© DGB-Jugend

Dr. Azubi

Kündigung bzw. Freistellung

Ich bin im 2. Lehrjahr und wurde jetzt freigestellt, seit ca. 1 Monat schon. Ich habe eine neue Chefin bekommen, die mich nicht leiden kann. Ich wurde dazu gedrängt selbst zu kündigen, was ich jeden Tag erneut abgelehnt habe. Mein Problem ist ich möchte wenigstens die Verkäufer Prüfung Ende des Jahres machen, deshalb müsste ich noch 2 Monate beschäftigt sein, gestern hat mir die Zentrale allerdings bescheid gegeben, das sie mich kündigen. Selbst wenn ich dagegen angehe, werde ich nicht weiter beschäftigt oder? Ich weiss nicht was ich jetzt machen kann und bitte um Ratschlag

RE: Kündigung bzw. Freistellung

Hallo ,
Ich habe im September meine Ausbildung in einer geförderten Ausbildung begonnen.
Bei mir wurde bei der Einstellung nur ein Drogentest gemacht , weiter gab es keine Untersuchung . Ich habe eine , als ich jetzt bei einen Gespräch meine Krankheit erwähnt habe , will mein Arbeitgeber ein Schreiben von meinen arzt haben ,das ich geeignet bin diesen zu erlernen . Sie haben mich jetzt erstmal freigestellt bis ich den Termin beim Arzt habe.

RE: Kündigung bzw. Freistellung

Hallo Damian,

Danke für deine Anfrage im Forum. Gerne helfen wir dir weiter.

Wenn du vor dem Beginn deiner Ausbildung noch nicht 18 Jahre alt bist, musst du dich laut § 32 Jugendarbeitsschutzgesetz von einem Arzt untersuchen lassen. Dabei wird gecheckt, ob du für die von dir gewählte Ausbildung körperlich geeignet bist. Der Arzt stellt dir dann eine ärztliche Bescheinigung aus. Ohne diese Bescheinigung darf dein Ausbildungsbetrieb dich nicht mit deiner Ausbildung beginnen lassen. Die Untersuchung ist für dich kostenlos. Spätestens ein Jahr nach Beginn deiner Ausbildung musst du dich noch mal ärztlich untersuchen lassen.

Aus deiner Anfrage lese ich heraus, dass du bereits volljährig bist. Das bedeutet, dass du solch eine Untersuchung gesetzlich nicht machen musst. Allerdings ist es vor allem in deinem Interesse, wenn du abklärst, ob du deinen Beruf trotz Krankheit machen kannst.
Ich empfehle dir also, tatsächlich zum Arzt zu gehen und dich mit ihm zu beraten, ob dein gewählter Beruf für dich geeignet ist. Wenn ja, dann ist alles gut und du könntest deinem Betrieb auch eine Bescheinigung bringen.

Wenn allerdings dein Arzt der Meinung ist, dass dein Beruf körperlich zu anstrengend ist, dann solltest du auf deinen Arzt hören. Sonst besteht Gefahr für dich und deine Gesundheit.
Das würde dann aber nicht bedeuten, dass du gekündigt werden kannst. Du kannst dich dann erstmal krank schreiben lassen und dir einen neuen Plan für deine berufliche Zukunft machen.

Dr. Azubi wünscht dir alles Gute!

Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:

IG Metall
Strasse / Nr. Besenbinderhof 60
PLZ / Ort: 20097 Hamburg
Telefon: +49 40 2840862 10
Fax: +49 40 2840862 60
E-Mail: hamburg@igmetall.de

Homepage: www.igmetall-hamburg.de

Da kannst du anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und sag, dass du von Dr. Azubi kommst....Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat. Solltest du kein Einkommen haben (also kein Ausbildungsvertrag) gibt es pauschale Beiträge.
Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann klicke hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​++co++f0e4cfdc-7dbc-11e7-b753-525400d872​9f

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße
Dr. Azubi
P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

RE: Kündigung bzw. Freistellung

Hallo, 
durch Corona haben wir immer weniger Aufträge. Die Firma geht jetzt auch in Kurzarbeit. Alle, außer die Azubis. Wir müssen weiterhin voll Arbeiten gehen. 
Das Problem: ich habe nichts zu tun. 
Kann ich mich von der Firma freistellen lassen im beispielsweise von zuhause aus für die Schule zu lernen?

LG

RE: Kündigung bzw. Freistellung

Liebe Güldi,

vielen Dank für deine Anfrage im Forum.

Ausbildung kann auch unabhängig von der tatsächlichen Auslastung der Betriebe durchgeführt werden. Der Ausbildungsbetrieb hat nach § 14 Berufsbildungsgesetz (BBiG) die Pflicht, dich auszubilden. Das heißt, dass der Ausbildungsbetrieb alle Mittel ausschöpfen muss, um deine Ausbildung weiter zu gewährleisten. Hierbei hat er beispielsweise folgende Möglichkeiten:

  • Umstellung des Ausbildungsplans durch Vorziehen anderer Lerninhalte.
  • Versetzung in eine andere Abteilung.
  • Rückversetzung in die Lehrwerkstatt.
  • Theoretische Vermittlung von Lerninhalten (z. B. schriftliche Aufgabenstellungen, Lektüre, digitale Lernmedien).
  • Aufgrund der besonderen Situation kann für einen beschränkten Zeitraum auch ein alternativer Ausbildungsort (Home-Office etc.) sinnvoll sein.

Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch jederzeit an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:


ver.di Dresden
Cottaer Str. 2
01159 Dresden

Tel.: 0351/49476-0
Fax: 0351/49476-32
E-Mail: bz.swos@verdi.de

Da kannst du anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!             

Liebe Grüße

Dr. Azubi          

Bitte empfiehl unseren Service weiter!

