wichtigen Grund, fristlos. Dabei können wichtige Gründe sein:

     

    • schwere und andauernde Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz oder das Arbeitszeitgesetz


    • mangelhafte Ausbildung durch Verstöße gegen die Ausbildungspflicht und berufliche Mängel

    • eine andauernde Beschäftigung mit ausbildungsfremde Tätigkeiten


    • Sexuelle Belästigung oder Züchtigung (körperliche Gewalt)


    • mehrmalige ausbleibende Ausbildungsvergütung

    • wenn deinem Betrieb die Ausbildereignung fehlt, entzogen wird oder er gar keine besitzt


    • angeordnete Überstunden, die auch nach Aufforderung nicht bezahlt oder in Freizeit ausgeglichen wurden und durch die das Ausbildungsziel gefährdet ist


    • Systematisch schlechte Behandlung (immer wieder Beschimpfungen, Beleidigungen, Benachteiligungen, Diskriminierung)


     

    Wenn hier nichts vorliegt, kannst du deinen Ausbildungsvertrag also nur durch einen Aufhebungsvertrag auflösen. Darauf muss sich dein Ausbildungsbetrieb nicht einlassen. Du könntest aber nochmal mit deiner Ausbilderin reden und vielleicht auch mit der Personalabteilung und deine Situation darlegen. In der Regel möchte dir ja niemand deinen beruflichen Werdegang blockieren und vielleicht findet ihr zusammen auch einen Kompromiss.

     

    Die konkreten Voraussetzungen zur externen Prüfung kann die leider nur die IHK benennen. Darum wirst du leider direkt dort anfragen müssen. Eventuell hast du dann ja auch schon eine Lösung mit deiner Ausbilderin gefunden.

     

    Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch jederzeit an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:


     

    Ver.di München
    Neumarkter Str. 22
    81673 München

    Tel.: 089/59977-0
    E-Mail: service.bayern@verdi.de

     

    Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.

     

    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

     

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

     

                   

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi          

    Bitte empfiehl unseren Service weiter!

     

    Hier kannst du Mitglied werden

    https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

     

    Dr. Azubi: 07.04.2021


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