Deutscher Gewerkschaftsbund

Ausbildungswechsel

Hallo,

ich bin momentan im ersten Ausbildungsjahr als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung und mir mittlerweile sehr unsicher, ob ich die Ausbildung weiterführen möchte oder nicht.
Die Schule macht mir bislang keine Probleme, da hab ich nur gute Noten, was mich an der Ausbildung jedoch zweifeln lässt, ist das Programmieren an sich. Ich wusste zwar von Anfang an, dass es nicht einfach sein wird und hatte vor mich einfach durchzubeißen. Jedoch habe ich den Eindruck, dass mir Programmieren einfach nicht liegt weil ich Schwierigkeiten habe, logische Zusammenhänge zu verstehen. Und das, obwohl ich auch in meiner Freizeit versuche, mir das Programmieren beizubringen. Kurz gesagt: ich dachte es macht irgendwann 'klick' und komplexe Zusammenhänge werden klarer und verständlicher. Mir fällt es auch sehr schwer, meinem Ausbilder zu folgen, wenn er mir etwas erklärt. 
Mathematik war nie meine Stärke aber ich glaube fast, dass das auch einer der Gründe ist, weshalb mir logisches Verständnis fehlt. 
Ich denke daher zurzeit über einen Ausbildungswechsel nach. Da ich in der Webentwicklung tätig bin, würde mir der Bereich Design/Grafik ansprechen, ich zeichne auch häufiger in meiner Freizeit.
Mein nächster Schritt wäre es, mit meinem Ausbilder zu sprechen und seine Meinung einzuholen und evtl. noch meinen Vorgesetzten mit einzubeziehen. 
Vielen Dank im voraus!

moon: 11.02.2020 |
  • RE: Ausbildungswechsel

    Lieber Moon,

    vielen Dank für deine Anfrage im Forum.

    Ich rate dir auch mit deinen Praxislehrkräften der Schule zu sprechen. Sie können dich sicherlich auch noch unterstützen und dich gut einschätzen.

    Auch kannst du einmal den Ausbildungsrahmenplan zur Hand nehmen und abgleichen welche Ausbildungsinhalte du noch erlernen musst und auf welchem Stand du aktuell sein müsstest.

    Es kann auch sinnvoll sein, wenn du deinen Ausbilder zu Rat holst. Denk aber daran: es ist deine Entscheidung wann du kündigst und welchen Weg du gehst. Wenn du nicht mehr in der Probezeit bist, stehst du unter einem besonderen Kündigungsschutz.

    Um deinem Berufswunsch näher zu kommen, findest du eine Übersicht über beinahe alle erlernbaren Berufe beim BMWA (Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit) unter:

    Zu jedem Beruf gibt es ausführliche Informationen, zum Beispiel wie lange die Ausbildung dauert, was man lernt, was man damit anfangen kann, wie man eine Ausbildungsstelle für diesen Beruf findet.

    Wenn du jetzt zwar viele Berufe kennst, aber trotzdem nicht weißt, was du machen sollst, dann schau unter www.perspektive-plus.de.

    Hier findest du viele Hilfen bei der Berufswahl, unter anderem einen Test, der deine Stärken ermittelt.

    Ebenso kannst Du dich an das Berufsbildungszentrum (BIZ) der örtlichen Agentur für Arbeit wenden und dich dort kostenlos über alle möglichen Berufe beraten lassen.

    Jeder hat ein Grundrecht auf freie Berufswahl - das steht in der deutschen Verfassung. Deshalb hast du immer die Möglichkeit, mit einer Frist von vier Wochen zu kündigen, wenn du die Berufsausbildung aufgeben und/oder den Ausbildungsberuf wechseln willst (§22 Berufsbildungsgesetz). Es genügt, wenn zum Zeitpunkt der Kündigung der ernsthafte Wille zur Berufsaufgabe oder zum Berufswechsel vorliegt. Das bedeutet aber nicht, dass du die Ausbildung in diesem Beruf nie wieder fortsetzen kannst. Du kannst deine Meinung auch wieder ändern, dich erneut bewerben und die Berufsausbildung in demselben oder in einem anderen Betrieb fortsetzen. Zum Zeitpunkt der Kündigung muss aber der ernsthafte Wille zur Berufsaufgabe vorliegen und du solltest diese Kündigung nicht verwenden, wenn du nur den Ausbildungsplatz wechseln willst. Wenn du ordentlich kündigst aber nur den Ausbildungsplatz wechseln willst und dein ehemaliger Betrieb dahinter kommt, kann er dich unter Umständen auf Schadensersatz verklagen. Zudem kann es zu Problemen mit der zuständigen Kammer beim Eintragen deines neuen Ausbildungsverhältnisses kommen.

    Unabhängig von der Kündigungsart stehen dir nach der Kündigung alle Leistungen zu, auf die du dir einen Anspruch erworben hast, zum Beispiel Restgehalt, Urlaubsansprüche die ausbezahlt werden müssen, Arbeitszeugnis. Überlege dir die Kündigung gut. Kündige nie in Situationen, in denen du unter Druck gesetzt wirst! Hier findest du eine Vorlage für eine ordentliche Kündigung:

    Adresse Azubi
    Adresse Betrieb

    Ort/Datum

    Ordentliche Kündigung

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    hiermit kündige ich mein Ausbildungsverhältnis nach § 22 Abs. 2 Nr. 2 Berufsbildungsgesetz mit vier Wochen Frist zum ________(Datum eintragen, das in vier Wochen sein wird), weil ich meine Berufsausbildung aufgeben will.

    Mit freundlichen Grüßen,
    ____________(Unterschrift Azubi)

    Wenn du noch weitere Unterstützung brauchst, dann kannst du dich auch an deine zuständige Gewerkschaft vor Ort wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:

    ver.di Würzburg
    Berliner Platz 9
    97080 Würzburg

    Tel.: 0931/32106-0
    Fax: 0931/32106-18
    E-Mail: bz.wue-ab@verdi.de

    Da kannst du einfach anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße

    Dr.Azubi

    Dr. Azubi: 12.02.2020


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