Hier kannst du Mitglied werden

https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

RE: Kündigung bzw. Freistellung

Hallo Dr. Azubi,

ich befinde mich im 2ten Ausbildungsjahr zum Industriekaufmann in der Möbelbranche.

Ich habe schon einen neuen anderen Ausbildungsplatz gefunden, bei dem ich schon eine feste Zusage habe, wo es am 01.08 los geht.

Ich hatte vor noch vor dem 15.06. meine schriftliche ordentliche Kündigung abzugeben.

Im Moment habe ich keinerlei Lust mehr und Motivation im Unternehmen zu arbeiten, zumal, sofern dann auch die Kollegen wissen, dass man geht, dem entsprechend die Stimmung ist...

Kann ich mit dem Personallern vereinbaren, dass Sie mich unbezahlt freistellen? 

Oder lieber gleich einen Auflösungs Vertrag vereinbaren und zum frühstmöglichen Zeitpunkt gehen?

Selbst wenn mein AG mich nicht freistellen wollte? Hätte ich herunter gerechnet auf die 6 Monate noch 5 Tage Rest Urlaub.

Die übrigen Tage würde ich mich einfach von meinem Arzt krankschreiben lassen....

Ist so eine unvergütete Freistellung möglich?

Danke im Voraus!!

LG

Jonathan

RE: Kündigung bzw. Freistellung

 

Hallo Jonathan,

 

Danke für deine Anfrage im Forum. Gerne helfen wir dir weiter.

 

Du willst in deinem Betrieb aufgrund von Berufsaufgabe ordentlich kündigen. Bei einer ordentlichen Kündigung hast du eine Kündigungsfrist von vier Wochen nach Abgabe der Kündigung.

 

Wenn du es im Betrieb nicht mehr aushältst, solltest du erstmal deinen Resturlaub verbraten. Eine Auszahlung ist weniger wert als ihn wirklich abzufeiern.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, dich unbezahlt freistellen zu lassen, wenn du das möchtest. Dabei verzichtest du aber auf deinen Lohn.

 

Ein Aufhebungsvertrag zum nächstmöglichen Termin ist eine weitere Möglichkeit, bei der du aber ebenfalls nicht weiterbezahlt wirst.

 

Überlege dir, was für dich die beste Variante wäre und stelle vorher sicher, dass es mit der neuen Ausbildung auch wirklich klappt. Im besten Fall hast du schon den unterschriebenen Ausbildungsvertrag in der Tasche.

 

 

Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:

 

Ver.di Ludwigshafen
Kaiser-Wilhelm-Straße 7
67059 Ludwigshafen

Tel.: 0621/59184-0
Fax: 0621/59184-20
E-Mail: bz.pfalz@verdi.de

 

Da kannst du anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und sag, dass du von Dr. Azubi kommst....Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat. Solltest du kein Einkommen haben (also kein Ausbildungsvertrag) gibt es pauschale Beiträge. Hier findest du weitere

 Infos: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann klicke hier: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

                                          

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

                                                     

Liebe Grüße                                         

Dr. Azubi

RE: Kündigung bzw. Freistellung

Hallo zusammen,

darf ein Betrieb einen Azubi vor Ausbildungsende vorzeitig freistellen und das schriftliche Arbeitszeugnis vorenthalten sowie die Lohnfortzahlung verweigern?

Macht sich der Betrieb damit sogar eventuell Schadensersatzpflichtig? Und lohnt es sich dagegen zu klagen? Und wer trägt die Kosten wenn dem Azubi recht gegen wird?

Kann man ohne weiteres damit vor die Presse treten ohne Konsequenzen zu befürchten?

Danke für Rat

RE: Kündigung bzw. Freistellung

Hallo Chris,

vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gerne möchten wir dich weiter unterstützen.

Wenn du die Abschlussprüfung oder den zweiten Teil der Abschlussprüfung bestehst, endet dein Ausbildungsverhältnis, sobald die Ergebnisse vom Prüfungsausschuss bekannt gegeben wurden (§21 Berufsbildungsgesetz). Wenn du die Abschlussprüfung nicht bestehst, endet deine Ausbildung an dem Datum, das in deinem Ausbildungsvertrag als Ausbildungsende angegeben ist, es sei denn, du stellst einen Antrag auf Verlängerung (§21 Berufsbildungsgesetz). Das sind die gesetzlichen Regelungen . Vorher kann dein Ausbildungsverhältnis nur durch eine fristlose Kündigung beendet werden. Und hierfür musst du extrem gegen deine Pflichten als Auszubildender verstoßen haben. Es ist also absolut nicht in Ordnung wie dein Betrieb handelt.

Schadensersatz wegen vorzeitiger Beendigung des Ausbildungsverhältnisses (§23 Berufsbildungsgesetz): Wird das Berufsbildungsverhältnis nach der Probezeit vorzeitig gelöst, so kann der Azubi oder der Ausbilder einen Ersatz für den dadurch entstandenen Schaden verlangen. Voraussetzung hierfür ist jedoch ein Verschulden der anderen Vertragspartei. Wenn zum Beispiel der Ausbilder seinen Pflichten nicht nachkommt und den Azubi nicht ausbildet und der Azubi deshalb kündigt, kann der Azubi als Schadensersatz die Differenz zwischen Ausbildungsvergütung und Hilfsarbeiterlohn verlangen. Der Azubi muss seinen Anspruch allerdings beweisen. Der Anspruch muss innerhalb von drei Monaten geltend gemacht werden.

Bei vielen Streitigkeiten im Arbeitsleben ist guter Rechtsschutz notwendig. Falls deine Eltern eine Rechtsschutzversicherung haben, bist auch du in aller Regel bis zum Ende der ersten Ausbildung mitversichert und somit Anwalts Liebling. Prüfe aber, ob der Rechtsschutz auch für das Arbeitsrecht gilt.

