Deutscher Gewerkschaftsbund

Probleme in der Ausbildung

Hallo! 

ich bin im 2 Lehrjahr meiner 3 Jährigen Ausbildung! 🤪

ich habe schon länger Probleme mit der Berufsschule, durch Vorkenntnisse dir mir aus der alten Schule fehlen. Und lange auch mangelnde Zeit durch tägliches 4. Stündiges pendeln. Das pendeln ist nun aber Vergangenheit. Und ich versuche mein bestes was das lernen angeht, mich früh genug auf den Hosenboden zu setzen und mit dem lernen zu beginnen. Trotzdem kommt dabei nie wirklich was gutes raus. Naja, nach dem furchtbar schlechtem 1. Lehrjahr war ich bisher immer froh, wenn ich eine 4 erreicht habe und keine 5 oder 6.! Nun ist dem aber so, dass meine Chefin gleichzeitig auch meine Ausbilderin ist, diese Teile mir mit, dass wenn die Zwischenprüfung negativ ausfällt sie das ausbildungsverhältnis nicht fortsetzen könne. Ich hab mir natürlich die größte Mühe gegeben und eigentlich auch gar kein schlechtes Gefühl aber trotzdem Angst das natürlich trotzdem was schief gegangen sein könnte. Meine Zeugniss für dieses Halbjahr ist leider, nicht das wunderbarste mit 6/5/5/5/4/4/4/4 wobei ich schon wie gesagt froh bin, dass sie 4en mittlerweile überwiegen. Dazu kommt, und das ist momentan mein größter Schlafrauber. Ich fehle häufig durch Migräne, allerdings bleibe ich der Schule oder dem Betrieb niemals einfach fern. Ich melde mich morgens immer regelgerecht in der Schule und auch im Betrieb ab. Mein Einziger Fehler ist : ich vergesse, diese Fehlzeit durch den Betrieb in der Schule zu entschuldigen und das Resultat ist auf meinem Zeugnis - 42 Fehlstunden. 


meine Frage ist nun: gelten diese 42 Fehlstunden nun als Schwänzen und als nicht nachgehen meiner Berufschulpflicht? 



kann ich aufgrund der Noten gekündigt werden und wenn ich in der Zwischenprüfung nicht gut angeschnitten habe gekündigt werden? 


Eine schriftliche Abmahnung habe ich bisher noch nicht erhalten. Ein Gespräch von meiner Ausbildern und mir wurde von ihr allerdings bereits einmal protokolliert. Wo mir aber auch nicht deutlich gemacht wurde, dass es sich um eine mündliche Abmahnung handelt. 



Liebe Grüße :) 

Anna00: 10.02.2020 |
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  • RE: Probleme in der Ausbildung

    Hallo Anna00,

    vielen Dank für deine Anfrage, gern helfen wir dir weiter.

    Es ist löblich, das du dich verbessern möchtest! Natürlich geht so etwas nie von jetzt auf gleich und manchmal will es auch nicht so klappen wie man es sich wünschen würde, aber gib nicht auf.

    Krankheit ist nie ein Kündigungsgrund! Solange du dich ordnungsgemäß krankmeldest, kann dir deine Chefin also nicht kündigen. Deine Gesundheit geht immer vor und sollte auch nicht als Grund vorgeschoben werden. Genauso wenig, wie man dich wegen Krankheit kündigen kann, kann man dich wegen schlechten Noten kündigen. Das gilt auch für die Zwischenprüfung – also keine Sorge.

    Wenn du dir schwer mit dem Lernen tust, könntest du überlegen ausbildungsbegleitende Hilfen zu beantragen. Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) haben das Ziel, deinen Ausbildungserfolg zu sichern. Sie können dir bei Bedarf zu Beginn und jederzeit während der Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung gewährt werden. Ein spezieller Unterricht und gegebenenfalls begleitende sozialpädagogische Betreuung tragen zum Abbau von Sprach- und Bildungsdefiziten bei und/oder fördern das Erlernen fachtheoretischer Kenntnisse und fachpraktischer Fertigkeiten. Das Gute dabei, es entstehen dir keinerlei Kosten. Der Zeitaufwand für abH beträgt 3–8 Stunden pro Woche. Wende dich also am Besten einmal an deine Berufsschule und die örtliche Agentur für Arbeit, wenn du merkst, dass du Probleme in deiner Ausbildung hast.

    Damit eine Abmahnung formal richtig ist, muss ganz genau drin stehen, welche Pflichtverletzung dir zum Vorwurf gemacht wird. Außerdem muss dir eine Abmahnung auch immer die Kündigung androhen, falls du deine Leistung oder dein Verhalten nicht änderst. Es gibt eine Faustregel, die besagt, dass der Kündigung eines Azubis mindestens zwei Abmahnungen vorausgehen müssen (Ausnahme: Bei groben Vergehen wie zum Beispiel Diebstahl kann auch ohne Abmahnung gekündigt werden). Per Gesetz hat der Ausbilder nämlich „erzieherische Pflichten“, was im Klartext bedeutet, dass du erst mal durch die Abmahnung die Chance bekommst, dazuzulernen. Deshalb muss die Abmahnung auch relativ bald nach deiner Pflichtverletzung ausgesprochen werden, also nicht zum Beispiel ein Jahr später, denn dann kannst du ja nichts mehr ändern!

    Mein Rat wäre, dich nochmal an deine zuständige Gewerkschaft zu wenden. Die Kolleginnen und Kollegen kennen sich mit diesen Themen sehr gut aus und können dich im Zweifelsfall auch rechtlich beraten. Hier ist ein Kontakt für dich:

    Ver.di
    Geschäftsstelle Hannover
    Goseriede 12
    30159 Hannover
    Tel.: 0511/12400-0
    Fax: 01805/837343 25500
    E-Mail: service.nds-hb@verdi.de

    Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren wollt, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/++co++f0e4cfdc-7dbc-11e7-b753-525400d8729f

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!     

    Liebe Grüße
    Dr. Azubi     
    P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 12.02.2020


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