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Dr. Azubi

kündigung vor mündlicher prüfung

Hallo.benötige dringend eure Hilfe. Ich hatte vor drei Wochen meine schriftliche Prüfung bei der IHK zur verkäuferin . das Ergebnis liegt noch nicht vor,aber bin mir ziemlich sicher bestanden zu haben.leider bin ich seit nun schon zwei Monaten krank (zur Prüfung habe ich mich gesund schreiben lassen) . mein Termin zur mündlichen Prüfung ist Anfang Juli. Ich habe nun Angst,dass mein betrieb mich vor der Prüfung kündigt oder die Zulassung aufgrund der langen fehlzeit zurückgezogen werden kann. Leider kann es sein ,dass ich bis zum Termin noch krank bin,da es was ernstes ist,aber zur Prüfung möchte ich auf jeden Fall,egal unter welchen Umständen. Kann ich zur Prüfung,bzw kann die Zulassung von der IHK zurückgezogen werden? Könnte ich auch zur Prüfung,falls mein betrieb mich kündigt? Bitte um Hilfe!!

RE: kündigung vor mündlicher prüfung

Hallo,

da unsere Prüfung auf Juni verschoben wurde, sufgrund Corona verschiebt sich nun auch die mündliche Prüfung. Jedoch habe ich mir bereits einen neuen Arbeitgeber gesucht da ich nicht übernommen werde. Wäre es denn möglich auch nach meiner schriftlichen Prüfung bei meinem Ausbildungsbetrieb zu kündigen und schon bei meinem neuen Arbeitgeber anzufangen und die mündliche Prüfung dann trotzdem abzulegen, so als externer Prüfling sozusagen ?

vielen dank 

RE: kündigung vor mündlicher prüfung

Hallo Flo!

 

Vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gerne helfen wir dir.

 

Corona hat einiges durcheinandergebracht und nicht immer ist alles was jetzt anfällt gesetzlich geregelt.

Dein Ausbildungsvertrag läuft grundsätzlich entweder bis du die Abschlussprüfung bestehst oder bis du die drei Jahre erfüllt hast. Wann das ist steht in deinem Ausbildungsvertrag, also lohnt sich ein Blick darein auf jeden Fall.

Der Beginn einer neuen Anstellung ist erstmal kein Kündigungsgrund für deinen Ausbildungsvertrag, aber aufgrund der Lage wird dir dein alter Betrieb bestimmt keine Steine in den Weg legen und im Zweifel auch einen Aufhebungsvertrag mit dir abschließen. Ansonsten wärst du ja wahrscheinlich schon weg gewesen ;-)

 

Zur Frage der „externen Prüfung“ gibt es keine gesetzliche Regelung. Die IHK entscheidet im Einzelfall über die Zulassung in besonderen Fällen. Wir können uns gut vorstellen, dass die IHK für deinen Fall Verständnis hat, aber am besten wendest du dich direkt an deine IHK mit dieser Frage, da nur sie dir eine rechtssichere Antwort geben kann.

 

Falls du Unterstützung benötigst, kannst du dich auch an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ein Kontakt für dich:

 

Ver.di Leipzig
Karl-Liebknecht-Str. 30-32
04107 Leipzig

Tel.: 0341/21609-0
Fax: 0341/21609-90
E-Mail: bz.leipzig-nordsachsen@verdi.de

Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.

 

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

 

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

 

               

Liebe Grüße

Dr. Azubi          

Bitte empfiehl unseren Service weiter!