Mitglieder der Gewerkschaften haben über ihre Gewerkschaft Rechtsschutz bei arbeits- und sozialrechtlichen Fragen. Dieser gilt auch bei aufenthaltsrechtlichen Fragen von Ausländern. Für Auszubildende ist der Eintritt in die Gewerkschaft die günstigste Möglichkeit um Rechtschutz zu haben: Azubis zahlen nur einen Beitrag von zirka fünf Euro im Monat.

Hole dir Rat und Unterstützung bei kompetenten Leuten. Als Gewerkschaftsmitglied gewährt dir deine Gewerkschaft Rechtsschutz bei einem Kündigungsschutzverfahren. Sie hilft dir auch dabei, Klage gegen die Kündigung zu erheben.

Hier ist ein Kontakt zu deiner örtlichen Gewerkschaft:

ver.di Bremen
Bahnhofsplatz 22-28
28195 Bremen

Tel.: 0421/3301-111
Fax: 01805/837343 25500
E-Mail: service.nds-hb@verdi.de

Da kannst du einfach anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und auch

ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter

RE: Kündigung bzw. Freistellung

Hallo,

ich wurde so eben freigestellt. Ich bekomme mein normales ausbildungsgehalt doch darf nicht mehr zur Arbeit kommen. Mir wurde gesagt dass ich die Prüfungen trotzdem machen kann und wenn ich die bestehe eine normalen Ausbildungsberuf erfolgreich absolviert hätte. 
Dennoch möchte ich die Freistellung nicht akzeptieren, da die Argumente meines Arbeitgebers lachhaft sind wie zb Beschwerde einiger Mitarbeiter über mangelndes Interesse oder seltener Fehler die ich mache worauf ich nicht mal hingewiesen wurde sondern erst als das Gespräch zur Freistellung kam. Fehlen war auch ein Argument aber natürlich waren alle Tage entschuldigt außer vor längerer Zeit waren es 3 Tage unentschuldigt doch dafür hab ich dann eine Abmahnung bekommen...

wie kann ich rechtlich gegen diese Freistellung gehen ? 

danke für die Hilfe 

Mit freundlichen Grüßen 

RE: Kündigung bzw. Freistellung

Hallo Saban,

vielen Dank für deine Anfrage, gern helfen wir weiter.

Das klingt erstmal seltsam. Wenn man nicht auf Fehler hingewiesen wird, kann man sie ja auch nicht beheben und wie sollst du daraus dann etwas lernen? Auch Fehlzeiten, schon gar keine entschuldigten, sind ein Grund für eine Freistellung. Da scheint wohl etwas mehr dahinter zu stecken. Mein Rat wäre daher, dich nochmal an deine zuständige Gewerkschaft zu wenden. Die Kolleginnen und Kollegen kennen sich mit diesen Themen sehr gut aus und können dich im Zweifelsfall auch rechtlich beraten. Hier ist ein Kontakt für dich:

NGG

Geschäftsstelle Bergischland-Niederrhein
Willstätterstraße 13
40549 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 50 669 50
Fax: 0211 / 50 66 95 19
region.blnr@ngg.net
www.ngg-krefeld-neuss.de

Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren wollt, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße
Dr. Azubi     
P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

RE: Kündigung bzw. Freistellung

Hallo, 

Ich habe ein großes Problem, im November gehen meine Prüfungen los. Gestern als ich zur Arbeit gegangen bin habe ich meinem Chef gesagt das ich ihm mein Berichtsheft vorlege, daraufhin wurde er lauter und meinte nur ich kann nachhause gehen ich brauch nicht mehr kommen und das ich Freigestellt bin. 

Der Grund für das Ganze, letzte Woche hatte ich Berufsschule und war dort 4 Tage Krank. War auch beim Arzt und hatte einen Ärtzliche Krankenschein den ich in der Schule abgegeben habe. 

Meine Frage ist darf mein Arbeitgeber sowas einen Monat vor Beginn der Prüfung überhaupt machen ? 

Lg Nico 

RE: Kündigung bzw. Freistellung

Hallo Nico,

 

Danke für deine Anfrage im Forum. Es ist gut, dass du dir Hilfe suchst. Wir helfen dir gerne und gleich zu Beginn kann ich dir sagen:

NEIN, dein Betrieb kann dich so kurz vor der Prüfung nicht kündigen! Eine Freistellung gegen deinen Willen geht auch nicht, wenn der Betrieb nicht schließt!

 

Jetzt aber mal von Anfang an: Du warst krank und hast ein ärztliches Attest. Das ist gut und dein Betrieb kann da auch gar nichts dagegen sagen!

Dein Berichtsheft musst du bei der Prüfung vorlegen, weshalb du auch wolltest, dass es vom Ausbilder unterschrieben wird. Der Ausbilder muss sich darum kümmern, dass du deine schriftlichen Ausbildungsnachweise regelmäßig führst (§12 Berufsbildungsgesetz). Er muss deine Einträge kontrollieren und unterschreiben. Nach Empfehlungen des Bundesausschusses für Berufsbildung solltest du das Berichtsheft mindestens wöchentlich führen. Die Kontrolle deines Berichtsheftes durch den Betrieb, sollte mindestens monatlich erfolgen.

 

Nun hat dich dein Ausbilder heimgeschickt und dich „freigestellt“. Das ist zugegebenermaßen eine ziemlich krasse Reaktion. Du musst dabei vorsichtig sein, denn die Freistellung erfolgte nur mündlich und es gibt nichts, was das schriftlich festhält. Du solltest deinem Betrieb dringend deinen Willen zur Weiterarbeit schriftlich mitteilen. Damit verhinderst du, dass behauptet wird, dass du unentschuldigt fehlst.

