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Tätigkeit im Betrieb beenden vor der Abschlussprüfung

Meine Anmeldung zu den Abschlussprüfungen meiner Berufsausbildung erfolgte bereits und laut der IHK bekomme ich meine Einladung zur mündlichen Prüfung die am 08.06.2020 und zur schriftlichen Prüfung die am 18.- und 19.06.2020 stattfindet, Anfang nächster Woche zugeschickt. 

Während meiner Ausbildung hatte ich einige Auseinandersetzungen mit meinem Vorgesetzten woran auch bis heute leider auch nichts geändert hat. Werde jetzt nicht auf alle Einzelheiten eingehen können, da dass alles sehr umfangreich ist. Ich bin psychisch sehr belastet und komme jeden Abend weinend nach Hause. Ich habe mir überlegt ob ich nicht bis zur veröffentlichung meiner Prüfungsergebnisse einen Krankenschein machen sollte, was mir wiederum eventuell bei der Teilnahme der Prüfungen Schwierigkeiten bereiten könnte. Zudem wird mein Chef dann auch wieder alles versuchen um mich einen Schritt zurück zu bringen und eventuell auch weigern mir ein Ausbildungszeugnis auszustellen, in das er nebenbei bemerkt nichts schlechtes schreiben kann, da ich stets meine Aufgaben zu seiner vollsten Zufriedenheit erledigt habe und mir nichts zu schulden kommen lassen habe. Ich habe viel schlucken müssen. 

was könnte ich tun um meine Tätigkeit vorzeitig zu beenden jedoch trotzdem ohne Probleme meine Prüfung schreiben zu können. Die IHK habe ich schon oft kontaktiert, hat bis heute aber leid nix gebracht. Ich habe noch 4 Wochen bis zur Prüfung und ich kann mir das nicht mehr antun. Ich würde die Zeit lieber nutzen um zu Hause zu lernen und nicht um mit noch weitere Demütigungen und psyschichen Stress zufügen zu lassen. 

Elisa : 15.05.2020 |
  • RE: Tätigkeit im Betrieb beenden vor der Abschlussprüfung

    Hallo Elisa!

    Vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gerne helfen wir dir.

    Es bewundernswert, dass du die Situation so lange ausgehalten hast und verständlich, dass du das jetzt nicht länger möchtest.

    Bei Fehlzeiten in der Ausbildung gilt eine Faustformel von 10%. In der Regel sind 10% Fehlzeiten kein Problem bei der Prüfungszulassung. Das sind ca. 12-15 Wochen der Ausbildung. Allerdings gibt es dazu keine gesetzliche Reglung, sondern nur die Faustformel. Am Ende entscheidet jeder Prüfungsausschuss nach dem Einzelfall.

    Ansonsten gibt es grundsätzlich auch die Möglichkeit einer externen Prüfung. Also einer Prüfung ohne Ausbildungsbetrieb. Nähre Informationen kann dir dazu eigentlich deine IHK geben. Auch wenn deine Versuche bisher nicht so erfolgreich waren, kannst du dich vielleicht noch einmal mit den konkreten Fragen wenden. Oft hilft es, wenn man etwas genauer wissen möchte, als wenn man allgemein fragt.

    Es ist sogar gesetzlich festgeschrieben, dass du nach dem Ende der Ausbildung Anspruch auf ein Arbeitszeugnis hast (§16 Berufsbildungsgesetz). Dabei muss dein Ausbilder das Zeugnis eigenhändig unterschreiben, ein vollständig elektronisch hergestelltes Zeugnis mit gescannter Unterschrift ist verboten. Wenn du kein qualifiziertes Zeugnis verlangst, kann dir dein Ausbilder erst einmal ein einfaches Arbeitszeugnis ausstellen. In einem einfachen Arbeitszeugnis stehen keine Bemerkungen über dein Verhalten und deine Leistung.
Es enthält nur Angaben über Art, Dauer und Ziel der Berufsausbildung sowie über die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die du dir erworben hast.

     

    Sofern du es verlangst, muss dir dein Ausbildungsbetrieb ein qualifiziertes Arbeitszeugnis ausstellen. Hier wird auch dein Verhalten und deine Leistung bewertet und kommentiert. Du solltest unbedingt auf einem qualifizierten Zeugnis bestehen, da es üblich ist. Das qualifizierte Arbeitszeugnis muss wohlwollend sein, das heißt dein Ausbilder muss dir die bestmögliche Beurteilung geben, ohne zu lügen.

    Für Unterstützung bei der IHK und auch wenn es Probleme mit deinem Ausbildungszeugnis gibt kannst du dich an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ein Kontakt:

    Ver.di Saarbrücken
    St.-Johanner-Straße 49
    66111 Saarbrücken

    Tel.: 0681/98849-0
    Fax: 0681/98849-499
    E-Mail: bz.saar-trier@verdi.de

    Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.

     

    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

     

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

     

                   

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi          

    Bitte empfiehl unseren Service weiter!

     

    Hier kannst du Mitglied werden

    https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

    Dr. Azubi: 17.05.2020


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