 

Hier kannst du Mitglied werden

https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

RE: kündigung vor mündlicher prüfung

Hallo guten Tag, ich brauche dringend eure Hilfe!

ich stehe vor die Prüfungen. Die schriftlichen habe ich nächste Woche und die mündliche sind Mitte Juli. Ich möchte schnell wie möglich, weg von meinem Betrieb gehen. Ich hab seit ungefähr Anfang des Jahres seriöse gesundheitlichen Probleme und kann wirklich nicht diesen Job weiter machen. Ich hab bis jetzt krankgeschrieben und mein ganzes Urlaub genommen.(ich hab weniger als 10% Fehltage)

Nach dem schriftlichen Prüfungen muss ich arbeiten gehen...das kann ich echt nicht und dazu noch ich möchte es nicht....wie schön oben gesagt ich möchte schnellstmöglich weg von dem Betrieb sein.

Was kann ich jetzt machen? Habe ich das Recht mich aus dem gesundheitlichen Gründen zu kündigen? Und wenn ja ist das ein fristlose Kündigung oder ein ordentliches? Wenn ich mich kündige nach dem schriftlichen Prüfungen habe ich das Recht in dem mündlichen Teil zu nehmen?

Danke!

RE: kündigung vor mündlicher prüfung

Hallo lieber Azubi,

schön, dass du dich an Dr. Azubi wendest.Bei einem Ausbildungsplatzwechsel gehst du am besten folgendermaßen vor:


1. Bewirb dich ab sofort, denn solange du noch einen Ausbildungsplatz hast, sind deine Bewerbungschancen besser. Ausbildungsplätze, die sofort zu besetzen sind, findest du unter www.arbeitsagentur.de oder www.meinestadt.de, oder www.ihk.de. Schau auch in den Stellenportalen im Internet nach sowie in der Zeitung und oder frag im Bekanntenkreis. Auch einen Versuch wert: Suche eines Ausbildungsplatzes über soziale Netzwerke wie XING oder LinkedIn.


2. Sobald du was Neues hast -und erst dann!- kannst du einen Aufhebungsvertrag machen, wenn dein Betrieb mit deinem Weggang einverstanden ist.


3. Falls der Betrieb nicht einverstanden ist, kannst du unter Umständen außerordentlich und fristlos kündigen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 22 Berufsbildungsgesetz). Fristlos bedeutet: Du kannst sofort gehen, nachdem du die Kündigung übergeben hast oder nachdem die Kündigung per Post im Betrieb angekommen ist. Wichtige Gründe sind zum Beispiel:
59

• schwere und andauernde Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz oder das Arbeitszeitgesetz


• mangelhafte Ausbildung durch Verstöße gegen die Ausbildungspflicht und berufliche Mängel


• eine andauernde Beschäftigung mit ausbildungsfremde Tätigkeiten


• Sexuelle Belästigung oder Züchtigung (körperliche Gewalt)


• mehrmalig ausbleibende Ausbildungsvergütung


• wenn deinem Betrieb die Ausbildereignung fehlt, sie entzogen wird oder er gar
keine besitzt


• angeordnete Überstunden, die auch nach Aufforderung nicht bezahlt oder in
Freizeit ausgeglichen wurden und durch die das Ausbildungsziel gefährdet ist


• systematisch schlechte Behandlung (immer wieder Beschimpfungen,
Beleidigungen, Benachteiligungen, Diskriminierung)


Du musst schriftlich und unter genauer Angabe der Gründe (wer, was, wann, wo) kündigen. Sonst ist die Kündigung unwirksam. Sie ist auch unwirksam, wenn dir der auslösende Kündigungsgrund bereits länger als zwei Wochen bekannt war. Wenn du aufgrund von Pflichtverletzungen kündigst, die der Betrieb langfristig nicht beheben kann (z. B.: Entziehen der Ausbildereignung) oder es dir absolut unzumutbar ist weiter in dem Betrieb deine Ausbildung fortzusetzen (z. B. bei sexueller Belästigung), dann kannst du sofort unter Angabe der Gründe fristlos kündigen. Wenn dein Betrieb aber die Möglichkeit hat sein Verhalten zu ändern (z. B. bei ausbildungsfremden Tätigkeiten).