In diesem Schreiben solltest du deinen Ausbilder auch darauf aufmerksam machen, dass er laut §12 BBiG dazu verpflichtet ist, dein Berichtsheft zu kontrollieren und zu unterschreiben. Schreibe auch, dass du gegen keinerlei Pflichten verstoßen hast und deshalb eine Freistellung völlig ungerechtfertigt ist.

Überlege dir, an wen du das Schreiben adressierst. Es ist klar, dass es an den besagten Ausbilder gehen muss. So hat er auch die Möglichkeit, seine Reaktion nochmal zu überdenken. Vielleicht macht es auch Sinn, den Brief an andere hochrangige Mitarbeiter zu schicken oder in Kopie an die zuständige Kammer, damit sie über deine Probleme informiert werden.

Dann ist es empfehlenswert, dass du wieder zur Arbeit gehst, so dass klar wird, dass du nicht schwänzt. Sprich dann auch nochmal mit deinem Ausbilder. Bleib ruhig und sachlich und erkläre, warum seine Reaktion nicht gerechtfertigt ist.

 

Solltest du weitere Probleme bekommen, solltest du dich schnellstmöglich an deine Gewerkschaft vor Ort wenden. Hier ist ein Kontakt:

Ver.di Karlsruhe
Rüppurrer Straße 1 a
76137 Karlsruhe

Tel.: 0721/38 46-000
Fax: 0721/3846-335
E-Mail: service.bawue@verdi.de

Da kannst du anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und sag, dass du von Dr. Azubi kommst....Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat. Solltest du kein Einkommen haben (also kein Ausbildungsvertrag) gibt es pauschale Beiträge. Hier findest du weitere Infos: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann klicke hier: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

                            

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

                                   

Liebe Grüße                          

Dr. Azubi                               

Bitte empfiehl unseren Service weiter!

RE: Kündigung bzw. Freistellung

Hallo Dr. Azubi,

ich bin im dritten (letztes) Ausbildungsjahr und die Arbeit macht mir im Betrieb kein Spaß, da ich auch so behandelt werde als sei ich dumm. Ich empfinde auch, dass mir die Arbeiten nicht wirklich gut erklärt werden und deshalb auch im Nachteil liege. Wegen diesen Gründen melde ich mich ziemlich oft krank, um mich diesen Stress zu entziehen.

Ich habe nachgedacht und möchte die Ausbildung nicht wegen einen halben Jahr noch hinschmeißen, ich würde gern was ganz anderes Arbeiten (keine Ausbildung) und vom Betrieb freigestellt werden und nur die Prüfungen mitschreiben in der IHK. Sind meine Vorstellungen überhaupt realisierbar oder funktioniert das ganze gesetzlich nicht?

Ich bedanke mich schonmal.

Mit freundlichen Grüßen 

RE: Kündigung bzw. Freistellung

Hallo Bernd!

Vielen Dank für deine Anfrage! Das tut mir leid, dass du dich im Betrieb nicht wertgeschätzt fühlst. Es ist stark von dir, dass du dir Hilfe suchst und nicht gleich alles hin schmeißt!

Wenn du es in deinem Betrieb wirklich überhaupt nicht mehr aushalten solltest, könntest du dich mal erkundigen, ob du als externer Prüfling zur Abschlussprüfung zugelassen werden könntest.

Ob deine bisher erbrachte Ausbildungszeit dazu ausreicht (sprich: du in deinem jetzigen Betrieb kündigen oder einen Aufhebungsvertrag unterzeichnen könntest, weil du es dort nicht mehr aushältst), müsstest du bei der IHK erfragen – die müssen das entscheiden. Grundsätzlich ist es so, dass man in seiner Ausbildung etwa 10% Fehlzeiten (12-15 Wochen) haben darf, um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Aber das mit den 10% ist eine Faustregel - kein Gesetz. Dabei sind auch immer Ausnahmeregelungen möglich.

Der Nachteil, die Abschlussprüfung als externer Prüfling abzulegen ist übrigens, dass du die Prüfungsgebühren selbst tragen musst und dich selbstständig frühzeitig zur Abschlussprüfung anmelden musst.

Außerdem ist es natürlich nicht ideal als externer Prüfling in die Prüfung zu gehen, wenn du noch wichtige Dinge für das Bestehen der Abschlussprüfung lernen müsstest. Und: Wenn du kündigst giltst du unter Umständen als mitschuldig am Verlust deines Arbeitsplatzes und riskierst eine Sperre des Arbeitslosengeldes. Ausbildungsgehalt bekommst du dann auch nicht mehr weiter.

Vielleicht magst du auch nochmal über einen Ausbildungsplatzwechsel nachdenken. Das kann eine gute Möglichkeit für dich sein, wenn du einen Betrieb findest, der dich unterstützt und eventuell auf der Suche nach einer ausgelernten Fachkraft ist und deine noch verbleibende Ausbildungszeit als "verlängerte" Probezeit sieht oder du verlängerst deine Ausbildung bis zur Winterprüfung.

Bei einem Ausbildungsplatzwechsel gehst du am Besten folgendermaßen vor:

1. Bewirb dich ab sofort, denn solange du noch einen Ausbildungsplatz hast, sind deine Bewerbungschancen besser.

2. Sobald du was Neues hast -und erst dann!- kannst du einen Aufhebungsvertrag machen, wenn dein Betrieb mit deinem Weggang einverstanden ist.

