Deutscher Gewerkschaftsbund

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Kurzarbeitergeld

Guten Tag,

beim letzten Eingang meiner Ausbildungsvergütung stellte ich fest, dass ein größerer Betrag fehlt.

Als ich meine Chefin darauf angesprochen habe, erklärte sie mir, dass ich seit März in Kurzarbeit bin, da Auszubildende nach 7 Wochen auch KUG beziehen dürfen.

Davon habe weder ich, noch meine Kollegen, etwas von gewusst. Ich war in der Zeit allerdings auch arbeiten gewesen, zwar nicht 8h am Tag, aber mindestens 4 Stunden am Tag. Aus diesem Grund kann sie mich aber doch nicht auf 100%-ige Kurzarbeit setzen. Da ich die Hälfte der Zeit gearbeitet habe, steht mir doch das ganze Gehalt zu. Die eine Hälfte würde meine Chefin bezahlen, die andere Hälfte müsste dann der Staat zuschießen.

JonasM: 20.06.2020 |
  • RE: Kurzarbeitergeld

    Hallo Jonas,

    vielen Dank für deine Anfrage, gern helfen wir dir weiter.

    Kurzarbeit für Auszubildende gibt es in der Regel nicht. Der Betrieb muss dich auch bei Kurzarbeit weiter ausbilden.

    Ausbildung kann auch unabhängig von der tatsächlichen Auslastung der Betriebe durchgeführt werden. Der Ausbildungsbetrieb hat nach § 14 Berufsbildungsgesetz (BBiG) eine Pflicht dich auszubilden. Das heißt, dass der Ausbildungsbetrieb alle Mittel ausschöpfen muss, um deine Ausbildung weiter zu gewährleisten. Hierbei hat er beispielsweise folgende Möglichkeiten:

    # Umstellung des Ausbildungsplans durch Vorziehen anderer Lerninhalte

    # Versetzung in eine andere Abteilung

    # Rückversetzung in die Lehrwerkstatt

    # Theoretische Vermittlung von Lerninhalten (z. B. schriftliche Aufgabenstellungen, Lektüre, digitale Lernmedien)

    # Aufgrund der besonderen Situation kann für einen beschränkten Zeitraum auch ein alternativer Ausbildungsort (Home Office etc.) sinnvoll sein.

    Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann Kurzarbeit auch für Auszubildende in Frage kommen. In diesem Fall hast du zunächst Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für mindestens sechs Wochen (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 BBiG).

    Danach sollte aus unserer Sicht dann das Kurzarbeitergeld greifen. Abweichend von der gesetzlichen Mindestdauer können Ausbildungs- und Tarifverträge längere Fristen vorsehen. Informiere dich bei deiner Jugend- und Auszubildendenvertretung, deinem Betriebs- oder Personalrat oder deiner zuständigen Gewerkschaft, ob es eine Betriebsvereinbarung oder einen Tarifvertrag dazu gibt.

    Tatsächlich kann dich deine Ausbilderin, wenn du letztlich doch in Kurzarbeit bist, auf 100% setzen, wenn du zumindest den halben Tag anwesend bist. Bist du 4 Stunden anwesend, muss sie dir für diese Stunden dein normales Gehalt zahlen und darf nur die restliche Zeit als Kurzarbeit melden und auch so vergüten. Alles andere wäre nämlich Betrug.

    Mein Rat wäre, dich nochmal an deine zuständige Gewerkschaft zu wenden. Die Kolleginnen und Kollegen kennen sich mit diesen Themen sehr gut aus und können dich im Zweifelsfall auch rechtlich beraten. Hier ist ein Kontakt für dich:

     

    NGG

    Geschäftsstelle Dresden
    Schützenplatz 14
    01067 Dresden
    Tel.: 0351 / 49 77 27 610
    Fax: 0351 / 49 77 27 615
    region.dresden-chemnitz@ngg.net
    www.ngg.net/dresden-chemnitz

     

    Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren wollt, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße
    Dr. Azubi     
    P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 23.06.2020


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