Anschließend musst du den Betrieb zunächst auf die Pflichtverletzung in Form einer schriftlichen Abmahnung hinweisen und ihn dazu auffordern die Situation zu ändern. Es kann auch sinnvoll sein die zuständige Kammer mit einzubeziehen und die Schlichtung einzuberufen. Die Schlichtung ist eine Besonderheit in der Berufsausbildung, die zum Ziel hat Streitigkeiten zwischen Azubi und Ausbilder bereits vor einem Gerichtsprozess zu klären. Falls sich daraufhin nichts ändern sollte, dann hast du die Möglichkeit fristlos zu kündigen.
Eine außerordentliche Kündigung zu schreiben, ist eine Wissenschaft für sich. Deshalb gibt es keine allgemeine Vorlage. Du musst in der fristlosen Kündigung schwere Vorwürfe gegen deinen Ausbildungsbetrieb erheben. Damit die Sache auch wasserdicht ist, solltest du dir unbedingt Hilfe bei deiner Gewerkschaft holen. Rückendeckung kannst du oft auch nach der Kündigung gebrauchen. Denn wenn der Azubi kündigt, ist der Ausbilder oftmals verärgert und gibt dir nicht immer freiwillig, was dir noch zusteht. Zum Beispiel Arbeitszeugnis, Arbeitspapiere, Restgehalt, Urlaubsansprüche, die ausbezahlt werden müssen.
Hier ist ein Kontakt für dich:

Verdi München
Neumarkter Str. 22
81673 München

Tel.: 089/59977-0
Fax: 089/59977-7777
E-Mail: service.bayern@verdi.de


Da kannst du einfach anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst...


4. Nachdem deine Kündigung oder der Aufhebungsvertrag durch sind, setzt du deine Ausbildung nahtlos im neuen Betrieb fort. Aber Vorsicht: Du hast wieder bis zu 4 Monate Probezeit.
Viel Erfolg! Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi


P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

Kündigung vor mündlichen Prüfung

Hallo liebes Dr.Azubi Team, 

Ich wollte einmal fragen ob es möglich wäre, wie schon genannt den Ausbildungsbetrieb nach meiner schriftlichen Abschlussprüfung aber vor meiner mündlichen Abschlussprüfung zu kündigen und trotzdem zur mündlichen zugelassen zu werden ? Es sind zwar nur noch 2 Monate bis dahin und man könne mir jetzt sagen, dass ich diese auch noch schaffe, aber diese 2 Monate werden mir momentan zu Hölle gemacht. Ich glaube auch, dass wir keine Ausbilder mehr haben, da diese gekündigt haben. Zudem bin ich nicht einmal in der Buchhaltung gewesen und jedes Mal wenn ich das anspreche wird mir gesagt das ich nicht dafür zuständig bin und wenn mir mal Zeiten in der Buchhaltung eingetragen worden sind, wurden diese direkt wieder geändert und das ist aber Teil meines Ausbildungsziels, welches ich so nicht erreichen kann. Zudem bin die einzige Auszubildende die nach der Schule jetzt noch arbeiten kommen soll, was glaub ich auch erlaubt ist aber es ist einfach so, das ich die einzige bin die das machen muss. Ich wurde bereits schon von Mitarbeitern angeschrien (einer Leitung) und mir wurden Sachen vorgeworfen, die nicht stimmen. Ich wollte mir Ende des 2 Jahres auch eine andere Stelle suchen aber ich dachte mir das ich das aushalten werde, aber es wird immer schlimmer. Ich könnte jetzt noch viel mehr aufzählen aber das wäre zu viel.. daher meine Frage ob ich die letzten 2 Monate auch kündigen könnte und trotzdem zugelassen werde zu mündlichen.. oder ob ich die letzten 2 Monate iwo ein Praktikum machen könnte in der Buchhaltung so dass ich mein Ausbildungsziel dennoch erreiche, denn jedes Mal wenn ich mich dazu geäußert habe, hieß es ich wäre ja auch mal krank gewesen und daher kann ich das Ziel eh nicht erreichen, obwohl ich wenn ich nicht krank gewesen wäre eh nicht in die Buchhaltung gekommen wäre. Ich gehe wirklich jeden Tag mit Bauchschmerzen zu arbeiten und bin die letzten Tage auch echt am Ende. Meine Ärztin habe ich auch schon davon erzählt weil mich das alles belastet und sie würde mich eig auch krankschreiben weil es auch mit der Psyche zu tun hat. Aber dann hätte ich Angst das ich mit zu vielen krankheitstagen nicht zugelassen werde zur mündlichen. Über eine schnelle Antwort würde ich mich sehr freuen. 
Danke 