3. Falls der Betrieb nicht einverstanden ist, kannst du unter Umständen außerordentlich und fristlos kündigen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§22 Berufsbildungsgesetz). Fristlos bedeutet: Du kannst sofort gehen, nachdem du die Kündigung übergeben hast oder nachdem die Kündigung per Post im Betrieb angekommen ist. Wichtige Gründe sind zum Beispiel:

  • schwere und andauernde Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz oder das Arbeitszeitgesetz
  • mangelhafte Ausbildung durch Verstöße gegen die Ausbildungspflicht und berufliche Mängel
  • eine andauernde Beschäftigung mit ausbildungsfremde Tätigkeiten
  • Sexuelle Belästigung oder Züchtigung (körperliche Gewalt)
  • mehrmalig ausbleibende Ausbildungsvergütung
  • wenn deinem Betrieb die Ausbildereignung fehlt, sie entzogen wird oder er gar keine besitzt
  • angeordnete Überstunden, die auch nach Aufforderung nicht bezahlt oder in Freizeit ausgeglichen wurden und durch die das Ausbildungsziel gefährdet ist
  • systematisch schlechte Behandlung (immer wieder Beschimpfungen, Beleidigungen, Benachteiligungen, Diskriminierung)

Du musst schriftlich und unter genauer Angabe der Gründe (wer, was, wann, wo) kündigen. Sonst ist die Kündigung unwirksam. Sie ist auch unwirksam, wenn dir der auslösende Kündigungsgrund bereits länger als zwei Wochen bekannt war. Wenn du aufgrund von Pflichtverletzungen kündigst, die der Betrieb langfristig nicht beheben kann (z. B.: Entziehen der Ausbildereignung) oder es dir absolut unzumutbar ist weiter in dem Betrieb deine Ausbildung fortzusetzen (z. B. bei sexueller Belästigung), dann kannst du sofort unter Angabe der Gründe fristlos kündigen. Wenn dein Betrieb aber die Möglichkeit hat sein Verhalten zu ändern (z. B. bei ausbildungsfremden Tätigkeiten), dann musst du den Betrieb zunächst auf die Pflichtverletzung in Form einer schriftlichen Abmahnung hinweisen und ihn dazu auffordern die Situation zu ändern.

Eine außerordentliche Kündigung zu schreiben, ist eine Wissenschaft für sich. Deshalb gibt es keine allgemeine Vorlage. Du musst in der fristlosen Kündigung schwere Vorwürfe gegen deinen Ausbildungsbetrieb erheben. Damit die Sache auch wasserdicht ist, solltest du dir unbedingt Hilfe bei deiner Gewerkschaft holen. Rückendeckung kannst du oft auch nach der Kündigung gebrauchen. Denn wenn der Azubi kündigt, ist der Ausbilder oftmals verärgert und gibt dir nicht immer freiwillig, was dir noch zusteht. Zum Beispiel Arbeitszeugnis, Arbeitspapiere, Restgehalt, Urlaubsansprüche, die ausbezahlt werden müssen.

Hier ist ein Kontakt für dich:

IG BAU Bamberg
Starkenfeldstraße 21
96050 Bamberg
Telefon: 0951 21262

Da kannst du einfach anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

4. Nachdem deine Kündigung oder der Aufhebungsvertrag durch sind, setzt du deine Ausbildung nahtlos im neuen Betrieb fort. Aber Vorsicht: Du hast wieder bis zu 4 Monate Probezeit.

Ich hoffe, du kannst deine Ausbildung noch gut zu Ende bringen…

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P.S.: Bitte empfiehl unseren Service weiter!

RE: Kündigung bzw. Freistellung

Hallo,

aktuell befinde ich mich im 3 Ausbildungsjahr und habe nächstes Jahr im März/April meine ersten Prüfungen. 
mein Betrieb möchte mir gerne einen Aufhebungsvertrag geben, denn ich nicht unterschrieben werde und ich vermute, dass er mich dann gerne freistellen will, da es nicht mehr geht zwischen mir und meinem Chef und Ausbilder und die mich loswerden wollen.
Darf ich dann immer noch zur Prüfung oder ist dies dann nicht mehr erlaubt, da ich die Zeit dann nicht habe, die ich benötige um zur Prüfung gehen zu dürfen? 

Ich bendanke mich schonmal im Voraus!

VG

RE: Kündigung bzw. Freistellung

Hallo lieber Azubi,

schön, dass du dich an Dr. Azubi wendest. Ein Aufhebungsvertrag ist keine Kündigung! Im Unterschied zur Kündigung kündigt beim Aufhebungsvertrag nicht eine Partei der anderen. Beim Aufhebungsvertrag lösen Azubi und Ausbilder das Ausbildungsverhältnis in gegenseitigem Einvernehmen auf. Im Klartext heißt das beide, Azubi und Ausbilder wollen das Ausbildungsverhältnis nicht fortsetzen. Ein Aufhebungsvertrag kann also nur zustande kommen, wenn sich Ausbilder und Azubi einig sind. Den Zeitpunkt der Vertragsauflösung können Azubi und Ausbilder dabei frei vereinbaren, es gibt also keine Fristen, die eingehalten werden müssen.

Bei einem Ausbildungsplatzwechsel gehst du am besten folgendermaßen vor: 

  • Bewirb dich ab sofort, denn solange du noch einen Ausbildungsplatz hast, sind deine Bewerbungschancen besser. Ausbildungsplätze, die sofort zu besetzen sind, findest du unter www.arbeitsagentur.de oder www.meinestadt.de, oder www.ihk.de. Schau auch in den Stellenportalen im Internet nach sowie in der Zeitung und oder frag im Bekanntenkreis. Auch einen Versuch wert: Suche eines Ausbildungsplatzes über soziale Netzwerke wie XING oder LinkedIn.

