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In den Betrieb nach Block Unterricht

Hallo Dr Azubi, 

die Situation in der ich mich derzeit befinde ist folgende, ich arbeite in Frankfurt am Main, und soll dort auch in die Berufsschule. Da ich über 60km von Frankfurt entfernt wohne, muss ich mit Bus und Bahn zur Schule anreisen, was für eine einfache Strecke insgesamt mit 1.std 54min (laut Bahn Web site, in Realität 2,5 Std) zu Gewicht schlägt. Jetzt möchte mein Ausbildungsbetrieb, dass ich nach der Schulen noch in den Betrieb fahre, was ebenfalls mit Bus und Bahn innerhalb Frankfurts weitere 60-70 Minuten dauert. Ich fand im Netz Infos, das transport Wege bei der Anreise für Berufsschule angerechnet werden müssen. Kann mein Betrieb das überhaupt von mir verlangen? Auch wenn ich volljährig bin? Immerhin würde das bei mir bedeuten, 5 Std täglich in Bus und Bahn zu sitzen. Wann ich da noch lernen sollte wäre mir ein Rätsel...

Peter: 10.09.2020 |
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  • RE: In den Betrieb nach Block Unterricht

    Hallo Peter,

    vielen Dank für deine Anfrage, gern helfen wir dir weiter.

    Ich kann nachvollziehen, dass dir die Situation Probleme bereitet und hoffe dir ein wenig weiterhelfen zu können.

    Auch Volljährige sind nach dem Gesetz für den Berufsschulunterricht freizustellen, die Teilnahme am Unterricht geht der betrieblichen Ausbildung vor (§15 Berufsbildungsgesetz). Das gilt auch dann, wenn du nicht mehr schulpflichtig bist. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat in seinem Urteil vom 26. März 2001 (Az: 5 AZR 413/99) festgelegt, wie die Berufsschulzeiten auf die Arbeitszeit angerechnet werden müssen: Die Freistellung umfasst demnach nicht nur die reine Unterrichtszeit, sondern auch die Zeiten des notwendigen Verbleibs in der Berufsschule, zum Beispiel unterrichtsfreie Zeiten, Pausen und die Wegzeiten zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb. Oft verlangen Ausbilder von volljährigen Azubis, dass sie nach der Berufsschule noch in den Betrieb kommen sollen. Hier gilt: Von der täglichen Arbeitszeit wird die gesamte Zeit in der Berufsschule abgezogen, falls die Berufsschule während der üblichen Arbeitszeit stattfindet. Außerdem wird der Weg von der Berufsschule in den Betrieb auf die Arbeitszeit angerechnet. Ist die Zeit, die der Azubi nach der Berufsschule noch im Ausbildungsbetrieb verbringen kann zu kurz, um dem Ausbildungszweck zu dienen – nämlich weniger als 30 Minuten, kann der Ausbilder die Rückkehr des Azubis nicht verlangen.

    Mein Rat wäre, dich nochmal an deine zuständige Gewerkschaft zu wenden. Die Kolleginnen und Kollegen kennen sich mit diesen Themen sehr gut aus und können dich im Zweifelsfall auch rechtlich beraten. Hier ist ein Kontakt für dich: 

     

    IG Metall

    Geschäftsstelle Achaffenburg 
    Haselmühlweg 1 
    63741 Aschaffenburg

    Tel.: +49 6021 8642 0
    Fax: +49 6021 8642 12
    E-Mail: aschaffenburg@igmetall.de

     

    Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren wollt, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße
    Dr. Azubi     
    P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 16.09.2020


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