RE: kündigung vor mündlicher prüfung

Hallo Sara!

Danke für deine Anfrage! Das tut mir leid, dass du im Betrieb schlecht behandelt wirst und nicht lernst, was du lernen solltest. Ich kann mir vorstellen, dass dich die Situation ganz schön belastet.

Wichtig ist vor Allem, dass du in deinem Berichtsheft genau dokumentierst, was du wirklich gelernt hast. Damit kannst du nachweisen, was du gelernt hast, aber auch, was du evtl. nie gelernt hast. Dadurch kannst du dich selbst auch absichern für deine anstehende Prüfung. Wenn du einen Prüfungsteil nicht bestehst und nachweisen kannst, dass du die Inhalte nie gelernt hast, kann dir deine Gewerkschaft helfen, dagegen vor zu gehen. Den Kontakt zu deiner Gewerkschaft habe ich dir weiter unten raus gesucht.

Zu deiner Frage zur Zulassung. Es ist so, dass du an der Prüfung teilnehmen darfst, sobald du angemeldet bist. Ich gehe davon aus, dass du bereits angemeldet bist, weil du die schriftliche Prüfung ja schon abgelegt hast. Es kann nur sein, dass du als externer Prüfling die Prüfungskosten selbst übernehmen musst. Du solltest dich hier unbedingt absichern und bei der zuständigen Stelle (siehe Stempel auf deinem Ausbildungsvertrag, z.B. Kammer oder Innung) nachfragen, ob du teilnehmen kannst und wie es mit den Kosten aussieht.

Wenn dich die Situation im Betrieb so sehr belastet, dass du davon krank wirst, dann solltest du das auf jeden Fall ernst nehmen. Deine Gesundheit hat immer Vorrang!

Mit einer Kündigung solltest du vorsichtig sein und dich vorher am besten mit deiner Gewerkschaft beraten. Zwar hast du immer die Möglichkeit, mit einer Frist von vier Wochen zu kündigen, aber nur wenn du die Berufsausbildung aufgeben und/oder den Ausbildungsberuf wechseln willst (§ 22 Berufsbildungsgesetz). Das heißt, es muss zum Zeitpunkt der Kündigung der ernsthafte Wille zur Berufsaufgabe oder zum Berufswechsel vorliegen. Dies ist aber bei dir nicht der Fall, da du ja bald deine Abschlussprüfung machen möchtest.

Eine Alternative ist die fristlose Kündigung: Du kannst außerordentlich und fristlos kündigen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 22 Berufsbildungsgesetz). Fristlos bedeutet: Du kannst sofort gehen, nachdem du die Kündigung übergeben hast oder nachdem die Kündigung per Post im Betrieb angekommen ist. Wichtige Gründe, die eine außerordentliche und fristlose Kündigung rechtfertigen, sind zum Beispiel:

  • Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz oder das Arbeitszeitgesetz
  • Ausbildungsfremde Tätigkeiten
  • Sexuelle Belästigung oder Züchtigung (körperliche Gewalt)
  • Ausbleibende Ausbildungsvergütung
  • Überstunden, die nicht bezahlt oder in Freizeit ausgeglichen wurden
  • Systematisch schlechte Behandlung (immer wieder Beschimpfungen, Beleidigungen, Benachteiligungen, Diskriminierung)

Du musst schriftlich und unter genauer Angabe der Gründe (wer, was, wann, wo) kündigen. Sonst ist die Kündigung unwirksam. Sie ist auch unwirksam, wenn dir der auslösende Kündigungsgrund bereits länger als zwei Wochen bekannt war.