  • Sobald du was Neues hast -und erst dann!- kannst du einen Aufhebungsvertrag machen, wenn dein Betrieb mit deinem Weggang einverstanden ist.

  • Falls der Betrieb nicht einverstanden ist, kannst du unter Umständen außerordentlich und fristlos kündigen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 22 Berufsbildungsgesetz). Fristlos bedeutet: Du kannst sofort gehen, nachdem du die Kündigung übergeben hast oder nachdem die Kündigung per Post im Betrieb angekommen ist. Wichtige Gründe sind zum Beispiel:

  • schwere und andauernde Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz oder das Arbeitszeitgesetz

  • mangelhafte Ausbildung durch Verstöße gegen die Ausbildungspflicht und berufliche Mängel

  • eine andauernde Beschäftigung mit ausbildungsfremde Tätigkeiten

  • Sexuelle Belästigung oder Züchtigung (körperliche Gewalt)

  • mehrmalig ausbleibende Ausbildungsvergütung

  • wenn deinem Betrieb die Ausbildereignung fehlt, sie entzogen wird oder er gar keine besitzt

  • angeordnete Überstunden, die auch nach Aufforderung nicht bezahlt oder in Freizeit ausgeglichen wurden und durch die das Ausbildungsziel gefährdet ist

  • systematisch schlechte Behandlung (immer wieder Beschimpfungen, Beleidigungen, Benachteiligungen, Diskriminierung)

Du musst schriftlich und unter genauer Angabe der Gründe (wer, was, wann, wo) kündigen. Sonst ist die Kündigung unwirksam. Sie ist auch unwirksam, wenn dir der auslösende Kündigungsgrund bereits länger als zwei Wochen bekannt war. Wenn du aufgrund von Pflichtverletzungen kündigst, die der Betrieb langfristig nicht beheben kann (z. B.: Entziehen der Ausbildereignung) oder es dir absolut unzumutbar ist weiter in dem Betrieb deine Ausbildung fortzusetzen (z. B. bei sexueller Belästigung), dann kannst du sofort unter Angabe der Gründe fristlos kündigen. Wenn dein Betrieb aber die Möglichkeit hat sein Verhalten zu ändern (z. B. bei ausbildungsfremden Tätigkeiten). Anschließend musst du den Betrieb zunächst auf die Pflichtverletzung in Form einer schriftlichen Abmahnung hinweisen und ihn dazu auffordern die Situation zu ändern. Es kann auch sinnvoll sein die zuständige Kammer mit einzubeziehen und die Schlichtung einzuberufen. Die Schlichtung ist eine Besonderheit in der Berufsausbildung, die zum Ziel hat Streitigkeiten zwischen Azubi und Ausbilder bereits vor einem Gerichtsprozess zu klären. Falls sich daraufhin nichts ändern sollte, dann hast du die Möglichkeit fristlos zu kündigen. 

Eine außerordentliche Kündigung zu schreiben, ist eine Wissenschaft für sich. Deshalb gibt es keine allgemeine Vorlage. Du musst in der fristlosen Kündigung schwere Vorwürfe gegen deinen Ausbildungsbetrieb erheben. Damit die Sache auch wasserdicht ist, solltest du dir unbedingt Hilfe bei deiner Gewerkschaft holen. Rückendeckung kannst du oft auch nach der Kündigung gebrauchen. Denn wenn der Azubi kündigt, ist der Ausbilder oftmals verärgert und gibt dir nicht immer freiwillig, was dir noch zusteht. Zum Beispiel Arbeitszeugnis, Arbeitspapiere, Restgehalt, Urlaubsansprüche, die ausbezahlt werden müssen.

Hier ist ein Kontakt für dich:

Verdi Sitz des Landesbezirks Niedersachsen/Bremen
Goseriede 10
30159 Hannover

Tel.: 0511/12400-0
Fax: 0511/12400-150
E-Mail: service.nds-hb@verdi.de

Da kannst du einfach anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst...

  • Nachdem deine Kündigung oder der Aufhebungsvertrag durch sind, setzt du deine Ausbildung nahtlos im neuen Betrieb fort. Aber Vorsicht: Du hast wieder bis zu 4 Monate Probezeit.

Viel Erfolg! Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

RE: Kündigung bzw. Freistellung

Hallo,

ich werde meinen Ausbildungsbetrieb wechseln und darf mein Arbeitgeber mich 1-2 Monate vor dem Wechsel freistellen?

LG

RE: Kündigung bzw. Freistellung

Hallo lieber Azubi,

schön, dass du dich an Dr.Azubi wendest.

Wenn du glaubst, dass sich deine Ausbildungssituation in deinem jetzigen Betrieb nicht verbessern wird, überlege dir, ob nicht vielleicht ein Ausbildungsplatzwechsel die richtige Lösung für dich wäre. Ein Ausbildungsplatzwechsel ist wirklich kein Beinbruch, aber du solltest jetzt nichts überstürzen, sondern in Ruhe nach etwas neuem suchen. Bei einem Ausbildungsplatzwechsel gehst du am besten folgendermaßen vor:

  • Am Anfang steht die Ausbildungsplatzsuche. Du solltest erst kündigen, wenn du einen neuen Ausbildungsplatz gefunden hast, denn dann stehst du bei der Bewerbung nicht unter Druck und das (noch) bestehende Ausbildungsverhältnis ist ein gutes Arbeitszeugnis und macht glaubhaft, dass nicht der Betrieb etwas an dir, sondern du etwas an dem Betrieb auszusetzen hast. Für deine Bewerbung kannst du dir bei deiner Berufsschule einen aktuellen Notenstand besorgen. Mehr Infos zur Bewerbung findest du hier: http://www.azubi-azubine.de/bewerbung

Um deine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, kannst du auch Probearbeiten. Ausbildungsplätze, die sofort zu besetzen sind findest du unter www.arbeitsagentur.de oder www.meinestadt.de,  oder www.ihk.de. Schau auch in der Zeitung und in den Stellenportalen im Internet nach oder frag im Bekanntenkreis und an der Berufsschule. Auch einen Versuch wert: Suche eines Ausbildungsplatzes über soziale Netzwerke wie XING oder LinkedIn.

