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Corona und Homeoffice

Hallo,

Ich bin im ersten Ausbildungsjahr und ein Abteilungswechsel steht an. Der Ausbildungsbeauftragte (100% Heimarbeit) sowie meine Ausbilderin (50% Heimarbeit) sind zurzeit im Homeoffice. Das gesamte Büro ist praktisch leer, außer den vereinzelten Mitarbeitern die sich ein bis zwei mal pro Woche blicken lassen. Die gesamte IT kommuniziert momentan über MSTeams. Leider ist trotz vielen Unterstützern und Protesten die Heimarbeit für uns Azubis vom HR Chef weiterhin verboten (verweis auf IHK - die würde das nicht zulassen). 

Nun bin ich ganz allein mit einem anderen Azubi in der Abteilung. Anweisungen erhalte ich über Teams und Mail. Leider ist es nicht möglich die für diese Abteilung vorgesehenen Ausbildungsinhalte vermittelt zu bekommen, da niemand anwesend ist, der mir die speziefische Programmiersprache zeigen kann. Das wurde mir im Vorgespräch schon mitgeteilt.

Meine Frage: Darf das sein? Ist es okay, dass Azubis anwesend sein müssen um ausgebildet zu werden, die Verantwortlichen aber dauerhaft von Zuhause arbeiten? Und das während Corona?

Schonmal lieben Dank für die Antwort!

Kaya : 14.05.2020 |
  • RE: Corona und Homeoffice

    Hallo Kaya,

    vielen Dank für die Anfrage, gern helfen wir dir weiter.

    Ausbildung kann nur dann stattfinden, wenn am Ausbildungsplatz ein Ausbilder oder ein Ausbildungsbeauftragter anwesend ist, der dich ausbildet. Laut § 14 Abs. 1 Nr. 2 des Berufsbildungsgesetzes (BBIG) muss der Ausbildende selbst ausbilden oder einen Ausbilder oder eine Ausbilderin ausdrücklich damit beauftragen. Der Ausbilder oder die Person, die mit der Ausbildung beauftragt ist, muss dem Azubi Fragen beantworten und ihn in Arbeitsvorgänge einweisen. Er oder sie muss seine Arbeitsergebnisse kontrollieren und dafür sorgen, dass der Azubi alle wichtigen Ausbildungsinhalte erlernt. Daraus ergibt sich, dass er eigentlich immer anwesend sein muss. Der Azubi darf also nicht alleine am Ausbildungsplatz sein oder nur in Gesellschaft von anderen Azubis, Praktikanten und Ungelernten, die als Ausbilder nicht geeignet sind. Alle Verstöße gegen diese Ausbilderpflicht sind eine Ordnungswidrigkeit und können nach §102 Berufsbildungsgesetz mit einem Bußgeld geahndet werden!

    Das heißt also, dass zumindest eine ausbildungsbefugte Person da sein muss um euch zu beaufsichtigen. Alleine schon um im Zweifelfall sicherzustellen, dass euch nichts passiert. Auch muss der Ausbildungsrahmenplan erfüllt werden und so ergibt sich, wie festgestellt, dass die Anwesenheit eines Ausbilders nötig ist.

    Mein Rat wäre, dich nochmal an deine zuständige Gewerkschaft zu wenden. Die Kolleginnen und Kollegen kennen sich mit diesen Themen sehr gut aus und können dich im Zweifelsfall auch rechtlich beraten. Hier ist ein Kontakt für dich:

    IG Metall

    Geschäftsstelle Frankfurt 
    Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77
    60329 Frankfurt

    Tel.: 069/242531-0
    Fax: 069/242531-42
    E-Mail: frankfurt-am-main@igmetall.de

    www.igmetall-frankfurt.de

    Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren wollt, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße
    Dr. Azubi     
    P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 19.05.2020


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