Eine außerordentliche Kündigung zu schreiben, ist eine Wissenschaft für sich. Du musst in der fristlosen Kündigung schwere Vorwürfe gegen deinen Ausbildungsbetrieb erheben. Damit die Sache auch wasserdicht ist, solltest du dir unbedingt Hilfe bei deiner Gewerkschaft holen. Rückendeckung kannst du oft auch nach der Kündigung gebrauchen, denn wenn der Azubi kündigt, ist der Ausbilder leicht verärgert und gibt dir nicht immer freiwillig, was dir noch zusteht, zum Beispiel Arbeitszeugnis, Arbeitspapiere, Restgehalt, Urlaubsansprüche, die ausbezahlt werden müssen. Dein Ausbilder kann grundsätzlich innerhalb von drei Wochen Widerspruch gegen die Kündigung einlegen, das kommt aber sehr selten vor: Wer will schon einen Azubi, der ganz offensichtlich keine Lust mehr hat, in dem Betrieb zu arbeiten und nicht besonders motiviert ist?

Eine andere Alternative könnte ein Aufhebungsvertrag sein. Ein Aufhebungsvertrag ist keine Kündigung! Im Unterschied zur Kündigung kündigt beim Aufhebungsvertrag nicht eine Partei der anderen. Beim Aufhebungsvertrag lösen Azubi und Ausbilder das Ausbildungsverhältnis in gegenseitigem Einvernehmen auf. Ein Aufhebungsvertrag kann also nur zustande kommen, wenn sich Ausbilder und Azubi einig sind. Den Zeitpunkt der Vertragsauflösung können Azubi und Ausbilder dabei frei vereinbaren, es gibt also keine Fristen, die eingehalten werden müssen.

Du solltest bedenken, dass wenn du das Ausbildungsverhältnis beendest, also kündigst oder einen Aufhebungsvertrag unterschreibst, du mitschuldig am Verlust deines Ausbildungsplatzes bist. In diesem Fall kann dir bei einer folgenden Arbeitslosigkeit dein Arbeitslosengeld eine Zeitlang gesperrt werden!

Wie du siehst, ist bei einer Kündigung leider einiges zu beachten und die Sache ist nicht ganz so einfach. Deswegen wende dich Bitte auch an deine Gewerkschaft und lass dich da beraten. Die unterstützt dich auch, wenn es Probleme gibt. hier ist ein Kontakt in deiner Nähe:

Ver.di Duisburg
Stapeltor 8
47051 Duisburg
Tel.: 0203 2814-0
E-Mail: service-mitte.nrw@verdi.de

Da kannst du anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst. Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

RE: kündigung vor mündlicher prüfung

Hallo liebes Team :) 

ich schildere mal kurz meine Situation, ich bin Auszubildende im 3. Jahr und habe im November diesen Jahres meine schriftliche Abschlussprüfung gehabt, da ich verkürze. Ende Januar habe ich meine mündliche Prüfung die ja Teil der ganzen Prüfung ist. Allerdings habe ich meinen Lehrer der auch im Prüfungsausschuss ist gefragt, wie es wäre wenn Ich bis zu mündlichen krankgeschrieben wäre und nicht mehr zu Arbeit gehen würde sondern nur noch zu Schule, da ich mich einfach nicht mehr in der Lage fühle zu Arbeit zu gehen. Wegen Mobbing und weiteren was dazu gehört. Und er meinte ich wäre trotzdem zugelassen zu Prüfung somal ich auch die schriftliche auch schon geschrieben habe. Meiner Ärztin hab ich von dieser Situation auf der Arbeit erzählt und sie hatte mich daraufhin auch krankgeschrieben, da es auf meine Psyche ging. Ich hab wirklich angefangen zu weinen wenn ich zu Arbeit gehen musste. Jetzt wurde mir allerdings gekündigt mit dem Grund, dass ich Zuviel Krankheitstage hätte und ich (so steht es in der Kündigung) meine Ausbildung somit wohl nicht beenden kann. Jetzt ist meine Frage ob diese Kündigung überhaupt rechtswirksam ist und ob ich dagegen vorgehen könnte ? Weil ich ja eig trotzdem zur mündlichen teilnehmen kann bin ich jetzt Einwendung verunsichert was auch deren Ziel war. 