  • Sobald du was Neues hast -und erst dann!- kannst du einen Aufhebungsvertrag machen, wenn dein Betrieb mit deinem Weggang einverstanden ist. Aufhebungsvertrag ist, dass es sich um eine vorzeitige Lösung des Ausbildungsverhältnisses im Einverständnis mit deinem Ausbilder handelt. Bei einem Aufhebungsvertrag gibt es keine Frist. Im Klartext heißt das, du und dein Ausbilder könnt das Beendigungsdatum auf einen beliebigen Zeitpunkt setzen. Falls du noch minderjährig bist, müssen deine Eltern den Aufhebungsvertrag auch unterschreiben. Du solltest im Vorfeld deinen Ausbilder auf einen Aufhebungsvertrag „vorbereiten“, damit dein Weggang nicht aus heiterem Himmel kommt. Erkläre ihm auch die Gründe für deinen Wechselwunsch und unterschreibe den Aufhebungsvertrag nur, wenn du schon sicher eine neue Ausbildungsstelle in der Tasche hast. Ein einmal unterschriebener Aufhebungsvertrag kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.

  • Falls der Betrieb nicht einverstanden ist, kannst du unter Umständen außerordentlich und fristlos kündigen, wenn ein „wichtiger Grund“ vorliegt (§ 22 Berufsbildungsgesetz). Fristlos bedeutet: Du kannst sofort gehen, nachdem du die Kündigung übergeben hast oder nachdem die Kündigung per Post im Betrieb angekommen ist. Wichtige Gründe sind zum Beispiel:

  • schwere und andauernde Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz oder das Arbeitszeitgesetz

  • mangelhafte Ausbildung durch Verstöße gegen die Ausbildungspflicht und berufliche Mängel

  • eine andauernde Beschäftigung mit ausbildungsfremde Tätigkeiten

  • Sexuelle Belästigung oder Züchtigung (körperliche Gewalt)

  • mehrmalig ausbleibende Ausbildungsvergütung

  • wenn deinem Betrieb die Ausbildereignung fehlt, sie entzogen wird oder er gar keine besitzt

  • angeordnete Überstunden, die auch nach Aufforderung nicht bezahlt oder in Freizeit ausgeglichen wurden und durch die das Ausbildungsziel gefährdet ist

  • systematisch schlechte Behandlung (immer wieder Beschimpfungen, Beleidigungen, Benachteiligungen, Diskriminierung)

Du musst schriftlich und unter genauer Angabe der Gründe (wer, was, wann, wo) kündigen. Sonst ist die Kündigung unwirksam. Sie ist auch unwirksam, wenn dir der auslösende Kündigungsgrund bereits länger als zwei Wochen bekannt war. Wenn du aufgrund von Pflichtverletzungen kündigst, die der Betrieb langfristig nicht beheben kann (z. B.: Entziehen der Ausbildereignung) oder es dir absolut unzumutbar ist weiter in dem Betrieb deine Ausbildung fortzusetzen (z. B. bei sexueller Belästigung), dann kannst du sofort unter Angaben der Gründe fristlos kündigen. Wenn dein Betrieb aber die Möglichkeit hat sein Verhalten zu ändern (z. B. bei ausbildungsfremden Tätigkeiten), dann musst du den Betrieb zunächst auf die Pflichtverletzung in Form einer schriftlichen Abmahnung hinweisen und ihn dazu auffordern die Situation zu ändern. Es kann auch sinnvoll sein, die zuständige Kammer mit einzubeziehen und die Schlichtung einzuberufen. Die Schlichtung ist eine Besonderheit in der Berufsausbildung, die zum Ziel hat Streitigkeiten zwischen Azubi und Ausbilder bereits vor einem Gerichtsprozess zu klären. Falls sich daraufhin nichts ändern sollte, dann hast du die Möglichkeit fristlos zu kündigen. 

Eine außerordentliche Kündigung zu schreiben, ist eine Wissenschaft für sich. Deshalb gibt es keine allgemeine Vorlage. Du musst in der fristlosen Kündigung schwere Vorwürfe gegen deinen Ausbildungsbetrieb erheben. Damit die Sache auch wasserdicht ist, solltest du dir unbedingt Hilfe bei deiner Gewerkschaft holen! Denn wenn deine Gründe für die fristlose Kündigung nicht ausreichen, hat dein Betrieb die Möglichkeit Schadensersatzansprüche innerhalb von drei Monaten nach Beendigung gegen dich geltend zu machen. 

Als Vorbereitung einer fristlosen Kündigung ist es wichtig für dich Nachweise zu sammeln. Wenn du beispielsweise aufgrund von einer andauernden Beschäftigung mit ausbildungsfremden Tätigkeiten fristlos kündigen möchtest, dann ist dein Berichtsheft mit der Aufzeichnung der ausbildungsfremden Tätigkeiten ein guter Nachweis. Wenn du aufgrund schwerer Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz oder Arbeitszeitgesetz kündigen möchtest, dann ist ein Dienstplan/Arbeitszeitnachweis für dich wichtig. 

Rückendeckung kannst du oft auch nach der Kündigung gebrauchen. Wenn der Azubi kündigt, ist der Ausbilder oftmals verärgert und gibt dir nicht immer freiwillig, was dir noch zusteht. Zum Beispiel Arbeitszeugnis, Arbeitspapiere, Restgehalt, Urlaubsansprüche, die ausbezahlt werden müssen. Hier ist ein Kontakt für dich:

Verdi Sitz des Landesbezirks Niedersachsen/Bremen
Goseriede 10
30159 Hannover

Tel.: 0511/12400-0
Fax: 0511/12400-150
E-Mail: service.nds-hb@verdi.de

Da kannst du einfach anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst...

  • Nachdem deine Kündigung oder der Aufhebungsvertrag durch sind, setzt du deine Ausbildung nahtlos im neuen Betrieb fort. Aber Vorsicht: Du hast wieder bis zu 4 Monate Probezeit.

Viel Erfolg! Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

RE: Kündigung bzw. Freistellung

Hallo,

Ich hatte gestern meine schriftliche Abschlussprüfung, nun würde ich gerne bezahlt freigestellt werden von meinem Chef, da er sagt das er mir in der Praxis nichts mehr beibringen kann, ich werde nach meiner Mündlichen den Betrieb wechseln, und sehe keinen Sinn mehr mich jeden Tag auf Arbeit zu setzen und nichts zu tun, dar ich keine neuen Kunden bekomme. 

Kann mein Arbeitgeber mich auf Grund dessen Freistellen? Er sagt ja selber das er mir nichts mehr beibringen kann, und er sieht keinen Sinn da drin das ich jetzt nur noch rum sitze auf Arbeit. 

Danke im voraus 

RE: Kündigung bzw. Freistellung

Hallo lieber Azubi, 

schön, dass du dich an Dr. Azubi gewendet hast. 

Für jeden Beruf gibt es einen allgemeinen Ausbildungsrahmenplan, in dem genau steht, was du wann in deiner Ausbildung lernen sollst (Ausbildungsordnungen und Rahmenpläne findest du im Netz hier: http://www.bibb.de/de/berufesuche.php). Außerdem muss deinem Ausbildungsvertrag ein grober Ausbildungsplan angefügt werden, in dem der Verlauf deiner Ausbildung in deinem Betrieb aufgezeigt wird. Der Ausbilder darf dir nur Arbeiten auftragen, die dem Ausbildungszweck dienen (§ 14 Berufsbildungsgesetz). Alle Verstöße gegen diese Ausbilderpflicht sind eine Ordnungswidrigkeit und können nach § 102 Berufsbildungsgesetz mit einem Bußgeld geahndet werden!

Du solltest unbedingt dafür kämpfen, dass deine Ausbildung nach dem Rahmenplan verläuft, denn sonst ist dein Ausbildungsziel gefährdet. Hier sind ein paar Tipps für dich, was du unternehmen könntest:

1. Bitte deinen Chef um ein Gespräch und erkläre ihm ruhig und sachlich, dass du Angst hast, dein Ausbildungsziel nicht zu erreichen. Am besten nimmst du den Ausbildungsplan mit in das Gespräch. Wenn kein Ausbildungsplan erstellt wurde, solltest du verlangen, dass dies so schnell wie möglich nachgeholt wird. Nenne konkrete Inhalte, die bis jetzt fehlen und die du laut Ausbildungsrahmenplan schon können müsstest. Gehe positiv in das Gespräch und sage gleich zu Anfang, dass es dir nicht darum geht zu kritisieren, sondern vielmehr darum, deinen Beruf richtig zu lernen. Schalte außerdem (falls vorhanden) den Betriebsrat ein.

2. Wenn das Gespräch nichts bringt, solltest du den Ausbilder schriftlich auffordern. Hebe eine Kopie des Schreibens auf. Hier ist ein Musterbrief:

Sehr geehrter Herr/Frau…,

laut § 14 Berufsbildungsgesetz müssen Sie mich entsprechend des gesetzlichen und betrieblichen Ausbildungsplans ausbilden. Ich habe jedoch wichtige berufliche Fertigkeiten noch nicht erlernt, die ich zum jetzigen Zeitpunkt meiner Ausbildung längst beherrschen müsste. Einige Beispiele:

- [Bitte einfügen: Berufliche Fertigkeiten]

- [Bitte einfügen: Berufliche Fertigkeiten]

Ich fordere Sie hiermit schriftlich auf, mir die gesetzlich vorgeschriebenen Inhalte zu vermitteln und mache Sie darauf aufmerksam, dass Sie schadensersatzpflichtig werden können, wenn Sie sich als Ausbilder nicht an Ihre gesetzlichen Pflichten halten.

 

Mit freundlichen Grüßen,

[Unterschrift Azubi]

3. Wenn auch das nichts bringt und sich deine Ausbildungssituation nicht verbessert, solltest du dich an deine Gewerkschaft vor Ort wenden und dir rechtliche Unterstützung holen. Hier ist ein Kontakt in deiner Nähe:

Verdi Sitz des Landesbezirks Nord
Hüxstraße 1
23552 Lübeck

Tel.: 0451 8100-6
Fax: 0451 8100-888
E-Mail: service.nord-hh@verdi.de

Da kannst du einfach anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst...

Außerdem könntest du dich an eine_einer Ausbildungsberater_in der Kammer/Innung wenden und mit ihm_ihr ein persönliches Gespräch vereinbaren, denn die sind dafür da, die Ausbildung in den Betrieben zu kontrollieren.

Viel Erfolg! Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

 

Liebe Grüße

Dr. Azubi

Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.

Bist du in der Probezeit?*
Bist du Gewerkschaftsmitglied?*
Darf deine Telefonnummer oder deine E-Mail-Adresse an interessierte Journalist*innen für Hintergrundgespräche, Zitate oder Interviewanfragen weitergegeben werden?*
Über Antworten und Kommentare zu meiner Anfrage im Forum möchte ich per E-Mail informiert werden.*