Liebe Grüße und schöne kommende Feiertage. 
Danke. 

RE: kündigung vor mündlicher prüfung

Hallo!

Vielen Dank für deine Nachricht im Forum, wir freuen uns dass du dich mit deinem Anliegen an uns wendest und ich hoffe ich kann dir weiterhelfen!

Wegen deiner Prüfung kann ich dich beruhigen: Sobald du angemeldet bist, darfst du auch daran teilnehmen. Die Anmeldung geschieht in der Regel 3 Monate vor dem Prüfungstermin. Es kann nur sein, dass du als externer Prüfling die Prüfungskosten selbst übernehmen musst. Erkundige dich zur Sicherheit bei der zuständigen Kammer oder Innung (siehe Stempel auf deinem Ausbildungsvertrag).

Ob deine bisher verbrachte Ausbildungszeit dazu ausreicht, müsstest du bei der IHK/HWK erfragen - das ist die entscheidungstragende Instanz. Grundsätzlich ist es so, dass man in seiner Ausbildung etwa 10% Fehlzeiten (12-15 Wochen) haben darf, um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Aber das mit den 10% ist eine Faustregel - kein Gesetz. Dabei sind auch immer Ausnahmeregelungen möglich.

Was deine Kündigung angeht, da gibt es auch einige wichtige Dinge zu wissen. Schon mal vorweg, egal ob die Kündigung rechtswirksam oder unwirksam ist, sie wird nach 3 Wochen wirksam! Das heißt wenn du etwas gegen deine Kündigung unternehmen willst, musst du dich sehr beeilen!

Wenn du eine Kündigung erhältst, hat dies oft viele Gründe. Wir empfehlen dir, dringend, gegen die Kündigung vorzugehen. Auch dann, wenn du nicht mehr in den Betrieb zurück gehen möchtest. Handle schnell, denn du hast nur drei Wochen Zeit, etwas gegen die Kündigung zu unternehmen. Danach ist sie wirksam.

Hier die rechtlichen Grundlagen:

Nach der Probezeit ist eine Kündigung nur in absoluten Ausnahmefällen möglich. Das Berufsausbildungsverhältniskann von deinem_r Ausbilder_in nur außerordentlich und fristlos (das heißt von heute auf morgen) gekündigt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 22 Berufsbildungsgesetz).

Wichtige Gründe sind zum Beispiel:

• Häufiges Zu-Spät-Kommen in der Arbeit/Berufsschule

• Urlaubsantritt ohne Genehmigung

• Mehrmaliges unentschuldigtes Fehlen in der Arbeit/Berufsschule

• Trotz Aufforderung nicht geführte schriftliche Ausbildungsnachweise (Berichtsheft)

• nachgewiesener Diebstahl

• Anwendungen von Gewalt und krasse Beleidigungen in Betrieb/Berufsschule

Selbst wenn diese Gründe vorliegen, muss man in deinem Fall noch genau prüfen, ob sie für eine fristlose Kündigung ausreichen. Unsere Erfahrung zeigt, dass fristlose Kündigungen oft nicht rechtens sind.

Bei leichten Pflichtverletzungen oder Vergehen ist eine fristlose Kündigung erst dann erlaubt, wenn du dein Verhalten nicht änderst, obwohl du von deinem Betrieb schon öfter eine Abmahnung dafür bekommen hast. Du musst deshalb normalerweise mindestens zwei Abmahnungen für das gleiche Vergehen (!) bekommen haben, bevor du gekündigt werden kannst. Es gibt hier aber keine generelle Regelung. Je nach Schwere des Pflichtverstoßes kann auch eine Abmahnung ausreichen.

Keine Kündigungsgründe sind:

• Fehlerhafte oder schlechte Leistungen in Betrieb/Berufsschule

• Krankheit

Eine Kündigung muss immer schriftlich sein. Die Gründe müssen dabei genau angegeben werden, sonst ist die Kündigung nicht wirksam.

Unabhängig vom Kündigungsgrund stehen dir nach der Kündigung alle Leistungen zu, die du dir bis zum Kündigungszeitpunkt erworben hast - insbesondere Restgehalt und Urlaubsansprüche, die ausbezahlt werden müssen und ein Arbeitszeugnis.

Wende dich an deinen Betriebsrat (falls vorhanden)

Hole dir Rat und Unterstützung bei kompetenten Leuten. Als Gewerkschaftsmitglied gewährt dir deine Gewerkschaft Rechtsschutz bei einem Kündigungsschutzverfahren. Sie hilft dir auch dabei, Klage gegen die Kündigung zu erheben.

Hier ist ein Kontakt zu deiner örtlichen Gewerkschaft:

ver.di - Duisburg 

Stapeltor 8

47051 Duisburg

Tel.: 0203 2814-0

E-Mail: service-mitte.nrw@verdi.de

Da kannst du anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst. Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

RE: kündigung vor mündlicher prüfung

Hallo zusammen,ich hatte meine schriftliche Prüfung im dritten Jahr meiner Ausbildung. Danach habe ich meinen Job gekündigt, weil mein Chef mich letztes Jahr zu viel arbeiten ließ. Außerdem wohne ich in einer Wohnung meines Arbeitgebers. Jetzt habe ich einen neuen Job gefunden, aber er beginnt einen Monat vor meiner mündlichen Prüfung. Kann ich den Job antreten und trotzdem an der Prüfung teilnehmen?Vielen Dank im Voraus, Musi

RE: kündigung vor mündlicher prüfung

Hallo Musi,

danke für deine Anfrage! In der Regel ist es möglich deine mündliche Prüfung abzulegen, auch wenn du deinen Ausbildungsjob vorher gekündigt hast und vor der Prüfung einen neuen Job beginnst. Normalerweise hängt die Zulassung zur Prüfung nicht davon ab, ob du noch in einem bestimmten Ausbildungsverhältnis stehst. Solange du alle anderen Voraussetzungen für die Prüfung erfüllst, wie etwa die erforderliche Ausbildungszeit und das Bestehen der schriftlichen Prüfungsteile, solltest du zur mündlichen Prüfung zugelassen werden.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die genauen Bestimmungen je nach Bundesland und Prüfungsordnung variieren können. Ich würde daher empfehlen, sich direkt an die zuständige Stelle, wie beispielsweise die IHK (Industrie- und Handelskammer) oder eine vergleichbare Einrichtung, zu wenden. So kannst du dich über die spezifischen Regelungen in deinem Fall informieren. 

Generell sollten jedoch berufliche Weiterbildungsmaßnahmen, wie die Teilnahme an Prüfungen, auch durchgeführt werden können, wenn ein Arbeitsverhältnis gewechselt wird.

Solltest du weitere Unterstützung benötigen wende dich gerne an deine Gewerkschaft, dort kann man dir in jedem Fall weiterhelfen: 

NGG Region Niederbayern

Landshut
Nikolastrasse 49
84034 Landshut
Tel.: 0871 / 143 42 0

region.niederbayern@ngg.net
www.ngg.net/niederbayern

Da kannst du anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst. Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

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